Dennis Riehle

  

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Offenes Schreiben an das Paul-Ehrlich-Institut
Ich bin kein Corona-Leugner und kein Impf-Gegner, ich will lediglich Transparenz!
Offener Brief_PEI_Mögliche Langzeitfolgen der Corona-Impfung.pdf (5.82KB)
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an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, in meinem Blog von mir verfasste Texte zu lesen. Darunter finden sich Pressemitteilungen, Leserbriefe und Standpunkte zu Themen der Zeit, kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie soziale und politische Meinungsbeiträge, die nicht den Anspruch erheben, in jedem Fall dem "Mainstream" zu entsprechen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie manche Beiträge nachdenklich machen oder gar Ihre eigene Gegendarstellung provozieren. Gerne können Sie mir deshalb auch Ihr Feedback unter Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de zukommen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!


Ihr Dennis Riehle


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19.06.2021

Das ganze Leben ist ein „Zoom“…

Leserbrief

Wissenschaftler beschreiben es bereits als „Zoom-Fatigue“ – und meinen damit nichts Anderes als die Erschöpfung aus der Vielzahl von täglichen Videokonferenzen. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben wir alle das scheinbar unkomplizierte Kommunikationsmittel entdeckt, mit dem nahezu jedes persönliche Zusammenkommen unnötig wird. Doch der Schein trügt: In einer Studie wurde mittlerweile sogar bestätigt, dass die Menschen durch „Zoom“ und Co. derart ermüden, dass der Videochat sogar zu seelischen Konsequenzen führt. 

Das hat einerseits mit der erhöhten Konzentrationsbereitschaft zu tun, die gefordert ist, wenn man über lange Zeit auf einen Monitor mit kleinen Kacheln blickt. Gleichsam wird uns damit eine hohe Aufmerksamkeit abgerungen, die unsere Energiespeicher deutlich schneller schrumpfen lässt, als würden wir uns real gegenübersitzen. Geboren, um zu „zoomen“? – So mag man vielleicht angesichts der vielen Stunden fragen, die für Videokonferenzen draufgehen und uns eine Menge Lebenszeit stehlen. Immer häufiger höre ich, dass „Zoom“ und seine Kollegen mittlerweile noch die einzige Alternative seien, um sich wenigstens bedingt austauschen zu können. Bei diesen Aussagen denke ich an die Zeit vor „Corona“, als Videochats noch seltener waren. 

Während mich der Eindruck beschleicht, wonach man heute wegen jeder Kleinigkeit eine digitale Konferenz einberuft, waren die Hürden für das zwischenmenschliche Zusammenkommen vor der Pandemie noch deutlich höher gesteckt. Da überlegte man sich doppelt, ob sich die wenigen Gesprächspunkte lohnen, um von der Couch aufzustehen, in der Kälte zum Büro zu laufen und anschließend völlig übermüdet den Weg nach Hause anzutreten. Nachdem wir mittlerweile die Chance haben, vom eigenen Home-Office aus mit aller Welt zu kommunizieren, sind die Schranken deutlich gesunken, völlig kurzfristig eine Konferenz einzuberufen. Was sich noch vor ein oder zwei Jahren rasch per Mail erledigen ließ, bespricht man heute gerne in ausufernden Videochats, deren Effektivität nicht nur von Psychologen angezweifelt wird. 

Ja, ich bin ob der zunehmenden Zahl an Videogesprächen nicht nur ermattet, sondern stehe nahezu vor einem BurnOut. Im Augenblick könnte ich locker an zehn „Zoom“-Konferenzen pro Tag teilnehmen. Doch Sinn macht das auf keinen Fall. Denn blicke ich auf die Ergebnisse, dann wird deutlich: Die Sitzungen per Video dauern deutlich länger als der persönliche Austausch – und der Output ist im Vergleich deutlich bescheidener. In der Wirtschaft würde man attestieren, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht stimmt. 

Dauerhaft schädigt dieser Missstand unsere Gesundheit, denn wer vor lauter Konferenzen die Teilnahme am realen Leben verpasst (und sei es im Augenblick noch so eingeschränkt), der läuft Gefahr, irgendwann auszubrennen. Für Menschen wie mich, die unter Sozialphobie leiden, vermag die „Zoomerei“ zusätzliche Belastungen mit sich bringen: Erstaunlicherweise fällt mir die “Präsentation“ meiner Person auf digitalem Wege schwerer, als wenn ich den Gesprächspartnern unmittelbar gegenübersitzen würde. 

Das hat sicherlich auch mit der begrenzten Möglichkeit des Interagierens zu tun, denn wir wissen, dass Emotion, Empathie und Gefühlsreaktionen über die Kamera nur schwer zu übertragen sind. Gleichsam fehlt es an Chancen, auf Gesagtes direkt eingehen und es im Zweifel persönlich zurechtrücken zu können. Spontanität fällt vor der Linse schwerer als im realen Angesicht. Letztlich hat meine Überforderung auch etwas mit der  Angst vor der Technik zu tun – und dem Umstand, dass mich Videokonferenzen besonders deshalb anstrengen, weil ich befürchte, mit der modernen Entwicklung nicht mehr mithalten zu können. Schlussendlich deprimiert mich der Gedanke, als vergleichsweise junger Mensch abgehängt zu sein. Dabei weiß ich nicht einmal, ob ich mich für meine „Zoom“-Scheu schämen muss. 

Immerhin haben uns bereits die Sozialen Medien eine Unmenge an kostbarer Lebensqualität gekostet, nun kommen die Videokonferenzen hinzu. Letztlich hoffe ich, dass der Trend zum digitalen Austausch ein coronabedingtes Phänomen bleibt und wir danach entsprechend darauf verzichten können, für jede Belanglosigkeit die versammelte Mannschaft vor die Mattscheibe zu trommeln.

DennisRiehle - 07:15 @ Soziales, Gesellschaft