Dennis Riehle

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31.01.2022

Selbsthilfeinitiative mahnt vor Burnout als Tsunami!

Pressemitteilung
Nach dem Geständnis von Fußball-Manager Eberl…

Der Fußball-Manager und jahrzehntelanges Gesicht des Vereins Borussia Mönchengladbach, Max Eberl, hat aufgrund einer psychovegetativen Erschöpfung seinen plötzlichen Rückzug aus der Branche bekanntgegeben und auf einer emotionalen Pressekonferenz viele Beobachter mit seinen Worten überrascht: Auffallend ehrlich ging Eberl mit seiner offenbaren Dekompensation um und bat um Verständnis für seine Lage. Er wolle erst einmal nichts mehr mit Fußball zu tun haben und sich vollständig aus der Situation herausnehmen, sagte der bekannte Spieler, der für Kontinuität gestanden hatte – und gerade deshalb bei vielen Fans und im Club mit seiner Flucht nach vorne für Aufsehen sorgt. Gleichsam kommt ihm Bewunderung für sein Bekenntnis zu seinem Ausgebranntsein zu, welches offenbar über längere Zeit hinweg entstand und durch die Corona-Pandemie verschlimmert wurde.

Damit steht Eberl nach Einschätzungen der Selbsthilfeinitiative Zwänge, Phobien und Depressionen stellvertretend für viele Menschen, die in der aktuellen Krisenzeit mit zunehmenden psychischen Beschwerden zu kämpfen haben und sich zwischen einer Über- und Unterforderung befinden. Stress durch das eigene Homeoffice und Homeschooling der Kinder, gleichsam fehlende soziale Kontakte und eine große Unsicherheit darüber, wie es weitergehen wird. All das schaukele sich mit der Zeit zu einer gefährlichen Mischung auf, meint der Leiter der Initiative, Dennis Riehle: „Die Notwendigkeit zum Multi-Tasking, gleichsam wenig Orientierung und Kontrolle und jeden Tag neue Regeln und Vorgaben – das ist Gift für den ansonsten von Natur aus auf Beständigkeit ausgerichteten Menschen“, so der 36-jährige Psychosoziale Berater, der gleichzeitig feststellt: „Oftmals entwickelt sich über einen gewissen Abstand hinweg eine zunehmende Entfremdung von den eigenen Interessen, Kontakten und der Arbeit. Die Verhaltensstruktur ändert sich und nicht selten wackelt auch die Emotionalität der Betroffenen. Ehe es irgendwann zum Zusammenbruch und der Katharsis kommt, ist es manchmal nicht nur für den Erkrankten eine Leidensstrecke, die auch die Angehörigen vor erhebliche Herausforderungen stellt, weil sie ebenfalls die Covid-19-Maßnahmen spüren und parallel die Familie zusammenhalten müssen. Während sich Manche in völlige Isolation begeben und damit dem Risiko eines Boreouts aus fehlender Abwechslung, Sinn und Tagesstruktur ausgesetzt sind, brechen die Burnout-Patienten zusammen und sehen sich einem Nervenzusammenbruch ausgesetzt. Danach muss darauf geachtet werden, dass der Übergang in die Depression nicht fließend ist“, erläutert Riehle als auch Betroffener, der aber wichtige Unterschiede nennt:

„Auch wenn wir Burnout und Depression in der Alltagssprache heute oftmals synonym verwenden, befinden sich dahinter doch deutlich abweichende Diagnosen: Typisch für das Burnout sind anfängliche Rastlosigkeit, Anspannung und nahezu eine Hypomanie, also eine kaum zu bremsende Aktivität, die vor allem den Beruf betrifft. Nachdem die Erschöpfung beim Ausgebranntsein zu einem der ersten Symptome gehört, ist sie bei der Depression eher sekundär. Beim Burnout zeigen sich wesentlich psychosomatische Beschwerden, während bei der Depression die Beeinträchtigung der affektiven Stimmungsfähigkeit ganz im Vordergrund steht – und damit vor allem negative, traurige und perspektivlose Gedanken“.

Gleichzeitig liege bei Depressionserkrankten über eine längere Episode eine bleierne Schwere über Körper und dem Gemüt, während sich die Emotionalität im Burnout-Prozess eher fluktuierend zeige: „Beim Ausgebranntsein bestehen noch diverse Gefühle von Unzufriedenheit, Verärgerung, Initiativlosigkeit und mangelnder Teilnahme bei gleichzeitigen Vorwürfen gegenüber anderen Mitmenschen und einem Depersonalisationsverhalten. Depressive Personen sind zermürbt, oftmals ohne Hoffnung und emotional wie im Agieren erheblich abgeflacht. Die Vielfalt an psychiatrischen Symptomen kann bis hin zu psychotischen Ansätzen reichen, körperliche Beschwerden kommen – wenn überhaupt – meist erst im späten Krankheitsverlauf dazu. Weinerlichkeit und Selbstvorwürfe prägen das Bild und werden von Resignation, Abstumpfung und Vernachlässigung des Ichs begleitet“, sagt Riehle, der ergänzt: „So weit muss es oftmals gar nicht kommen, wenn man selbst und die Angehörigen diese Frühwarnzeichen erkennen und dann rasch intervenieren. Bei Max Eberl scheint dies möglicherweise gelungen zu sein. Entsprechend wünschen wir ihm und allen, die von Burnout und Depression betroffen sind, wonach sie rasche Hilfe aufsuchen“.
So gibt auch die Mailberatung der Selbsthilfeinitiative eine niederschwellige Unterstützung, ermöglicht eine durchtragende und ergänzende Begleitung und Seelsorge und beantwortet Fragen zu Sozialleistungen, Schwerbehinderteneigenschaft, Erwerbsminderungsrente oder berufliche und medizinische Wiedereingliederung. Sie ist als ehrenamtliches Angebot für jeden Ratsuchenden kostenlos, kann aber keine medizinische oder psychotherapeutische Konsultation oder anwaltliche Sozialrechtsdienstleistung ersetzen, sondern versteht sich als zusätzliche Maßnahme, beispielsweise als Überbrückung oder Verstärkung der Versorgung.

Schlussendlich ruft Dennis Riehle auf, sich für eine psychische Erkrankung nicht zu schämen: „Das vorbildliche Outing von Max Eberl trägt hoffentlich dazu bei, dass das Burnout vor allem in der derzeitigen SARS-CoV-2-Krise in die Aufmerksamkeit rückt. Niemand kann etwas für dieses Leiden, viel eher kann es jeden von uns treffen. Und dann erwarten wir zurecht, dass unser Umfeld verständnisvoll reagiert und uns unter die Arme greift. Gleichsam braucht es noch viel Engagement, um die Entstigmatisierung voranzutreiben. Da ist solch ein Auftritt eines Fußballprofis natürlich ganz wichtig, weil er Vorbild ist und klarmacht, dass zum Leben auch Zerbrechlichkeit dazugehört“, so der Konstanzer, der sich mit der Selbsthilfeinitiative weiter für die Akzeptanz von Burnout- und Depressionserkrankungen stark machen möchte, gleichzeitig prognostiziert er: „Die Welle an psychischen Folgen der Pandemie ist noch weit auf dem Meer. Wenn sie im Hafen als Tsunami auf Land bricht, braucht es massive Intervention von Politik und Gesellschaft. Wir fordern daher die Reform der Bedarfsplanung für Psychotherapie-Plätze, den Ausbau psychologischer Beratungsstellen und eine stärkere Förderung von Selbsthilfeangeboten“. Die Selbsthilfeinitiative wird gleichsam mit ihren Dienstleistungen versuchen, einen Beitrag zur Gesundheitsförderung zu leisten und will Betroffenen und deren Angehörigen mit Rat zur Seite stehen: „Solch eine psychische Diagnose erfordert Rückhalt für den Erkrankten und Kräftigung für die gesamte Familie!“, sagt Riehle abschließend – und sieht sich durch die Nachfrage der Betroffenen bestätigt.

Kontakt: info@selbsthilfe-riehle.de

Dennis Riehle - 10:47:29 @ Gesundheit