Dennis Riehle

  

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Offenes Schreiben an das Paul-Ehrlich-Institut
Ich bin kein Corona-Leugner und kein Impf-Gegner, ich will lediglich Transparenz!
Offener Brief_PEI_Mögliche Langzeitfolgen der Corona-Impfung.pdf (5.82KB)
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Liebe Besucher,


an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, in meinem Blog von mir verfasste Texte zu lesen. Darunter finden sich Pressemitteilungen, Leserbriefe und Standpunkte zu Themen der Zeit, kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie soziale und politische Meinungsbeiträge, die nicht den Anspruch erheben, in jedem Fall dem "Mainstream" zu entsprechen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie manche Beiträge nachdenklich machen oder gar Ihre eigene Gegendarstellung provozieren. Gerne können Sie mir deshalb auch Ihr Feedback unter Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de zukommen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!


Ihr Dennis Riehle


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Dennis Riehle

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17.07.2021

Gegen den Mainstream – aber ohne „ungarische Verhältnisse“…

Leserbrief
zu: „Kinder und Jugendliche vor Transgender-Hype schützen“, idea Spektrum 28/2021

Zweifelsohne: Wir leben in einer sexualisierten Gesellschaft, in der der Geschlechtsverkehr zur bloßen Sache verkommen ist und „Quickie“ und „One-Night-Stand“ einem verantwortungsvollen Miteinander zwischen Mann und Frau vorgezogen werden. Es scheint heute normal, völlig unbedarft ins „Date“ zu gehen und sich von Anfang an der Konsequenzen des eigenen Handelns nicht bewusst zu sein. Stattdessen stehen allein Spaß und Lust im Vordergrund. Abtreibungen werden zur Normalität, weil Frauen eingebläut wird, sexuelle Selbstbestimmung befreie sie von jeglicher Eigen- und Fremdverantwortung. Keiner denkt mehr nach, welch wertvolles Geschenk aus der Verschmelzung zweier Personen entstehen kann. Wir stumpfen ab – und degradieren werdendes Leben zu „Zellklumpen“. Und das alles nur, weil wir angeblich das Recht dazu haben – sagt zumindest die Emanzipation. Schlussendlich steigen die Zahlen an sexsüchtigen Menschen rasant, weil wir die Achtung vor Geschlechtlichkeit und Leidenschaft verloren haben. Wenn Sex zum Dauerbrenner wird, hat die Demut vor dem Sein verloren.

Gleichsam steht auch der Vormarsch der „genderfreundlichen“ Schreibe und Rede zurecht in der Kritik. Zeitgeistige Tendenzen werden nicht dadurch besser, dass sie von einer konformitätspolitischen Minderzahl zu angeblich progressiven Zwecken missbraucht werden. In der Abwägung komme ich zum eindeutigen Schluss, dass selbst die durch Studien nachgewiesenen Effekte einer geschlechtergerechten Ausdrucksweise in Wort und Schrift nicht darüber hinwegtäuschen können, dass eine Verramschung der deutschen Sprache zum sozialen Unfrieden in der Bevölkerung beiträgt. Das zeigen nicht nur Umfragen, bei denen selbst Frauen angeben, dass das Thema für sie kaum eine Rolle spielt. Denn die Erschwernis von Doppelpunkt, „Binnen-I“ und Gendersternchen beim Lesen und Artikulieren steht in keinem Verhältnis zum angeblichen Gros, wonach eine solche Fasson langfristig bildenden, sensibilisierenden und lehrenden Charakter habe. Jahrhunderte prägte das generische Maskulinum unser Vokabular. Die Empörung daran hielt sich in Grenzen. Wollen wir eine Spaltung riskieren, weil der Mainstream uns „Political Correctness“ diktiert? Schlussendlich gehört es nämlich auch zu unserer Staatsform dazu, dass die Unterlegenen den Willen der Überzahl zumindest akzeptieren und respektieren – ohne „Diskriminierung“ zu schreien.

Doch trotz manch hehrer Ziele möchte ich der „Demo für alle“ in ihrer aktuellen Verlautbarung widersprechen: Unbestritten schaffen es Teile unserer Gesellschaft immer wieder, sich als Minorität in den Vordergrund zu spielen. Eindeutig kritisiere ich als bekennender Homosexueller deren Drang zu Überheblichkeit, denn es darf nicht sein, dass einzelne „Communitys“ permanent die Karte der Benachteiligung spielen, während die objektive Realität mittlerweile eine ganz andere Lebenswirklichkeit einstiger „Randgruppen“ darstellt. Eine in immer weitere Partikularinteressen gespaltene Nation ist irgendwann nicht mehr regierbar, weil das Credo von „aller Macht den Minderheiten“ unserem demokratischen Rechtsstaat, in dem letztlich die Mehrheiten gewinnen, eklatant zuwiderläuft. Dennoch glaube ich aber, dass wir Menschen Unrecht tun, die in Fragen der sexuellen Identität weiterhin in einer Findungsphase sind, wenn wir vom „Transgender-Hype“ sprechen. Es hat ein ungarisches „G’schmäckle“, wenn das Aktionsbündnis Ehe und Familie nun davor warnt, dass unsere Jüngsten davor geschützt werden müssten, möglicherweise eine Kongruenz aufoktroyiert zu bekommen, die sie scheinbar nicht möchten. Selbstredend brauchen sie Orientierung, denn ihr Entscheidungsprozess hängt bisweilen erheblich vom Gesellschaftsumfeld ab, welchem sie angehören. Und nicht zuletzt sind es heute die Medien, die Trends transportieren und Meinung formen. Daher verstehe ich zwar, dass sich manche Bürger um die unabhängige Aufklärung der Kleinsten sorgen, nachdem das digitale Bild der Öffentlichkeit von Übertreibung und Überbewertung gekennzeichnet ist – und nicht die wirklichen Mehrheitsverhältnisse darstellt, die die sexuelle Zusammensetzung der Bevölkerung spiegeln. Dennoch gehört Transsexualität heute als Teil unserer Wertegemeinschaft zum Alltag dazu. Uns es wäre fatal, wenn wir denjenigen Jugendlichen, die sich sexuell zurechtfinden müssen, durch ein Totschweigen der Transidentität die Möglichkeit nehmen, sich über Diversität zu informieren und sie als einen denkbaren Lebensentwurf für sich zu erkennen. Die Würde jedes Einzelnen macht es erforderlich, dass wir Pluralismus abbilden – ohne seine Tatsächlichkeit zu verzerren. Insofern will ich nicht davon sprechen, dass wir um Transgenderismus ein Tamtam veranstalten. Stattdessen braucht es Wertschätzung für die Vielfalt ohne Tabus, jedoch gern mit Maß und Mitte.

DennisRiehle - 07:43 @ Gesellschaft