Dennis Riehle

  

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Offenes Schreiben an das Paul-Ehrlich-Institut
Ich bin kein Corona-Leugner und kein Impf-Gegner, ich will lediglich Transparenz!
Offener Brief_PEI_Mögliche Langzeitfolgen der Corona-Impfung.pdf (5.82KB)
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Liebe Besucher,


an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, in meinem Blog von mir verfasste Texte zu lesen. Darunter finden sich Pressemitteilungen, Leserbriefe und Standpunkte zu Themen der Zeit, kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie soziale und politische Meinungsbeiträge, die nicht den Anspruch erheben, in jedem Fall dem "Mainstream" zu entsprechen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie manche Beiträge nachdenklich machen oder gar Ihre eigene Gegendarstellung provozieren. Gerne können Sie mir deshalb auch Ihr Feedback unter Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de zukommen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!


Ihr Dennis Riehle


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05.07.2021

Fatale Verquickung

Kommentar
zur medialen Berichterstattung über das Gewaltverbrechen in Würzburg

Es war wieder ein Moment, von dem es bereits so viele zuvor gab – und selbst die seriöse Presse hat bis heute Schwierigkeiten, bei diesem Thema eine differenzierte Berichterstattung zu ermöglichen: Kaum war der Attentäter von Würzburg überwältigt, berichteten Reporter, es könne sich um einen Amoklauf gehandelt haben – und: Der Mann war in psychiatrischer Behandlung! 

Wer derart unverantwortlich zwei Tatsachen in einem Atemzug nennt, trägt bewusst oder ungewollt zu einem Bild von seelisch kranken Menschen bei, das sie als potenziell gewalttätig, gefährlich oder sogar terroristisch erscheinen lässt. Es liegt wesentlich an der medialen Darstellung, weshalb in der Bevölkerung die Empfindung wächst, wonach psychische Störungen unmittelbar dazu beitragen würden, dass Betroffene zu Tätern werden. 

Dabei lassen sich diese Wahrnehmungen nicht einmal durch die Statistik untermauern, eher im Gegenteil: Die übergroße Mehrheit von Verbrechen werden von seelisch gesunden Menschen begangen, doch dieser Umstand ist den meisten Journalisten keine Erwähnung wert. Viel eher muss man manchen Reportern den Vorwurf machen, dass sie allein aus der Chance zu einer Dramatisierung besonders dann von Gewalttaten berichten, wenn sie von einem psychisch Auffälligen begangen wurden. 

Dies führt zu einer massiven Verzerrung der gesellschaftlichen Bewertung von seelisch Kranken, die letztlich zu einer verstärkten Stigmatisierung dieser Menschen beiträgt. Ich selbst bin seit 1998 an diversen Seelenleiden erkrankt und habe nicht zuletzt aufgrund gleichsetzender Aussagen von Reportern, die sich übrigens auch nicht mit dem Pressekodex in Einklang bringen lassen, nach Jahren erfolgreicher Antidiskriminierungsarbeit den Eindruck, als würde sich die Öffentlichkeit in Sachen Respekt und Toleranz gegenüber psychisch Kranken erneut rückwärts bewegen. 

Vorurteile entstehen durch übermittelte Gefühle, Generalisierungen und fehlende oder einseitige Bildung. Insofern kommt gerade der medialen Welt eine hohe Verantwortung zu, weil sie mittlerweile nicht mehr nur selbst informieren sollte, sondern gleichsam den „Fake News“ der sozialen Medien fundierte Erkenntnisse entgegensetzen muss. Dementsprechend ist es beispielsweise von größter Bedeutung, einzelne Schlagzeilen eindeutig voneinander zu separieren, wenn zwischen ihnen (noch) kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden konnte. 

Immerhin sind andernfalls Pauschalisierungen das Ergebnis von ungenauem Journalismus, der gerade in solch prekären Situationen wie einem Gewaltverbrechen auf seine berufsbedingte Neugier und den Hang zum Skandalisieren verzichten sollte. Letztlich scheint vielen Kollegen bei der Presse die Tragweite ihres Handelns oftmals nicht bewusst. Sie sind in vielen Fällen Meinungsbildner – und daher zur besonderen Sorgfalt in der Wortwahl und bei Vergleichen angehalten. 

Denn unter der Maßgabe, dass – nach unterschiedlichen Angaben – jeder vierte Bürger in Deutschland zumindest einmal in seinem Leben von einer psychischen Erkrankung heimgesucht wird, sollte auch Medienschaffenden in ihrer Arbeit verdeutlichen, dass allfällige Schablonisierungen zu einem Generalverdacht führen, der für friedliebende Mitmenschen mit einer seelischen Störung nicht nur Ausgrenzung und Benachteiligung zu bedeuten vermag, sondern gleichsam in Diffamierungen am Arbeitsplatz, im Ausschluss aus der Familie und in sozialer Isolation enden kann. 

Schließlich wird Sensibilisierung und Aufklärung über psychische Gesundheit ad absurdum getrieben, wenn der „vierten Gewalt“ im Land das feinfühlige Bewusstsein zu einer abgestuften Übermittlung voneinander unabhängiger Vermutungen fehlt. Daher mein Appell: Weniger Sensationsgier, dafür mehr Trennschärfe!

DennisRiehle - 21:00 @ Presse