03.05.2022

Moderne Gesundheitsversorgung überwindet (Gemeinde-)Grenzen!

Kommentar
zu den Bürgerinformationsveranstaltung über die Zukunft der Krankenhausversorgung im Landkreis Konstanz

Nachdem weitgehende Einigkeit darüber herrscht, dass das Klinikum Konstanz als ein Standort des Gesundheitsverbundes erhalten bleiben dürfte, bleibt die Frage offen, ob ein weiteres Zentralkrankenhaus für den restlichen Landkreis im Hegau entstehen wird – am bisherigen Platz am Rande von Singen oder an einer gänzlich anderen Stelle.

Zwischen Radolfzell, Engen und Gottmadingen scheint viel möglich. Die Städte haben unterschiedliche Faktoren, die für eine Ansiedlung eines zweiten Kreiskrankenhauses sprechen würden. Von der Verkehrsanbindung von Radolfzell an die B33 und die Bahnlinie einerseits, die möglichen Freiflächen Richtung Hochrhein oder die Versorgungssicherheit für den nordwestlichen Kreis und die dortige Bevölkerung anderseits, die bisher längere Fahrtstrecken für eine stationäre Behandlung auf sich nehmen musste. Bestehende Infrastruktur am Hohentwiel würde wiederum den Singenern in die Hände spielen. Gleichzeitig sollte man aber auch nicht vergessen, dass das Gesundheitssystem als Ganzes im Wandel ist.

Sektorenübergreifende Behandlung und alternative Formen der Patientenabsicherung: Möglicherweise können einige Gemeinden im Landkreis zufrieden gestellt werden, indem man ihnen interdisziplinäre Versorgungszentren in Aussicht stellt und das Konzept von medizinischen Ambulanzeinrichtungen eröffnet, welche zumindest auch eine teilstationäre Behandlung sicherstellen könnten und daneben die elektive Therapie garantieren. Die Akutversorgung muss gewährleistet bleiben. Das heißt, dass jeder Bürger im Kreis Konstanz innerhalb von maximal 30 Minuten in ein Krankenhaus gebracht werden kann, das eine grundlegende Notfallbehandlung bietet und im Zweifel auch bei Staus und Verkehrsüberlastung zügig ansteuerbar ist. Natürlich muss über die Kreisgrenzen hinaus gedacht werden.

Auf eine etwaige Sicherstellung der Versorgung durch anliegende Schweizer Krankenhäuser dürfen wir nicht bauen, sie bleiben bei der Regelbetreuung für baden-württembergische Patienten unberücksichtigt. Gleichsam muss überlegt werden, inwieweit die Kooperation nach Tuttlingen, Sigmaringen, Donaueschingen und Waldshut intensiviert wird. Das bedeutet keinesfalls, dass sich Konstanz zulasten der anderen Landkreise zurücklehnen und sich auf deren medizinische Präsenz verlassen kann. Allerdings wird es fortan immer häufiger Synergien bedürfen, bestimmte Fachrichtungen und Abteilungen werden nicht mehr in allen Krankenhäusern im Südwesten bestehen bleiben. Die Zusammenarbeit mit anderen Häusern ist ein elementarer Bestandteil zukunftsfähiger Gesundheitsversorgung, die innovativ und ohne Scheuklappen zu denken ist. Keinesfalls darf der hiesige Verbund dem Zuspruch des Landessozialministers verfallen, der sich für einen Rückbau der

Kliniken in der Peripherie ausspricht und Einrichtungen mit geringer Bettenzahl offenbar schnellstmöglich schließen will. Dass das Radolfzeller Krankenhaus nicht mehr rentabel gewesen ist und daher dem Rotstift zum Opfer fällt, war weitgehend erwartbar. Trotzdem ist die Stadt als geografischer Mittelpunkt des Kreises weiterhin idealer Standplatz für eine Gesundheitseinrichtung, deren Ausgestaltung auch der Phantasie der Bürger überlassen bleibt. Insofern begrüße ich die Veranstaltungen zur Information der Bevölkerung, denn „Brainstorming“ kann angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Krankenhauslandschaft in ganz Deutschland steht, keinesfalls schaden. Vielmehr ist es Chance, bisher Unmögliches zu realisieren.

Dennis Riehle - 05:15:19 @ Kommunales

16.12.2021

Die Ersten werden die Letzten sein!

Leserbrief
zum Beschluss des Klimastrategiepapiers durch den Konstanzer Gemeinderat, SÜDKURIER Konstanz vom 27.11.2021

Der Umstand, dass die größte Stadt am Bodensee schon immer zu den Visionären gehört hat, machte Konstanz bereits als Vorreiter bei der Wahl eines „grünen“ Oberbürgermeisters deutlich. Und auch mit dem Ausruf des Klimanotstandes unterstrich man deutlich die ökologischen Ambitionen. Und während auf Bundesebene einer der reformorientiertesten Koalitionsverträge der jüngeren Geschichte auf den Weg gebracht wird, möchte man im Süden der Republik schon wieder meilenweit überholen: 

Bis 2035 will man klimaneutral sein, ein entsprechendes Strategiepapier hat der Gemeinderat auf Grundlage einer Empfehlung beschlossen, die selbst von Experten als schwer einzuhalten betrachtet wird. Und während sich vor allem die „Freie Grüne Liste“ über landesweite Schlagzeilen freut, bleiben beträchtliche Teile der Bevölkerung mit vielen Fragezeichen zurück: 

Wo soll der bewegungseingeschränkte Mensch, der aufgrund seiner Behinderung auf das Auto angewiesen ist und für einen Arzttermin in die Altstadt möchte, künftig einen Parkplatz finden? Wer kann wirklich garantieren, dass die berufstätige und alleinerziehen Mutter aus der Peripherie, die ihre Kinder zur Schule bringen und zur Arbeit in die Konstanzer City kommen muss, fortan ein ausreichendes ÖPNV-Angebot vorfinden wird? Und was macht der Hausbesitzer im Vorort, dessen Dachfläche für Photovoltaik ungeeignet ist und der in den kommenden Jahren nicht vom Fernwärmenetz erschlossen wird, wenn ihn Verordnungen und Preisdruck in die Armut treiben? 

Das Hau-Ruck-Verfahren von Teilen des Stadtrates ist ein selbstherrliches Ausnutzen der repräsentativen Demokratie, um Ideale durchzusetzen und persönliches Ansehen zu erzwingen. Während man noch vor einiger Zeit mit Bürgerbeteiligung prahlte, arbeiten und argumentieren nicht wenige Kommunalpolitiker heute an der Einwohnerschaft vorbei. Entscheidungen werden nicht mehr erklärt, sondern Schritt B vor A gegangen. In Berlin war jüngst davon die Rede, die Menschen „mitnehmen“ zu wollen. 

Dieses Credo beherzigen vor allem Konstanzer „Grüne“ derzeit beim besten Willen nicht. Absolutismus und Utopismus werden vor Pragmatismus und die Lebenswirklichkeit des Volkes gestellt. Mitsprache hat ausgedient, oligarchische Tendenzen schaden der Demokratie. Man mag im Klimaschutz der Erste werden; mit seiner Egomanie wird Konstanz partizipatorisch aber der Letzte sein.

Dennis Riehle - 09:27:15 @ Kommunales

Mehr Respekt vor der freien Entscheidung

Leserbrief
zu Äußerungen des Konstanzer Narrenpräsidenten Böhler über Impfskeptiker, „SÜDKURIER“ Konstanz vom 04.11.2021

Ich bin kein Impfgegner und auch kein Corona-Leugner. Dennoch steht für mich fest: Eine Immunisierung bleibt ein massiver Eingriff in den Organismus – und sie sollte deshalb wohlüberlegt sein. Weder ein Virologe, noch ein Gesundheitspolitiker oder ein Konstanzer Narrenpräsident sollten uns daher in unserer höchstpersönlichen Entscheidung beeinflussen. 

Als Betroffener einer seit fünf Monaten fortwährenden, vermeintlichen Wechselwirkung der Corona-Impfung unterstütze ich die Selbstbestimmung jedes Einzelnen in der Frage, ob man sich mit den bisher – verständlicherweise – auf Langzeitrisiken kaum untersuchten Vakzinen impfen lassen möchte. Es besteht in Deutschland glücklicherweise keine Pflicht dazu, deshalb bleibt es auch bei allen Personen, ob sie nun im Rampenlicht stehen oder nicht, ein absolut freiwilliger Entschluss. 

Es ist ohnehin verwerflich genug, mit welchen Maßnahmen bereits indirekt auf die ungeimpfte Bevölkerung Druck ausgeübt wird. Natürlich sollte sich jeder von uns seiner Solidarität gegenüber den Mitbürgern bewusst sein – und sich im eigenen, gleichsam aber auch im fremden Interesse schützen. Es hilft allerdings ebenso niemandem von uns, wenn auf absehbare Zeit immer mehr Menschen mit erheblichen Folgen der Immunisierung zu kämpfen haben. Schließlich ist nicht nur „Long-Covid“ ein Problem, sondern auch die fortdauernden Nebenwirkungen einer Injektion können zu manifesten Gesundheitsstörungen führen. 

Daher scheint für mich unbestritten, dass wir mehr Information über solche umgehend nach der Impfung auftretenden, aber möglicherweise langanhaltenden Effekte brauchen, um für Aufklärung und Transparenz zu sorgen. Denn nur dann kann Glaubwürdigkeit und Vertrauen geschaffen werden. Indem wir aber verschweigen, dass unerwünschte Wirkungen bleiben können (wozu kennen die Internationalen Diagnoserichtlinien eine Ziffer für Impfkomplikationen und warum sollte es ansonsten ein Soziales Entschädigungsrecht in Deutschland geben, das im Zweifel Impfgeschädigten hilft?), schaffen wir Unsicherheit – und werden deshalb auch keine Impfverweigerer überzeugen können. 

Vorbildhaft ist eben nicht nur derjenige, der den politischen und gesellschaftlichen Impfaufforderungen folgt – sondern auch jeder, der sich unter einer verständlichen, ernsthaften Abwägung aus freiem Willen gegen seine Immunisierung ausspricht.

Dennis Riehle - 09:23:14 @ Kommunales