Dennis Riehle

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02.11.2021

Wahrhaftigkeit oder Spiel?

Leserbrief
zur Forderung nach dem Einsatz von bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr, „FAZ“ vom 02.11.2021

Es hätte mich sehr gewundert, wenn der Befehlshaber für die Auslandseinsätze nicht irgendwann mit der Aussage auf sich aufmerksam gemacht hätte, wonach er für die Truppe bewaffnete Drohnen fordert. Deshalb ist seine aktuelle Einlassung wenig verwunderlich, aus pazifistischer Sicht aber gleichsam inakzeptabel. 

Wenngleich die Argumente mittlerweile ausgetauscht sein dürften, bleibt die ethische Frage gestellt. In Zeiten von nicht-analogen Konflikten muss sich die Menschheit ohnehin mit ganz grundsätzlichen Aspekten befassen: Sollen, können und dürfen wir alles, was möglich ist, auch tatsächlich umsetzen? Wann ist die Gefahr zu hoch, dass uns die menschenerschaffene Technik und Digitalisierung selbst übermannt? Und welche Grenzen des Transhumanismus dürfen wir allein aus moralischen Gründen nicht überschreiten, um uns vor den Folgen unseres eigenen Handelns zu bewahren? 

Würde diplomatische Völkerverständigung gelingen und die Vernunft des Menschen funktionieren, bräuchten wir uns um Kampfdrohnen keinerlei Gedanken machen. Doch allein das Beispiel der Atomkraft zeigt, dass Ideologien und Machtbestrebungen jeglichen Verstand außer Kraft setzen und zunächst für friedliche Verwendung gedachte Mittel zweckentfremdet werden. 

So ist es auch im aktuellen Beispiel: Diese fliegenden Objekte können für die Zivilisation eine wichtige Erleichterung bringen. Doch je weiter sich der Mensch von seiner Naturbeschaffenheit entfernt und zwischen den Urzustand und sich selbst immer weitere Mechanik setzt, umso mehr verliert er das Gespür für die Auswirkungen seines Agierens. 

Wer aus weiter Entfernung Drohnen lenken und mit einem einzelnen Knopfdruck Tod bringen kann, dürfte im Zweifel schon allein deshalb zum Waffengebrauch bereit sein, weil er vor dem Bildschirm jegliche Empfindung für die Realität verliert. Das machen Verhaltensbeobachtungen gerade bei jungen Personen, die unter exzessivem und nahezu suchtartigem Gaming leiden, überaus deutlich. 

Wir kommen dann nicht umhin, uns in eine Scheinwelt zu begeben und den Kontakt zur Wirklichkeit zu verlassen. Damit entfällt auch jegliches Gefühl der Sittlichkeit und der Respekt vor dem tatsächlichen Leben. Es wird auch dem erfahrenen Militär nicht gelingen, den nötigen Abstand zu wahren und die gebotene Zurückhaltung zu üben. Dafür würde es dem in der Einsatzzentrale sitzenden Bundeswehrangehörigen mithilfe der Idealisierung des Hybriden zu leicht gemacht, bei Bedarf den Gegner per Mausblick zu eliminieren. 

Unabhängig vom Faktum, dass gerade in einer flexibilisierten Zukunft der Dialog gegenüber einem vorschnellen Kriegseinsatz ohnehin an Bedeutung gewinnen muss und Gewalt als Mittel zur Lösung von Krisen geächtet werden sollte, wird die Wertegemeinschaft nicht umhinkommen, sich auf ihre Verantwortung zu besinnen und unser Dasein nicht zu einem Spiel verkommen zu lassen.

Dennis Riehle - 13:21 @ Politik