Dennis Riehle

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Mein Motto: Ich denke quer, bin deshalb aber noch lange kein Querdenker!


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an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, in meinem Blog von mir verfasste Texte zu lesen. Darunter finden sich Pressemitteilungen, Leserbriefe und Standpunkte zu Themen der Zeit, kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie soziale und politische Meinungsbeiträge, die nicht den Anspruch erheben, in jedem Fall dem "Mainstream" zu entsprechen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie manche Beiträge nachdenklich machen oder gar Ihre eigene Gegendarstellung provozieren. Gerne können Sie mir deshalb auch Ihr Feedback unter Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de zukommen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!


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16.12.2021

Im Zweifel: Enteignungen

Leserbrief
zu: „Keine Industriebetriebe: Ärzte für neue Klinikfinanzierung“, „FAZ“ vom 01.11.2021

Die Corona-Pandemie hat auf dramatische Weise deutlich gemacht, wie sehr wir unser Gesundheitssystem kaputtgespart haben. Auch wenn es weiterhin eines der besten in der Welt ist, zeigen der Überlebenskampf vieler Kliniken, der verkümmerte Pflegeschlüssel in der stationären Versorgung oder das völlig realitätsfremde Pauschalisierungssystem in der Vergütung den politischen Irrsinn der letzten Jahre und Jahrzehnte auf. 

Dass die Krankenhauslandschaft zugunsten von immer weiter spezialisierten Fachzentren ausgedünnt wird, ist ebenso wenig zielführend wie die Annahme, dass ein Klinikum „rentabel“ sein muss. Der seit langem andauernde Trend, Gesundheit kommerzialisieren zu wollen, ist eine beängstigende Entwicklung angesichts der knappen Intensivbetten in der Covid-19-Krise und dem wachsenden „Drehtür-Effekt“: Wenn Patienten aus Kostengründen frühzeitig entlassen werden und am nächsten Tag wegen neuer Beschwerden aber neu vorstellig sein müssen, wirft dieses für den Betroffenen stressreiche und durchaus gefährliche Prozedere mehr Gewinn ab, als wenn er sich lange genug auf Station kurieren würde. 

Dieser Perversion zeigt deutlich auf: Das Gesundheitswesen muss endlich wieder in die öffentliche Hand zurück. Es ist die grundgesetzlich geschützte Aufgabe des Staates, Daseinsvorsorge zu leisten und den Bürger vor Krankheit zu bewahren. Aus diesem Verfassungswort leitet sich die unmittelbare Notwendigkeit ab, jegliches Profitstreben in der stationären Behandlung zu beenden und im Zweifel durch enteignende Maßnahmen zu gewährleisten, dass Einrichtungen des Gesundheitssystems zurück in die hoheitliche Verantwortung der Länder übertragen werden. 

Perspektivisch muss gesichert bleiben, dass jeder Bürger in Deutschland innerhalb von 15 Minuten in einem Krankenhaus sein kann – und in maximal 30 Kilometer Entfernung zumindest eine Klinik der Zentralversorgung mit fachmedizinischen Abteilungen erreicht. Bundespolitisch braucht es darüber hinaus eine Abwendung von der Subventionierung der privatwirtschaftlichen Gesundheitsanbieter und ein Eintreten für die krankheits- und personenindividuelle Bezahlung der tatsächlichen Aufwände von stationären Einrichtungen. Daneben ist die Überarbeitung der Personalverteilung, die attraktivere Berufsgestaltung, eine gesteigerte Entlohnung für Pflegekräfte und der Ausbau der sektorenübergreifenden Versorgung angezeigt.

Dennis Riehle - 09:19:56 @ Gesellschaft