FlatPress My FlatPress blog FlatPress Admin 2022 2022-01-24T17:04:17+00:00 Admin ~/ „Rund 60 Meldungen über neuralgische Impfkomplikationen aus der gesamten Bundesrepublik“ ~/?x=entry:entry220122-083135 2022-01-22T08:31:35+00:00 2022-01-22T08:31:35+00:00

Pressenotiz

Die Selbsthilfeinitiative zu Muskel-, Nerven- und Weichteilerkrankungen in Konstanz hat seit dem Beginn der Corona-Immunisierungen in Deutschland rund 60 Meldungen über vermeintliche Impfkomplikationen erhalten und teilt mit: „Bei 90 Prozent dieser Betroffenen dauern die Beschwerden über 3 Monate seit dem Pieks an. Sie sind daher wohl nicht mehr als gewöhnliche Impfreaktion, sondern als eine andauernde Komplikation zu betrachten. 32 Personen haben einen Antrag nach sozialem Entschädigungsrecht (Impfschutzgesetz) zur Anerkennung eines Impfschadens gestellt, weitere Personen haben zumindest über ihren Impfarzt das jeweils zuständige Gesundheitsamt informiert“, erklärt der Gruppenleiter Dennis Riehle, der selbst seit über sechs Monaten an einer andauernden Impfkomplikation leidet und ergänzt: „Bei mindestens acht Patienten ist von einem Guillain-Barré-Syndrom auszugehen, das höchstwahrscheinlich durch die Gabe der Covid-19-Vakzine entstanden sein dürfte.

Bei vier Personen kann eine chronisch inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie angenommen werden, die durch die Immunisierung demaskiert worden ist. Bei den restlichen Betroffenen liegen verschiedene Formen von Polyneuropathie vor, oftmals sensorisch begrenzt im Sinne einer Small-Fiber-Neuropathie, weniger häufig als sensomotorisch gemischte Polyneuropathie mit dem Leitsymptom eines brennenden Ganzkörperschmerzes als generalisierte Neuralgie, Parästhesien und gleichzeitig vorliegender Erschöpfung, Gelenksteifigkeit und Muskelschmerz. Bei vielen Erkrankten dürfte der Übergang zu einem Fibromyalgie-Syndrom fließend sein“, erläutert der 36-Jährige, der eine eigene Selbsthilfeinitiative zu Impfkomplikationen und Autoimmunreaktionen gestartet hat und nahezu jeden Tag Zuschriften von Menschen erhält, die insbesondere nach der Zweitimpfung fortbestehende Nebenwirkungen beobachten, die sich nicht – wie man es erwartungsgemäß annehmen würde – nach einigen Tagen oder wenigen Wochen zurückbilden.

„Trotzdem ist die Zahl der Impfkomplikationen derart gering, dass es fahrlässig wäre, generell von der Immunisierung abzuraten. Viel eher ist sie für gesunde und viele chronisch kranke Menschen ein wesentlicher Schutz vor einer schwerwiegenden SARS-CoV-Erkrankung. Allerdings tendiere ich dazu, gerade Personen mit bestimmten Vorerkrankungen zu einer gewissenhaften Abwägung vor den Immunisierungen zu ermutigen und sie zum Gespräch mit dem Impfarzt und behandelndem Haus- oder Facharzt aufzurufen. Denn ich fasse die Kontraindikationen für eine Impfung deutlich weiter, als es beispielsweise das RKI tut, von dem Betroffene wenig Unterstützung erfahren. „Die Fälle, die bei unserer Selbsthilfeinitiative bekannt werden, machen deutlich, dass vor allem Personen mit schweren Stoffwechselerkrankungen, rheumatischen Leiden, multisystemischen Schmerzsyndromen, neurologisch-progredienten Krankheiten und bei einer überschießenden Immunantwort bei früheren Immunisierungen, beispielsweise gegen Grippe, eine besondere Differenzierung vornehmen und die Impfung mit mehreren Ärzten unabhängig voneinander im Vorfeld besprechen sollten.

Es kann hilfreich sein, bei einer Impfkomplikation von einer schnellen Boosterung abzuraten und auf den letztendlichen ‚Tot-Impfstoff‘, der nach ‚Novavax‘ wohl im Sommer auf den Markt kommen dürfte, zu warten. Für Menschen mit bestehender Impfkomplikation darf es auch bei Einführung einer allgemeinen Impfpflicht keine Nachteile geben, sondern sie müssen mit einer medizinischen und verbindlichen Ausnahmegenehmigung ihres Arztes von einer Impfung zumindest temporär befreit werden“, sagt Riehle, der ergänzt: „Blickt man auf die Zahlen, so ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Impfkomplikation zu leiden, sehr gering. Sie rechtfertigt in keinem Fall pauschale Ängste und eine Ablehnung der Immunisierung. Viel eher wäre es hilfreich, wenn Politik und Medien offen mit dem Thema von Impfschäden umgehen und transparent darlegen würden, wie verschwindend niedrig die Quote der Menschen ist, die bei mittlerweile über 150 Millionen in Deutschland verabreichten Dosen an Vakzinen tatsächlich langanhaltende Komplikationen erleiden“, fügt Riehle abschließend an.

Schlimmer geht immer – besonders in der katholischen Kirche! ~/?x=entry:entry220121-060114 2022-01-21T06:01:14+00:00 2022-01-21T06:01:14+00:00

Leserbrief
zu: „Katholische Kirche am Tiefpunkt“, „Die Rheinpfalz“ vom 21.01.2022

Es scheint für viele Medien und Gläubige noch immer eine Überraschung zu sein: Die Nachrichten über sexuellen Missbrauch in der Kirche beschäftigen uns mittlerweile seit Jahren. Und trotzdem vermögen es viele Kleriker, noch Schäfchen, aber auch die Presse nicht zu begreifen: Wegschauen, Decken, Leugnen und Beschönigen gehört für christliche Würdenträger zum Alltag. 

Die gespielte Empörung und das Entsetzen nach den wiederkehrenden Veröffentlichungen von Gutachten und Erkenntnissen in der Aufarbeitung der Misshandlung von Schutzbefohlenen innerhalb der Kirche sind natürlich längst nicht mehr glaubwürdig, sondern Ausdruck einer wirklich hohen kriminellen Energie, die dazu taugt, Relativierungen voranzutreiben, welche die eklatanten Missstände in den Strukturen der Kurie und der katholischen Dogmatik kaschieren. 

Letztendlich ist es fadenscheinig, naiv und berechnend zugleich, immer wieder von Einzelfällen zu sprechen und sich zu rechtfertigen, dass man als Führungsperson nicht die Aufsicht über alle Geschehnisse haben konnte, die sich in den Kirchen vor Ort manifestiert hatten: Es sind unzählige Fälle von Erniedrigung, Nötigung und Verführung junger Menschen, die gegenüber Priestern in einem gefühlten Abhängigkeitsverhältnis standen und sich deshalb nicht zu wehren wussten. 

Insofern ist das Verhalten der Pfarrer besonders verwerflich, denn sie haben nicht nur Gewalt gegenüber ihnen Anvertrauten ausgeübt, sondern im Wissen um ihre Stellung ihre Obrigkeit ausgenutzt und zu einer Übermächtigkeit pervertiert, die von tiefster Unmenschlichkeit zeugt. Ihre Taten sind vollends verabscheuungswürdig, aber gleichsam nicht ohne Motiv und Ursprung, immerhin ist die unantastbare Hierarchie in der Kirche der Schutzraum für pädophile Neigung durch die verpflichtende, biblisch wie theologisch nicht erklärbare Enthaltsamkeit und den Größenwahn des Katholizismus als religiöse Weltanschauung, die exegetisch Platz für das Recht der Unterdrückung einräumt. 

Die unerschütterliche Loyalität im gesamten Apparat der Kirche verhindert jegliche Aufklärung. Gleichsam trägt die von Obsession geprägte Atmosphäre auch wesentlich dazu bei, dass Pfarrer mit psychischen Auffälligkeiten und eigenen Erfahrungen der sexuellen Ausbeutung in der Kindheit und einer hieraus nicht seltenen entstandenen Reifungskrise in der persönlichen Biografie keinesfalls in die Lage versetzt werden, sich diesem Trauma zu stellen, sondern gar angestachelt werden, sie zu unterdrücken. 

Die mittelalterliche Rückwärtsgewandtheit in der katholischen Werteorientierung fördert die Ohnmacht derjenigen, die sich im Teufelskreis der geschlechtlichen Desorientierung  befinden. Um zu einer wahrhaftig fruchtbaren Erneuerung zu gelangen, bedürfte es einer Reformation und eines Umbruchs der gesamten Glaubenslehre, die es aber nicht geben wird. Denn das Bewahrende war schon seit jeher ein Wesensmerkmal der Kirche – und sei sie von noch so schweren Krisen und Erschütterungen heimgesucht. 

Sie nimmt den Verlust von Ansehen und die immer schneller wachsenden Zahlen bei den Austritten um jeden Preis hin, damit eine Katharsis vermieden werden kann und gewachsene wie zementierte Gepflogenheiten bleiben dürfen. Die Kirche ist Rückzugsort für verirrte Seelen – ein Großteil von ihren stammt aus den eigenen Reihen.

Ehrenamtliche Unterstützung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Vereinen! ~/?x=entry:entry220120-061056 2022-01-20T06:10:56+00:00 2022-01-20T06:10:56+00:00

Pressenotiz

Die Landschaft an freiwilligem Engagement in Deutschland ist breit und groß. Gerade in Baden-Württemberg bringen sich zahlreiche Menschen unentgeltlich in verschiedenen Aufgaben ein. Viele Vereine, Initiativen und Zusammenschlüsse tun deshalb viel Gutes, oftmals erfährt die Öffentlichkeit von diesen wichtigen Werken aber kaum etwas. Denn gerade ehrenamtlich geführte Projekte haben zumeist nicht das Geld für eine professionelle Beratung, wie man geeignete Public Relations pflegt und für die Bevölkerung mit seinem Tun im Gespräch bleibt.

Der ausgebildete Journalist, PR-Fachkraft und Kommunikationsberater, Dennis Riehle, ist seit 2019 gesundheitsbedingt erwerbsunfähig – fördert seitdem aber ehrenamtlich die Pressearbeit von gemeinnützigen Vereinen, Organisationen und Verbänden, insbesondere aus dem Gesundheits- und Sozialbereich. Dabei unterstützt er vor allem bei der Erstellung von Pressemitteilungen, dem Anlegen und Pflegen eines Presseverteilers, bei der Erarbeitung von Konzepten zur strukturierten Öffentlichkeitsarbeit und in der Vermittlung an journalistische Kollegen und Anlaufstellen, die als Multiplikatoren für die Verbreitung und Veröffentlichung von Meldungen aus Vereinen und Initiativen fungieren und damit eine wichtige Schnittstelle sind.

„Viele ehrenamtliche Zusammenschlüsse zögern bei der PR, weil sie den Eindruck haben, Zeitungen und Hörfunk, Fernsehen und Internetmedien interessierten sich nicht für ihre Arbeit, obwohl sie jeden Tag einen unschätzbaren Beitrag für das Gemeinwohl leisten, der es allemal wert ist, dass die Bevölkerung davon Kenntnis bekommt“, erklärt der 36-Jährige, der um die Resignation von Vereinen weiß, die mit ihrer bisherigen Öffentlichkeitsarbeit nicht durchdringen und keine Beachtung finden konnten: „Gerade bei regional arbeitenden Organisationen scheint es oftmals frustran zu sein, wenn sich die lokale Presse nicht für ihr Wirken zu interessieren vermag“, so Riehle, der deshalb entschlossen hat, seine beruflichen Erfahrungen auch nach dem Ausscheiden aus dem Job weiterzugeben und damit wohltätigen Vereinen zu mehr Rampenlicht zu verhelfen und sich gleichzeitig für journalistische Zuwendung bei den Medien einzusetzen.

Riehle bietet also vor allem sozialen und gesundheitlichen Vereinigungen, freien Initiativen, Organisationen und Verbänden, die selbst weitgehend ehrenamtlich arbeiten und keine ausreichenden personellen oder finanziellen Mittel für eine strukturierte Öffentlichkeitsarbeit aufbringen können, kostenfreie Unterstützung und Beratung in der PR an und will die Akteure des Bürgerschaftlichen Engagements dadurch befähigen, ihre Pressearbeit auf neue und eigene Füße zu stellen und sich selbstbewusst an eine individuelle Konzeption für das Auftreten nach außen heranzuwagen und sie zu verwirklichen. „Ich verstehe mein Angebot als Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Riehle abschließend, der für interessierte Vereine und Initiativen unter der Mail-Adresse: Pressearbeit@Riehle-Dennis.de erreichbar ist. Seine Beratung konzentriert sich vor allem auf ehrenamtliche Institutionen am Bodensee und Hochrhein, kann gegebenenfalls aber auch von Organisationen aus einem größeren Radius unentgeltlich in Anspruch genommen werden.

Das typische Parteimodell schleift sich ab! ~/?x=entry:entry220118-082948 2022-01-18T08:29:48+00:00 2022-01-18T08:29:48+00:00

Leserbrief
zu: „Trend setzt sich fort: Immer mehr parteiferne Kandidaten übernehmen Rathäuser“, “Neue Osnabrücker Zeitung” vom 02.01.2022

Obwohl der neuen „Ampel-Regierung“ viele Vorschusslorbeeren verteilt wurden und in der Bevölkerung wieder mehr Vertrauen in die Politik zu herrschen scheint, sinken die Mitgliederzahlen einiger Parteien weiterhin beständig. Stattdessen bekommen die Bürgerbewegungen und unabhängigen Listen ebenso wie freie Kandidaten bei Wahlen und in Umfragen steigenden Zulauf. Dass Deutschland eine Koalition aus Rot-Grün-Gelb ins Amt hob, zeigt überdies deutlich, wonach sich viele Menschen ein Ende des Lager-Denkens wünschen und darauf setzen, dass sich politische Kräfte unterschiedlicher Couleur zu einem die bisherigen Ideologien übergreifenden Bündnis zusammenschließen. 

Die klassischen Denkweisen in Links und Rechts verlieren an Bedeutung, weil man nach Jahren des Stillstandes einen Aufbruch erhofft und dafür soziale, ökologische, bürgerliche, bewahrende und liberale Konzepte verbinden muss. Wenngleich dies im Augenblick noch durch das Miteinander von drei institutionellen Akteuren zu gelingen vermag, prognostiziere ich für das laufende Jahrzehnt eine zunehmende Entfremdung der Wählerschaft von den gewohnten Parteibindungen und eine Hinwendung zu strukturloseren Bürgerkooperationen und Einzelbewerbern. Sie können von jeglichem Fraktionszwang befreit eine Politik mit Charisma betreiben, bei der es um pragmatische Lösungen und weniger um Taktik oder Strategie geht. 

Zwar mögen solche Kandidaten auf den ersten Blick vielleicht weniger Verlässlichkeit verheißen, weil sie nicht an Parteiräson gebunden sind. Gerade in einer repräsentativen Demokratie stellt es aber eine wesentliche Chance dar, ein Mandat in eine Persönlichkeit zu setzen, die aus Lebenserfahrung, Bürgernähe, eigenem Willen, Vernunft und letztlich einer Programmatik entscheidet, welche sie frei festlegen und kommunizieren kann. Daher mag es dem Deutschen als Gewohnheitstier zuerst einmal unbehaglich sein, wenn er sich intensiver mit Konzepten und Visionen auseinandersetzen und sie vergleichen muss, statt auf ein Parteiprogramm bauen zu können, das sich oftmals nur noch in wenigen Details von dem einer anderen Kraft unterscheidet. 

Zudem wird dem Wähler damit künftig mehr politische Bildung und Information abverlangt. Elemente der direkten Demokratie zeigen in anderen Ländern aber, wonach Modelle der stärkeren Beteiligung zwar anspruchsvoller für die Menschen sein können. Sie genießen jedoch wachsende Beliebtheit, weil sich die Parteienlandschaft vielerorts abnutzt. Schlussendlich scheint eine Mehrheit bereit, den Preis für mehr Flexibilität zahlen zu wollen, damit Politik fortan von mehr Rationalität und weniger durch Kalkül geprägt sein wird.

Einladung zum Philosophischen Laienarbeitskreis ~/?x=entry:entry220116-053710 2022-01-16T05:37:10+00:00 2022-01-16T05:37:10+00:00

Pressenotiz

In Konstanz-Litzelstetten bildet sich derzeit ein Philosophischer Laienarbeitskreis. Der 36-jährige Dennis Riehle hat die Idee entworfen, nachdem er sich entsprechend weitergebildet hatte und danach eine Möglichkeit suchte, sich insbesondere nicht-wissenschaftlich und ganz offen über ethische Komplexe des Lebensalltags auszutauschen: „Gerade in schwierigen Zeiten befassen wir uns alle mit Philosophie, auch wenn wir es vielleicht gar nicht bewusst bemerken. So fordert beispielsweise die Corona-Pandemie eine Auseinandersetzung mit moralischen Gesichtspunkten“, betont Riehle, dessen Ansinnen es ist, dass sich langfristig ein Kreis von Interessierten im Konstanzer Vorort regelmäßig trifft und über nicht weniger als ganz existenzielle Fragen miteinander debattiert. Dabei ist stets der Respekt vor Meinungen, Ideen und Visionen Leitmotiv des Miteinanders, solange sie nicht extrem werden.

Es geht beispielsweise darum: Wozu leben wir eigentlich? Welchen Zweck erfüllt der Kosmos? Wo war der Anfang – und wo ist das Ende? Bedingen wir einander trotz des freien Willens? Hat unser Dasein überhaupt einen Sinn? Ist es gut, dass es die Endlichkeit gibt? Bringt Hoffnung Enttäuschung oder Mut? Was ist rechtens, wenn es ungerecht wird? Gibt es einen Gott? Und wenn ja, wofür brauchen wir ihn? Wie handeln wir „richtig“ – und in welchem Sinne sollte es sein? Welche Rolle nimmt der Mensch im Bauwerk der Welt ein? Wie gehen wir mit der Begrenztheit von Verstand und Tatsächlichkeit um? – Diese Aspekte begleiten uns und fordern uns nicht selten ein Ringen ab. Letztendlich kann der Austausch über derartige Abstraktheiten befreiend sein, auch wenn es keine pauschalen Ergebnisse geben kann. Vielmehr ist das Aussprechen und Aufschreiben von eigenen Antworten und das Lesen und Hören der Lösungsansätze von Anderen bereichernd, weil wir uns mit den Ungewissheiten und Unwägbarkeiten beschäftigt haben und nicht alleine mit ihnen dastehen. „Philosophie kann insofern erfüllend wirken“, sagt Riehle.

Aus Gründen der epidemischen Lage wird der Philosophische Laienarbeitskreis anfangs vor allem über eine Mailingliste diskutieren. Gerne sind auch Interessenten aus dem gesamten Umfeld von Konstanz hierzu eingeladen. Langfristige Ziele sind, den ethischen Dialog unter Laien zu fördern,  Antworten auf Fragen der Zeit zu formulieren, Stellungnahmen zu aktuellen Themen mit philosophischem Bezug zu publizieren, ein öffentlich-konstruktives Streitgespräch über die Gegenwart zu begleiten, Positionierung zu gesellschaftlichen Entwicklungen einzunehmen, moralische Einschätzung zu politischen und rechtlichen Entscheidungen abzugeben und Beiträge zum interkulturellen Dialog der Weltanschauungen zu leisten. Eingeladen ist jeder, der das Philosophieren als Hobby teilen möchte. Kontakt über Tel.: 07531/955401 (AB) oder per Mail: info@philosophischer-laienarbeitskreis.de.

"Online Familienzentrum" als ergänzendes Beratungsangebot ~/?x=entry:entry220116-052621 2022-01-16T05:26:21+00:00 2022-01-16T05:26:21+00:00

Pressenotiz

Nicht nur in Corona-Zeiten nehmen Konflikte in Familien zu: Durch „Home-Office“ und Schule von Zuhause sind Eltern und Kindern oftmals sehr häufig auf engem Raum beieinander, es fehlt an Abwechslung und Aktivitäten im Freien und schließlich mangelt es an Gesprächsthemen, wenn man den ganzen Tag nichts Anderes als die eigenen vier Wände sieht. Unabhängig von der Pandemie wird Familienleben in Deutschland ohnehin immer komplexer: Neue Formen des Zusammenlebens, angefangen bei „Patchwork“, fordern die traditionellen Strukturen heraus. Nicht selten müssen Fremde zusammenwachsen und mit Gefühlen wie Eifersucht, Neid und Einsamkeit umgehen. Häusliche Gewalt nahm in den letzten Jahren beständig zu, immer öfter kommt es zu Streitigkeiten innerhalb von Familien, weil Möglichkeiten des Ausgleichs fehlen, soziale und finanzielle Engpässe zu allseitiger Ernüchterung beitragen und die Ansprüche von Kindern und Eltern wachsen. Hinzu kommen Mobbing in der Schule, Stress bei der Arbeit oder gar traumatische Erlebnisse in der Erziehungsgeschichte. Familien warten oftmals zu lange, ehe sie aufkommende Probleme in ihrem System thematisieren und nach Veränderung suchen. Dabei kann eine moderierende Beratung ein wichtiges Ventil sein, um größere Auseinandersetzung zu vermeiden und miteinander nach entsprechenden Lösungen zu suchen, die nicht selten auf der Hand liegen, aber im Eifer des Gefechts nicht erkannt werden. Deshalb kann es unterstützend wirken, wenn ein Blick von außen Orientierung gibt und Tipps schenkt.

Dieser Aufgabe will sich der Professionelle Psychosoziale Berater Dennis Riehle aus Konstanz annehmen. Er hat sich zur Fachkraft für Familienzentren fortgebildet und nun das Portal „FamilienKnäuel“ gegründet, welches sich als eine Online-Anlaufstelle versteht. Zwar werden heute bereits in vielen Kindertagesstätten entsprechende Beratungsangebote unterbreitet. Letztlich stellen sie aber oftmals eine Hürde für Eltern dar, weil man sich mit häuslichen Problemen ungern an bekannte Personen wendet. Deshalb hat der 36-Jährige die Idee entwickelt, ratsuchenden Familien per Mail zur Seite zu stehen. Aus seiner Erfahrung ermöglicht diese niederschwellige Form der Kontaktaufnahme einen leichteren Umgang mit Schiefständen daheim, darüber hinaus kann die Auskunft „schwarz auf weiß“ erfolgen und ist somit aussagekräftiger und verbindlicher. Familien können sich per Mail mit den unterschiedlichsten Fragen an Riehle wenden, der 13 Jahre in eigener Praxis tätig war und seit 2019 Erziehungs- und Familienberatung ehrenamtlich anbietet. Themen, die vorgebracht werden können, sind beispielsweise Unstimmigkeiten in der Erziehung, Ausgrenzung in der Schule, Probleme am Arbeitsplatz, Hilfe bei Krankheit eines Familienmitglieds, Leistungen für Familien aus der Sozialhilfe, Schwierigkeiten durch die Pubertät, Ehesorgen, ungewollte Schwangerschaft, Trauma, Schicksale und Trauer, Verluste und Zukunftsängste etc., wobei keine Beratung nach Schwangerenkonfliktgesetz oder traumabezogene Fachberatung geboten wird. Stattdessen versteht sich das kostenfreie Familienzentrum als erster Knotenpunkt, von dem aus weitervermittelt werden kann. Psychologische Beratung, Seelsorge und Sozialpädagogische Unterstützung kann Riehle aufgrund seiner Qualifikation leisten. Wer unmittelbar Kontakt aufnehmen möchte, wendet sich per Mail an: info@familienknaeuel.de oder besucht www.familienknaeuel.de. Rechtsberatung ist ausgeschlossen, Verschwiegenheit wird allerdings zugesichert.

Weg mit dem politischen Korsett: ~/?x=entry:entry220113-071342 2022-01-13T07:13:42+00:00 2022-01-13T07:13:42+00:00

Pressemitteilung
Konstanzer Autor wird unabhängig…

Er war der Linkspartei mit seinen gesellschaftspolitischen Positionen und dem Pragmatismus in seinen außen- und friedenspolitischen Ansichten zu konservativ, musste zahlreiche Anfeindungen aus den westdeutschen Landesverbände der LINKEN gefallen lassen, die oftmals auch weiterhin in realsozialistischer Ideologie verhaftet sind. Doch nach persönlichen Hassbotschaften gegen seine Person hat der Konstanzer Autor Dennis Riehle die Partei nach jahrelanger Mitgliedschaft verlassen und umgehend zwei Angebote anderer Parteien erhalten. „Da die LINKE kein Anzeichen erkennen lässt, die Ursachen für das Desaster bei der Bundestagswahl aufzuarbeiten, habe ich mich nach einem intensiven Schriftwechsel mit dem Parteivorstand dazu entschlossen, meine durchaus enge Freundschaft mit den dortigen Genossen aufzugeben und mich politisch gesehen nochmals ganz neu zu orientieren“.

„Sowohl die Piratenpartei, aber auch die Partei der UNABHÄNGIGEN haben sich bei mir gemeldet und mir eine Mitgliedschaft angeboten. Nachdem man in erstgenannter Partei jedoch erkannt und entsprechend nachgeforscht hatte, wonach ich mit meinen Einschätzungen zum Lebensschutz, gegen die Cannabis-Legalisierung und für das traditionelle Bild der Ehe einstehe, legte man mir dann doch indirekt nahe, den Piraten nicht beizutreten“, erklärt der 36-Jährige, der nun die Einladung der Partei der unabhängigen Kandidaten angenommen und dort einen Mitgliedsantrag gestellt hat – der mittlerweile positiv beschieden wurde. Ich bin froh darüber, dass ich mit meiner Haltung, welche sich eben nicht einfach in eine Schublade packen lässt, eine neue politische Heimat gefunden zu haben, in der man mir unvoreingenommen und mit Interesse begegnet. Das macht Mut, wieder aktiv werden zu können“.

„Ich denke quer, bin aber kein Querdenker“, beschreibt Riehle sein ambivalentes Verhältnis zu den Parteien im deutschen Links-Rechts-Spektrum: „Es wird nie so sein, dass man in einer Partei mit allen Standpunkten konform geht. Doch wo es in politischen Kräften eines demokratischen Staates an Wertschätzung für andere Meinungen fehlt, kann ich eben auch nicht zugehörig sein“, erklärt der Psychosoziale Berater, der sich in der Vergangenheit lange für die Sozialdemokratie engagiert hatte. „Von den UNABHÄNGIGEN erhoffe ich mir nun, mich mit unterschiedlichen Sichtweisen einbringen zu können, die sich einzig am Grundgesetz, aber nicht an einer festzementierten Programmatik orientieren müssen, welche meist eine Parteiräson ermöglicht, die ich als freiheitlich denkender Mensch durchaus als ein Korsett erlebe, in dem es nicht vorgesehen scheint, ernsthaft vom Kurs abzuweichen“.

Riehle wird sich künftig vor allem über Petitionen am politischen Diskurs beteiligen und versuchen, bei den UNABHÄNGIGEN die inhaltliche und sachliche Debatte zu unterstützen: „Gesundheits- und Sozialpolitik waren stet meine Steckenpferde und die Bereiche, in denen ich mich aus beruflicher Erfahrung am besten auskenne. Gleichsam habe ich aber gerade auch zu familien-, innen- und rechtspolitischen, aber ebenso in verteidigungs- oder finanz- und wirtschaftspolitischen Fragen eine durchaus kontroverse Akzentuierung. Auch beim Klimaschutz sehe ich manche Dinge anders als die derzeitige Ampel-Koalition – und in der Debatte um eine Impfpflicht rate ich aufgrund einer anhaltenden Impfkomplikation, die ich derzeit in den Griff zu bekommen versuche, zu Bedacht und weniger Hektik“. Riehle sei klar, dass er politisch gesehen nicht immer einfach sei: „Aber ich stehe für meine Überzeugung ein!“.

Ein Ende des tiefen Falls ist nicht absehbar! ~/?x=entry:entry220113-053049 2022-01-13T05:30:49+00:00 2022-01-13T05:30:49+00:00

Leserbrief
zu: „Linke nominiert Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert“, „FAZ“ vom 10.01.2022

Der Artikel vermittelt Hoffnung, als ob DIE LINKE bereits am untersten Ende der Umfragen angelangt wäre. Darauf möchte ich aber eher nicht spekulieren – denn ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, dass der tiefste Punkt erreicht wäre. Im Gegenteil: Weiterhin liefert sich die Partei medienwirksame Auseinandersetzungen, zahlreiche prominente Austritte waren zu vernehmen und DIE LINKE produziert eigenverantwortliche Skandale, die nicht wirklich von Geschlossenheit zeugen, sondern dem Außenstehenden verdeutlichen, wonach es die Partei auch nach dem desaströsen Abschneiden am 26. September 2021 bis heute nicht vermochte, Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen. 

Das liegt sicherlich an manchen Personalien, aber auch an Schlagzeilen wie jene um Klaus Ernst, Sahra Wagenknecht und der Fraktionsspitze, die offenbar in Disharmonie zu anderen Bundestagsabgeordneten und einigen Mitgliedern des Parteivorstandes steht und einigermaßen selbstbewusst inhaltliche Vorgaben beschlossen hat, an denen weder die Mitglieder, noch die Entscheidungsgremien der Partei in irgendeiner Weise beteiligt waren. Ohnehin: Die vielversprochene Partizipation nach dem vernichtenden Ergebnis bei der Bundestagswahl scheint bis heute nicht wirklich in Gang gekommen zu sein, stattdessen will man im Karl-Liebknecht-Haus nun offenbar mit dem eigenen Bundepräsidenten-Kandidaten Trabert von den zahlreichen unbearbeiteten Baustellen in der Partei ablenken. 

Weiterhin ist man in der Führung der LINKEN nicht wirklich bereit, sich wieder auf Themen zu besinnen, die die bedürftigen und sozial schwachen Menschen als Kernklientel alltäglich beschäftigen. Das Theoretisieren über Gendersternchen, Abtreibung und Lifestyle vermittelt den Eindruck, als sei man in der Bedeutungslosigkeit verschwunden und von der Realität der Bürger völlig abgehoben. Der innerparteiliche Kommunikationsstil ist weiterhin derart angespannt, dass auch ich die Konsequenz gezogen und DIE LINKE als Mitglied verlassen habe. Die Flügelkämpfe sind so stark ausgeprägt, dass zwischen ostdeutschen Pragmatikern und westdeutschen Ideologen scharfe Töne fallen. 

Ein Einigungsprozess ist bislang nicht gelungen, viel eher scheint man über die Frage zur Regierungsbereitschaft tief zerstritten, außenpolitisch werden gravierende Pole sichtbar, die kaum miteinander verbunden werden können. Und nicht zuletzt fehlt es der Partei noch immer an einer Identität, nach einem Selbstverständnis sucht man vergebens. Denn in welche Richtung man künftig voranschreiten will, bleibt angesichts des notwendigen Spagats zwischen freiheitlichem Pragmatismus und sozialistischem Realismus komplett unklar. Zweifelhaft, ob es DIE LINKE jemals schaffen wird, die derzeit zumindest unüberbrückbaren Unterschiede in Philosophie und Weltanschauung einzelner Mitglieder oder ganzer Strukturen in der Partei zu überwinden und Geschlossenheit zeigen kann.

Was interessiert das Geschwätz von gestern... ~/?x=entry:entry220111-115808 2022-01-11T11:58:08+00:00 2022-01-11T11:58:08+00:00

Leserbrief
zu: „Lauterbach: Corona-Kurs nicht ursächlich für Zunahme psychischer Störungen“, Berliner Zeitung vom 11.01.2022

Er hat diejenigen, die im milderen Verlauf der Omikron-Variante einen möglichen Ausweg aus der Pandemie sehen, als „naiv“ bezeichnet. Nur wenige Stunden später sitzt Prof. Lauterbach in einer Talkshow und bestreitet einen Zusammenhang zwischen der Corona-Politik und den massiv ansteigenden Betroffenenzahlen psychischer Erkrankungen. Wer austeilt, muss auch einstecken. 

Insofern ist es durchaus berechtigt, den Anwurf der Blauäugigkeit postwendend an den Bundesgesundheitsminister zurückzugeben. Denn wer eine Korrelation zwischen wachsendem Vorkommen von Verstimmung, Ängsten und Zwängen einerseits und massiven sozialen Einschränkungen des öffentlichen Lebens andererseits leugnet, der muss sich bei gleichzeitiger Wortwahl gegenüber den Kritikern der eigenen politischen Strategie die Zuschreibung der Heuchlerei gefallen lassen. 

Die Amtsführung des ausgewiesenen Mediziners Lauterbach muss in den ersten Wochen seit Übernahme des Ministeriums insgesamt als unglaubwürdig bezeichnet und die Konzeption seiner Aussagen als wankelmütig betrachtet werden. Der Epidemiologe, welcher sich nur auf Studien verlässt und die Empirie und Evidenz in den Adelsstand erhebt, vermag sich wie ein Fähnchen im Wind zu drehen: 

Jeden Tag in einem neuen Medien vertreten, legt der SPD-Politiker stets nur jene wissenschaftlichen Erkenntnisse offen, die ihm in den Kram und seine jeweilige Verfassung passen. Von Optimismus oder Perspektive ist bei ihm überhaupt nichts zu erahnen, im Gegenteil: Möglicherweise fürchtet er sich davor, bei einer nachlassenden Dramatik der epidemischen Lage seltener vor den Fernsehkameras auftreten und an etwaiger Aufmerksamkeit verlieren zu können. Ich kann nicht erahnen, dass Herr Lauterbach schlussendlich an einer tatsächlichen Besserung der Situation interessiert ist. 

Seine Schwarzmalerei und die penetrante Rückweisung jeglicher Skepsis an seinem Kurs sind Ausdruck von einer stringenten Selbstüberschätzung und gleichsam eine Verweigerung zur Einsicht von offensichtlicher Realität. Gerade sein stets betontes Wissen um nahezu jedes neue Forschungsergebnis sollte ihm schon lange gezwitschert haben, dass Depression erwiesenermaßen ein Resultat von Isolation sein kann. Mit seinen Einlassungen verpasst der Minister allen Menschen, die in der Krise an seelischen Leiden erkranken, einen Schlag ins Gesicht. 

Statt sich vor das nächstbeste Mikrofon zu setzen, würde es ihm gut tun, endlich für mehr Psychotherapie-Plätze in Deutschland zu sorgen. Schlussendlich ist es ein Affront für Personen wie mich, die sich jeden Tag um Betroffene der psychischen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen kümmern, wenn Wirklichkeiten verharmlost und gerade von denen, die Wahrheit für sich beanspruchen, blind zurückgewiesen werden. Übrigens: Auch ein Politiker hat das Recht, eigene Fehler einzugestehen und umzudrehen…

Politische Eiszeit für Bedürftige ~/?x=entry:entry220111-081842 2022-01-11T08:18:42+00:00 2022-01-11T08:18:42+00:00

Leserbrief
zu: Weg vom „Gießkannenprinzip“ – die CDU steht vor der sozialpolitischen Wende, WELT vom 11.01.2022

Die CDU dürfte unter ihrem neuen Vorsitzenden Friedrich Merz vor allem in der Sozialpolitik eine massive Kehrtwende zu der Mitte-Links-Positionierung in dieser Frage durch die frühere Vorsitzende Angela Merkel und den aktuellen Parteichef Armin Lachet vollziehen und im Falle einer Wahl im Jahr 2025 erhebliche Einschnitte für bedürftige Menschen auf den Weg bringen. 

Während die neoliberalen Aspekte der FDP in der momentanen „Ampel“-Regierung durch SPD und Grüne zumindest soweit abgemildert werden konnten, dass die sozial Schwachen in diesem Land wenigstens nicht schlechter gestellt werden, steht es zu befürchten, dass eine Koalition unter Beteiligung der Christdemokraten wesentliche Reduktionen im Haushalt vornehmen wird, um ihre „Schwarze Null“ einhalten zu können. Und es ist nicht erkennbar, dass die neue CDU, welche Merz propagiert, die Arbeitslosen, Behinderten und Erwerbsgeminderten schonen wird. 

Ganz im Gegenteil: Die den künftigen Chef der Partei unterstützenden Flügel haben seit geraumer Zeit mit Forderungen nach tiefgreifenden Kürzungen im Sozialsystem auf sich aufmerksam gemacht. Mögliche Lockerungen für Bezieher eines rot-grün-gelben Bürgergeldes dürften unter einem Kanzler Merz zurückgenommen werden, das Fordern würde dem Fördern gegenüber wieder an deutlicher Überhand gewinnen. Das Weltbild von den Anhängern des als wirtschaftsfreundlich geltenden CDU-Politikers ist von der Westerwell’schen „Spätrömischen Dekadenz“ gezeichnet und versteht den erwerbslosen Menschen als jemanden, der nicht bereit ist, morgens früh aufzustehen und einen materiellen Beitrag für das Gemeinwohl zu leisten.

Stattdessen vermuten solch erzkonservative Strategen der Partei, dass wir als Wesen potenziell dazu geeignet seien, tagsüber auf dem Sofa zu bleiben, Alkohol zu konsumieren und zu faulenzen. Wer aber solch eine Grundeinstellung vertritt, tut mehr als 90 % der Mitbürger ohne Arbeit vollkommen unrecht und befördert ein polemisches Bild von Bedürftigkeit in Deutschland. Solidarität mit den Schwächsten, Unterstützung für eine Rückkehr ins gesellschaftliche Leben und einen Staat, der die Armen nicht als Feindbild betrachtet – all das bekommt man fortan nur noch mit einem Bündnis jenseits der CDU. Sollte sie an die Macht kommen, herrscht soziale Eiszeit.

Wie christlich geht es in evangelikalen Medienunternehmen zu? ~/?x=entry:entry220111-055905 2022-01-11T05:59:05+00:00 2022-01-11T05:59:05+00:00

Pressemitteilung

Der Konstanzer Autor Dennis Riehle bezeichnet sich als freigläubigen Christen. Und als Kommunikationsberater liegt es ihm nicht nur aufgrund seiner religiösen Einschätzung an einem fairen Miteinander unter allen Menschen, unabhängig ihrer weltanschaulichen Sichtweise. Doch nicht selten hören wir von Entgleisungen gerade derjenigen in unserem Land, die nach außen einen besonders hohen moralischen Anspruch stellen – und in Wahrheit ein ausgrenzendes, herablassendes und überhöhtes Dasein praktizieren. Diese Erfahrung musste der Journalist vom Bodensee nun eindrücklich selbst erfahren: „Man glaubt, in christlichen Medienunternehmen würde ein Leitbild geprägt und gelegt, das von Wertschätzung und Respekt getragen ist – wie es uns die Bibel eben lehrt“, so der 36-Jährige, der verschiedenen christlichen Zeitungen immer wieder Artikel liefert. Und es schien, als seien sie offensichtlich auch stets willkommen gewesen.

Doch nun erreichte ihn eine fehlgeleitete Mail aus der Führungsetage eines christlichen Medienhauses, die Inhalte über Riehle beinhaltete, aber wahrscheinlich nicht für ihn bestimmt gewesen sein dürfte, aber dennoch eine gewisse Mentalität offenbart, die so gar nicht mit dem Stil in Einklang zu bringen scheint, die man von solch einer gläubigen Institution erwarten würde: „Lieber auf die Blacklist? Oder laufen lassen? Mag ihn durch die Abbestellung nicht ‚vor den Kopf stoßen“‘, schrieb dort das Vorzimmer der Geschäftsführung – und machte damit authentisch deutlich, dass man mit kritischen und nachdenklichen Zuschriften gewöhnlicherweise wohl recht radikal umgeht – und sie letztlich einfach blockiert. Dass Journalisten täglich viele Mails erreichen, das weiß Riehle als PR-Fachkraft selbst. Und dass dabei auch viele Nachrichten sind, die auch einmal nerven, das ist völlig verständlich. „Doch dafür gibt es die Löschen-Taste, so der Autor, welcher in der offenbar ungewollt verschickten Nachricht aus dem Medienzentrum eine transparente und ehrlich Aussage darüber erkennt, wie wohl in vielen Pressehäusern des Landes mit unerbetenen Zusendungen umgegangen wird. „Wenngleich wir auch aus der Kirche eine große Scheinheiligkeit kennen, ist diese Mail doch ein Beweis dafür, dass man mit Meinungen, welche nicht in das eigene Weltbild passen, überaus strikt verfährt und sie aus dem Sinn schafft“.

Riehle besorgt diese Tendenz sehr: „Gerade in Zeiten, in denen wir darum wissen, dass manch gesellschaftliche Aufruhr auch aus Entrüstung über voreingenommene und einseitige Berichterstattung in der Presse befeuert wird, ist es doch ein Armutszeugnis, wenn sich Medien nicht einmal mehr mit unerwünschten Positionen auseinandersetzen wollen, sondern sie pauschal in den Spam-Ordner verfrachten möchten“. Sein Befremden über das Verhalten im konkreten Fall hat Riehle nun auch der Chefredaktion im dortigen Hause offen vorgetragen. „Natürlich war man beschämt, aber eher über die Tatsache, dass diese Mail an den falschen Empfänger gegangen ist. In der Sache habe ich wenig Einsichtsfähigkeit gespürt“, sagt Riehle, welcher sich davon aber nicht demotivieren lässt: „Ich weiß um sehr viele Presseeinrichtungen, die auch mit ungemütlichen Standpunkten souverän umgehen. Wer mich kennt, weiß dann doch, dass ich mich stets um ausgewogene Meinungsbeiträge bemühe und nicht meinen Groll in Leserzuschriften loswerden möchte. Deshalb bin ich gleichsam dankbar, dass es neben Medien, denen unabhängige Überzeugungen wohl ein Dorn im Auge sind, auch viele Pressevertreter gibt, die gerade solche Perspektiven dankbar entgegennehmen und sie als Grundlage für eine konstruktive und zielgeführte Diskussion und Auseinandersetzung nutzen“, meint Riehle.

ver.di in allen Lebenslagen? Ich habe Anderes erlebt… ~/?x=entry:entry220111-055831 2022-01-11T05:58:31+00:00 2022-01-11T05:58:31+00:00

Pressemitteilung

Der Konstanzer Dennis Riehle, der aufgrund einer gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit seit drei Jahren nicht mehr arbeiten kann, ist ein rundum sozialer Mensch. Er engagiert sich in der Psychosozialen Beratung, in Menschenrechtsorganisationen, parteilich und weltanschaulich.

Und nicht zuletzt ist er auch Mitglied in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), nachdem er auch darin einen Ort gesehen hat, an dem mit Beschäftigten in allen Lebenslagen fair und anerkennend umgegangen wird – auch dann, wenn sie aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und sich trotzdem weiterhin für den Gedanken des Zusammenschlusses der arbeitenden Klasse einsetzen möchten. Deshalb war es Riehle auch ein Anliegen, sich in den Reihen von ver.di für die Anliegen von erwerbslosen Menschen einzubringen – doch er ist damit gescheitert.

„Es wirkt auf mich überaus befremdlich, dass ich offenbar aufgrund meiner Erwerbsminderung von einer Fachgruppe zur nächsten verwiesen wurde. Als gelernter Journalist und Psychologischer Berater habe ich sowohl im Arbeitskreis zu Kultur und Medien, aber auch in jedem zu Gesundheit und Sozialpolitik eine Abfuhr erhalten. Mit meiner derzeitigen Lebenssituation passe ich nicht in deren Portfolio, teilte man mir mit. Und so bin ich von einem Kontakt zum anderen verschoben, doch letztlich in keinem der Fachkreise aufgenommen worden. Und das wiederholte Angebot, mich ehrenamtlich mit meinen Erfahren in der Sozialberatung engagieren zu wollen, liegt bei ver.di weiterhin in der Schublade. Schlussendlich muss man sagen: Da wollte mich niemand!“.

Für Riehle ist diese Erkenntnis bitter, denn er hatte damit gerechnet, dass eine Gewerkschaft auch gerade dann zu den Menschen steht, wenn sie sich in prekären Alltagssituationen befinden, beispielsweise krank oder behindert sind. Doch offenbar hat sich der 36-Jährige getäuscht: „Teilweise glich die Abweisung schon einem strukturierten Mobbing. Ich weiß nicht, ob ich damit der Einzige bin, der solch etwas innerhalb von ver.di erlebt hat. Aber erstaunlich ist es für eine der seit längstem bestehenden Bewegungen für sozial Schwache schon, dass man gerade für diejenigen keinen Platz sieht, die derzeit nicht arbeiten können. Da schwingt schon ein gewisser neoliberaler Hauch mit, den ich eigentlich von einer Gewerkschaft so nicht vor Augen habe“.

Riehle hat sich nach Aussagen wie „Da wenden Sie sich besser an einen anderen Fachbereich“, „Leider besteht für ehrenamtliches Engagement bei uns kein Bedarf“ oder „Das ist mit ihrem Lebenslauf durchaus schwierig, bei uns unterzukommen“ nun letztlich dazu entschlossen, Mitgliedschaft und Engagement für ver.di auf den Prüfstand zu stellen: „Ich empfinde die Erlebnisse in der Gewerkschaft durchaus als diskriminierend. Natürlich verstehe ich, dass sie sich in erster Linie für Menschen einsetzt, die im Arbeitsleben stehen. Eigentlich war ich aber doch davon ausgegangen, dass über solch einer geschichtsträchtigen Organisation und einem Gedankengut, dass schon Jahrhunderte überlebt und sich stets an alle gerichtet hat, die es im Beruf nicht immer leicht hatten und um ihre Rechte kämpfen mussten, ein gewisser Geist der Solidarität schwebt. Ich habe ihn leider nicht zu spüren bekommen, ganz im Gegenteil“.

"Viele haben es verpasst, sich eine psychische Resilienz aufzubauen!" ~/?x=entry:entry220108-055256 2022-01-08T05:52:56+00:00 2022-01-08T05:52:56+00:00

Pressemitteilung
Seelische Probleme in der Pandemie sind oftmals hausgemacht…

Die Selbsthilfeinitiative zu Zwangserkrankungen, Phobien und Depressionen im Landkreis Konstanz zieht Bilanz zum abgelaufenen 2021: Demnach seien laut Angaben des Gruppenleiters Dennis Riehle 70 Prozent mehr Anfragen von Ratsuchenden eingegangen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wobei sich die Steigerung insbesondere in der zweiten Jahreshälfte ergeben habe und aufgrund der thematischen Inhalte der Hilfsgesuche von einer überwiegenden Zahl an Zusammenhängen mit Auswirkungen der Corona-Pandemie auszugehen sei. Insgesamt gesehen, seien etwa die Hälfte der eingegangenen Beratungsersuchen (85 % per Mail, 10 % per Telefon und 5 % über Post) von Angehörigen gestellt worden. Hierbei handelte es sich in der überwiegenden Mehrheit um Eltern von minderjährigen Kindern, die aufgrund der lang andauernden Phasen von „Distance Learning“ zu rund zwei Drittel depressive Symptome, 20 % etwa Angststörungen und Zwangserkrankungen sowie restlich Persönlichkeits-, Verhaltens- und Impulskontrollstörungen aufgewiesen haben. Rund ein Viertel der weiteren Anliegen wurde von Verwandten vorgetragen, deren Nächsten bereits volljährig waren und Auffälligkeiten gezeigt haben, hier in der Überzahl depressive Symptomatiken. Die sonstigen 25 Prozent kamen von Betroffenen selbst, sagt Riehle.

In der Sache ging es bei etwa 40 Prozent der Anfragen um die Bitte, bei der Suche nach einem Therapieplatz zu unterstützen: „In der Corona-Pandemie haben wir eine weitere massive Zuspitzung der fehlenden Kassensitze erlebt. Die Politik hat eine grundlegende Reform der Bedarfsplanung bis heute verschlafen und stets nur kleine Stellschrauben gedreht, anstatt sich an einen großen Wurf zu wagen. Das rächt sich nun. Allerdings wissen auch viele Betroffene nicht um ihr Recht auf eine Psychotherapie – und welche Angebote und Ansprüche es gibt, über alternative Wege zu einer solchen zu gelangen“, erklärt Riehle, der seit über 23 Jahren selbst psychisch erkrankt ist und als Psychosozialer Berater qualifiziert und im Sozialrecht zertifiziert wurde. Zwanzig Prozent der eingegangenen Gesuche drehten sich um die Frage, wie eine Diagnose zustande kommen kann, welche Anzeichen für eine psychische Erkrankung sprechen und wie man als Angehöriger reagieren kann, wenn man Wesensveränderungen bei einem nahestehenden Menschen erkennt. Weitere 15 Prozent erkundigten sich nach den unterschiedlichen zugelassenen Therapieverfahren und medikamentösen Ansätzen der Behandlung und die restlichen 25 Prozent erbaten konkrete psychologische und seelsorgerliche Beratung und hatten Fragen zu Ansprüchen auf Schwerbehinderung, Erwerbsminderungsrente und Pflegeleistungen.

Riehle stellt fest: „Viele der Probleme sind hausgemacht, weil wir es verlernt haben, uns für schlechte Zeiten eine psychische Resilienz aufzubauen. Wir wissen heute nicht mehr, wie wir uns beschäftigen und ablenken können, wenn einmal soziale Kontakte eingeschränkt sind oder Phasen von Quarantäne und Lockdown herrschen. Seelische Widerstandskraft zu erlangen, scheint heute vielen Menschen nicht notwendig, weil sie trügerisch glauben, dass sie von mentalen Schwierigkeiten nicht heimgesucht werden“. Dabei gebe es viele Möglichkeiten zum Training für psychische Stabilität. „Wir sind heute träger denn je, was die Anpassung an neue und ungewohnte Situationen angeht. Gleichzeitig können wir kaum noch eine Minute entspannen, stattdessen muss dauernd Aktion herrschen. Und: Verzicht zu üben, das ist aktuell für viele eine Anmaßung, weil wir unserer Überflussgesellschaft gewohnt sind, grenzenlose Freiheiten ausüben zu können, während wir Demut und Rücksichtnahme zu unnötigen Tugenden erklärt haben“, befindet der 36-Jährige, und ergänzt zudem: „Wir müssen im sogenannten Betrieblichen Gesundheitsmanagement, an Volkshochschulen und auf niederschwelligen Wegen vermehrt Angebote unterbreiten, die sich mit der seelischen Fitness von Menschen auseinandersetzen. Dazu gehört auch ein kritisches Hinterfragen von eigenen Glaubenssätzen, denn nicht wenige von uns haben den Kompass für ein sinnerfülltes Leben aufgegeben, weil sie Achtsamkeit verpassen, sich oberflächliche Ziele setzen und in einer Ellenbogengesellschaft und digitalisierten Welt tatsächliche Freundschaften und tiefgehende Verbindungen mit Anderen verloren haben“.

Für das neue 2022 erkennt Riehle: „Die Welle auf dem Meer der seelischen Gesundheit unserer Bevölkerung befindet sich noch weit draußen. Ich erwarte jedoch, dass sie spätestens in der zweiten Jahreshälfte den Hafen erreichen wird und uns dann mit voller Wucht treffen wird“. Deshalb rät der erfahrene Gruppenleiter dazu, für die eigene Psychohygiene zu sorgen und sich entsprechend zu wappnen: „Nutzen wir die Auszeiten, die uns durch Covid-19 verordnet werden, doch einmal dazu, uns ganz individuelle Wege zu suchen, statt auf Partys und Discos nur eine schnelllebige Befriedigung unseres Spaßantriebs zu praktizieren, perspektivische und vor allem von Anderen unabhängige Freizeitgestaltung und Bestätigung zu suchen. Unser Selbstbewusstsein von heute ist nur auf den ersten Blick gewachsen. Tatsächlich aber bricht gerade in vielen Seelen das Gerüst der Eigenverantwortlichkeit zusammen, weil wir nur noch nach glitzerndem Ruhm und zweifelhafter Ehre Ausschau halten, statt auf echte Anerkennung durch das eigene Ich zu setzen. Daneben sollten wir überlegen, ob statt 100 Kontakten im Messenger-Dienst vielleicht fünf tatsächliche Beziehungen zu wichtigen Menschen nachhaltiger sind“, so Riehle abschließend.

Die Selbsthilfeinitiative ist überregional für Anfragen von Betroffenen, Angehörigen und Menschen, die eine psychische Auffälligkeit bei sich oder anderen entdecken und Fragen dazu haben sollten, jederzeit kostenfrei erreichbar (Mail: info@selbsthilfe-riehle.de oder auch Tel.: 07531/955401 – Anliegen bitte auf dem AB hinterlassen). Die Beratung ersetzt keine ärztliche, therapeutische oder heilkundliche Konsultation und kann auch lediglich eine allgemeine Sozialgesetzaufklärung ohne juristische Einzelfallprüfung bieten. Verschwiegenheit und Datenschutz werden garantiert. Der Kontakt eignet sich nicht für psychiatrische Notfälle!

Klerikale Anmaßung ~/?x=entry:entry220106-050930 2022-01-06T05:09:30+00:00 2022-01-06T05:09:30+00:00

Leserbrief
zu: Papst Franziskus kritisiert Paare, die keine Kinder bekommen wollen; WELT vom 06.01.2022

Die Zeiten, in denen sich die Kirche in das Privatleben von Menschen einzumischen vermochte, sind unzweifelhaft vorbei. Auch wenn es Papst Franziskus nicht wahrzunehmen vermag, ist auch der Katholizismus schon lange keine moralische Instanz mehr, der die Weltbevölkerung folgt – selbst unter den eigenen Anhängern dürfte die Zahl derjenigen stetig zurückgehen, die Rom noch als Autorität oder Maßstab für die eigene Alltagsführung anerkennt. 

Denn nicht nur der Umstand, dass die Dogmatik der Religionen für immer weniger Menschen überzeugend wirkt und als Orientierung in ethischen Belangen herhalten kann, macht sehr deutlich: Es obliegt sicherlich gerade nicht dem Pontifex, in Sachen Familienplanung weise Ratschläge zu geben. Ob sich ein Paar für Kinder entscheidet, ist ihre ureigenste Entscheidung, bei der sicherlich besonders der Zeigefinger aus dem Vatikan völlig obsolet erscheint. 

In welcher Form zwei Personen heute Verantwortung füreinander und gegenüber der Gesellschaft einnehmen, ist ihre Sache – rechthaberische Versuche, mit dem Bischofstab Eindruck zu schinden und das unterschwellige Gefühl zur Verpflichtung zu erzeugen, vor Gott und der Welt mit Nachwuchs für den Fortbestand der Erdenbevölkerung beizutragen und neues Leben zu schaffen, sind nicht nur vollends unangebracht und unnötig. Sie gehen auch an biblischer Lehrmeinung komplett vorbei. 

Schlussendlich hat der vermeintliche Vater im Himmel nämlich bereits in den ersten Büchern Mose deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er uns Geschöpfen umfassende Freiheit gewährt (z.B. Genesis 3,4-5). Dazu gehört nach meinem Verständnis auch ausdrücklich die Fähigkeit zur vernunftorientierten, differenzierten und vor allem höchstpersönlichen Abwägung über die Frage, inwieweit es die eigene Situation, der Wunsch und das Seelenbefinden zulassen, sich bewusst und in Überzeugung für Nachkommen auszusprechen. 

Pauschalurteile von christlichen Hirten sind in der Moderne übergriffig und aus der Zeit gefallen. Mit dem Ansinnen, Kompass sein zu wollen, vergrault Jorge Mario Bergoglio weitere Schäfchen. Nicht nur in deutschen Bistümern wird man es ihm danken!

Wo ist unser persönliches Bethlehem? ~/?x=entry:entry220103-144137 2022-01-03T14:41:37+00:00 2022-01-03T14:41:37+00:00

Leserbrief
zu: „Seelsorger:innen über die Jahreslosung 2022“, „evangelisch.de“ vom 02.01.2022

Es war zweifelsohne ein ambivalentes Weihnachten: Vielerorts hat die Floskel der „Stillen Nacht“ durch die Corona-Beschränkungen Wahrheitscharakter erhalten. Oftmals haben die unruhigen Proteste gegen die Politik das friedliche Fest lautstark durchbrochen. Und doch haben die meisten Menschen versucht, sich auch von der erneut ungewöhnlichen Situation nicht beirren zu lassen. Zweifelsohne wird auch 2022 nochmals Einiges von uns abverlangen. 

Wie gut, dass wir da noch die Worte von Friedrich Heinrich Ranke in den Ohren haben, der uns in seinem Kirchenlied „Herbei, o ihr Gläub’gen“ (EG 45/GL 143) aufruft, nach Bethlehem zu kommen. Das Reisen ist in Zeiten in einer Pandemie schwierig. Und wenn der Prophet den Berg nicht erreichen kann, muss es eben umgekehrt sein. Wo ist also unsere ganz persönliche Krippe, an der wir die Sorgen aus 2021, die Herausforderungen aus dem neuen Jahr ablegen können und darauf vertrauen dürfen, dass Gott sie in seinem Sohn annimmt? 

Wo steht der Stall in unserem Leben, den wir aufsuchen und in dem wir Nöte und Herausforderungen darzubringen vermögen? Welches ist der Ort, an dem wir uns besinnen und innehalten können? Schaffen wir uns ganz bewusst Wege, mit denen wir Kontakt zum Herrn aufnehmen können. Ob es das einkehrende Gebet ist, in dem wir unsere Gedanken übermitteln können. Ob es die Oasen-Momente der Auszeit sind, in denen wir wieder einmal zu uns finden und Abstand von aller Hektik, allem Trubel und dem Alltagsverdruss nehmen. Ob es die kleinen Dinge sind, die wir neu entdecken und die uns offenbar werden lassen, wie wertvoll unser Dasein ist. Ob es Freunde und Mitmenschen werden, welche wir in den nächsten Monaten wieder einmal hautnah aufsuchen, statt nur über Videochats mit ihnen zu kommunizieren.

Oder ob es ernstgemeinte Vorsätze sein mögen, vielleicht spiritueller oder seelsorgender Natur, mit denen wir uns etwas Gutes zu können – nicht das Ende vom Rauchen, viel mehr Sport oder weniger Arbeit, sondern Rituale und Methoden, die wir nicht nur zum Schein einhalten, um unser Gewissen zu erleichtern. Viel mehr braucht unsere Existenz nach diesen zerrütteten Wochen wieder Struktur und Halt, die wir nur mit bestätigenden und sinnstiftenden Formen der individuellen Erfüllung erreichen können. 

Fragen wir uns also, wohin uns der Stern lotst, wo unser ureigenes Bethlehem zu finden ist. Nehmen wir die Gelegenheit wahr, diesen Geburtsort als Sinnbild für einen Neustart unseres persönlichen Lebens zu begreifen. Nichts eignet sich besser als der Beginn eines Jahres, um sich glaub-würdige Gedanken darüber zu machen, welche Veränderungen tatsächlich notwendig und zielführend sind. Machen wir uns ehrlich mithilfe des Kindes dort in der Krippe, betrachten wir unser Hiersein mit seiner Unbeflecktheit, lassen wir los – und schaffen wir frische Perspektiven.