Dennis Riehle

  

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Offenes Schreiben an das Paul-Ehrlich-Institut
Ich bin kein Corona-Leugner und kein Impf-Gegner, ich will lediglich Transparenz!
Offener Brief_PEI_Mögliche Langzeitfolgen der Corona-Impfung.pdf (5.82KB)
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Liebe Besucher,


an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, in meinem Blog von mir verfasste Texte zu lesen. Darunter finden sich Pressemitteilungen, Leserbriefe und Standpunkte zu Themen der Zeit, kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie soziale und politische Meinungsbeiträge, die nicht den Anspruch erheben, in jedem Fall dem "Mainstream" zu entsprechen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie manche Beiträge nachdenklich machen oder gar Ihre eigene Gegendarstellung provozieren. Gerne können Sie mir deshalb auch Ihr Feedback unter Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de zukommen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!


Ihr Dennis Riehle


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13.10.2021

Zapfenstreich für Kriegseinsätze!

Kommentar

Der Große Zapfenstreich soll Ausdruck von Dankbarkeit, Respekt und Anerkennung für Geleistetes sein, was der Bundesrepublik Integrität und Ansehen verschafft hat. Doch gerade der Einsatz in Afghanistan ist kein leuchtendes Beispiel in der Geschichte unserer Bundeswehr. Vielmehr ist die Intervention in dem islamistisch geprägten Land eine Zäsur gewesen, die Zeit und Raum für eine Katharsis bietet – und sie nötig macht. Denn von den Eindrücken und in der Rückschau wohl mehrheitlich als Misserfolge zu wertenden Erfahrungen werden unsere Soldaten sicherlich noch lange verfolgt bleiben.

War deren Engagement für nichts? Angesichts des brutalen und gnadenlosen Vorrückens der Taliban, die ein instabiles Konstrukt von Rechtsstaatlichkeit in kürzester Zeit niedergezwungen und einen Hauch an Demokratie mit ihrem Einmarsch in Kabul zunichtegemacht haben, muss man attestieren, dass es zwar gelungen scheint, über 20 Jahre die Maske des Friedens über das Land zu stülpen. Doch die Gotteskrieger haben sie ihm in Windeseile heruntergerissen und lassen die unverdeckte und bloße Fratze des Terrorismus, der Unterdrückung und der Rückständigkeit in die Gesichter derjenigen blicken, die einst auf Befriedigung, Frauenrechte und Modernisierung gehofft hatten.

Weshalb nur war diese widerstandslose Rückkehr der Taliban möglich – und warum hielten die afghanischen Streitkräfte nicht dagegen? Offenkundig muss sich die westliche Gemeinschaft eingestehen, dass sich Staatsformen nicht aufoktroyieren lassen. Die Naivität der NATO-Soldaten wurde befeuert durch die Lobeshymnen ihrer Heimatländer. Dort verkaufte man den Krieg lange Zeit als wesentlichen Beitrag für Stabilität und Frieden. Übrig geblieben sind vor allem Enttäuschung und Resignation, denn die Werte, die auch deutsche Bundeswehrangehörige nach Afghanistan tragen wollten, haben scheinbar nicht verfangen.

Diese demütige Einsicht muss uns dazu bringen, die prinzipielle Frage nach der Sinnhaftigkeit von Auslandseinsätzen zu stellen. Immerhin scheint man sich angesichts des Ergebnisses jahrzehntelanger Mission zwar gewahr zu werden, dass man zwar aus Bündniszwang und dem Willen, „die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch zu verteidigen“, überhastet in den Notfalleinsatz gestartet ist. Die späteren Visionen von einer Demokratisierung hätte man ehrlicherweise  aber schon bald auf ihre Umsetzbarkeit überprüfen müssen und hätte sie daraufhin schon recht bald als Utopie erkennen können.

Ein planloses und zielfreies Einschreiten, Soldaten ohne eindeutige Aufgabe loszuschicken und im Zweifelsfall zu riskieren, dass die Bundeswehr in mehrfacher Hinsicht Rückschläge erleidet, das darf nicht noch einmal passieren. Denn das Risiko war selbst dem Laien bewusst, die menschlichen Verluste waren vermeidbar. Es brauchte keinen Krieg, das deutsche Manöver hatte gar einen märtyrerischen Charakter. Der Ein Großer Zapfenstreich mag einen sichtbaren Abschluss unter den Afghanistan-Einsatz ziehen. Die Aufarbeitung beginnt allerdings erst jetzt. Und zieht man eine transparente Konklusion, so täte die neue Bundesregierung gut daran, ein eindeutiges Zeichen des Pazifismus zu setzen.

Dazu zählt unter anderem die Hinterfragung der deutschen NATO-Mitgliedschaft und der Rückzug aller Truppen aus denjenigen Missionen, die keine eindeutige Friedensabsicht besitzen. Nicht nur beim Klima, den Finanzen oder im Wohnen braucht es einen Neustart. Auch die Außen- und Verteidigungspolitik müssen auf null gesetzt werden. Das christ- und sozialdemokratische Abnicken zum Militarismus muss durch Diplomatie ersetzt werden. Deutschland muss Neutralität ausrufen!

Dennis Riehle - 15:47 @ Gesellschaft