FlatPress My FlatPress blog FlatPress Admin 2021 2021-10-25T22:38:10+00:00 Admin ~/ Verständliche Skepsis ~/?x=entry:entry211025-093213 2021-10-25T09:32:13+00:00 2021-10-25T09:32:13+00:00

Leserbrief
zu „‘Langzeitfolgen‘ verstehen viele falsch“, „FOCUS“ vom 25.10.2021

Zweifelsohne orientieren sich nicht nur junge Menschen auch heutzutage an Prominenten und deren Verhalten. Unter dieser Feststellung vermag es nachvollziehbar zu sein, dass sich manche Politiker und Funktionäre dafür einsetzen, wonach auch Fußballspieler gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich den Pieks gegen „Corona“ setzen lassen sollten. 

Eine Impfung bleibt aber ein massiver Eingriff in den Organismus – und sie sollte deshalb wohlüberlegt sein. Weder Bayerns Innenminister Herrmann, noch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach oder der ehemalige FC-Bayern-Boss Rummenigge können und dürfen Kimmich in seiner höchstpersönlichen Entscheidung beeinflussen. 

Als Betroffener einer anhaltenden Impf-Komplikation nach der Immunisierung gegen „Covid-19“ unterstütze ich die Selbstbestimmung jedes Einzelnen in der Frage, ob man sich mit den bisher – verständlicherweise – auf Langzeitrisiken kaum untersuchten Vakzinen impfen lassen möchte. Es besteht in Deutschland glücklicherweise keine Pflicht dazu, deshalb bleibt es auch bei Personen, die im Rampenlicht stehen, ein absolut freiwilliger Entschluss. 

Es ist ohnehin verwerflich genug, mit welchen Maßnahmen bereits indirekt auf die ungeimpfte Bevölkerung Druck ausgeübt wird. Natürlich sollte sich jeder von uns seiner Solidarität gegenüber den Mitbürgern bewusst sein – und sich im eigenen, gleichsam aber auch im fremden Interesse schützen. Es hilft allerdings ebenso niemandem von uns, wenn auf absehbare Zeit immer mehr Menschen mit erheblichen Folgen der Immunisierung zu kämpfen haben. 

Schließlich ist nicht nur „Long-Covid“ ein Problem, sondern auch die fortdauernden Nebenwirkungen einer Injektion können zu manifesten Gesundheitsstörungen führen. Daher scheint für mich unbestritten, dass wir mehr Information über solche umgehend nach der Impfung auftretenden, aber möglicherweise langanhaltenden, irreversiblen Effekte brauchen, um für Aufklärung und Transparenz zu sorgen. Denn nur dann kann Glaubwürdigkeit und Vertrauen geschaffen werden. 

Indem wir aber verschweigen, dass unerwünschte Wirkungen auch perspektivisch möglich sind, schaffen wir Unsicherheit – und werden deshalb auch Kimmich zu Recht nicht überzeugen können. Vorbildhaft ist eben nicht nur derjenige, der den politischen und gesellschaftlichen Impfaufforderungen folgt – sondern auch jeder, der sich unter einer verständlichen, ernsthaften Abwägung aus freiem Willen gegen seine Immunisierung ausspricht.

Keine Meinungsfreiheit für „ständige Autoren“? ~/?x=entry:entry211022-071555 2021-10-22T07:15:55+00:00 2021-10-22T07:15:55+00:00

Pressenotiz
Kritik am Bodensee-Onlineportal „SeeMoZ“

Mit Erstaunen reagiert der Konstanzer Journalist Dennis Riehle auf eine Entscheidung der Redaktion des selbsternannten „widerborstigen“ Online-Portals www.seemoz.de, wonach „ständige Autoren“, die regelmäßige Beiträge zur Veröffentlichung auf der mittlerweile rund um den Bodensee bekannten Webadresse liefern, nicht mehr befugt sind, ihre Sicht zu Artikeln anderer Publizisten auf der Website wiederzugeben.

Der 36-Jährige hatte sich wiederholt gewundert, dass seine auf der Nachrichtenseite in das Textformular eingegebenen Kommentare zu Beiträgen aus anderer Feder nicht mehr freigeschaltet wurden, sondern im „Nirvana“ verschwanden. „Nun habe ich SeeMoZ kontaktiert und erhielt beiläufig die Information, dass man sich intern einig darüber geworden sei, wonach ehrenamtliche Mitarbeitende, die wiederkehrend eigene Artikel an das Portal senden, nicht mehr berechtigt sind, Meinungen zu Publikationen der anderen Schreibenden abzugeben“.

Für Riehle, der selbst als Journalist ausgebildet ist, wirkt dieser Beschluss befremdlich: „Natürlich ist es gerade bei großen Zeitungen gängige Praxis, wonach Redakteure keine Leserbriefe in den eigenen Medien veröffentlichen sollen – auch wenn sie sich zu einem Thema äußern, das sie selbst gar nicht behandelt haben“, erklärt er – und ergänzt: „Aus presseethischer Sicht sehe ich allerdings keinerlei Veranlassung, weshalb in einem regionalen Webportal Autoren von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen werden sollen“.

Riehle, der als gelernte PR-Fachkraft und Kommunikationsberater mit den journalistischen Grundsätzen gut vertraut ist, bewertet diese Aktion von „SeeMoZ“ als eine „Zensur“, denn es liegt nach seiner Einschätzung keine stichhaltige Begründung vor, weshalb die Meinungsfreiheit von mitarbeitenden Redakteuren eingeschränkt werden solle.

Ohnehin zeigt sich Riehle verwundert darüber, wonach diese Neuregelung ihm als „ständigem Autor“ erst auf Nachhaken bekanntgemacht wurde: „Für ein demokratisches Medium gehört es sich, dass solch schwerwiegenden Eingriffe in die Grundrechte mit den Betroffenen besprochen werden und nicht über deren Köpfe hinweg entschieden werden“.

Riehle hat mit sofortiger Wirkung seine ehrenamtliche Autorentätigkeit für das Portal beendet. „Leider hat mich SeeMoZ so auch als Leser verloren, denn ich will kein Medium unterstützen, das derart verantwortungslos mit einem Bürgerrecht umgeht“.

Dennis Riehle

Enttäuschung über Reaktion aus der Deutschen Friedensgesellschaft ~/?x=entry:entry211022-071506 2021-10-22T07:15:06+00:00 2021-10-22T07:15:06+00:00

Pressemitteilung
„Wer kann denn schon bestimmen, wie Pazifismus auszusehen hat?“

Konstanz. Mit Befremden reagiert der 36-jährige Konstanzer Journalist, Dennis Riehle, der sich seit jeher politisch einbringt, auf Aussagen in der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinte KriegsdienstgegnerInnen e.V. (DFG-VK) zu seinen Äußerungen anlässlich des Großen Zapfenstreichs zum Abschluss des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. Unter anderem kritisierte ein namhafter Vertreter des Vereins, dass sich Riehle in seinen Einlassungen zu verständnisvoll für die Sichtweise der Soldaten gezeigt habe. Auch sein Versuch einer differenzierten Aufarbeitung der politischen Fehler wurde von Seiten des DFG-Mitgliedes angeprangert, weil die Politik von Beginn an grundsätzlich unrichtig gewesen sei. Der Einordnung Riehles, wonach man heute demütiger auf den zurückliegenden Einsatz blicke, wurde ebenso widersprochen wie der Meinung, dass Deutschland im Rahmen seiner Mitgliedschaft im NATO-Bündnis zur Intervention am Hindukusch gezwungen worden sei. Nicht zuletzt wird Riehles Sicht zurückgewiesen, wonach friedensbeabsichtigende Einsätze der Bundeswehr auch künftig noch gebraucht würden. Die Anregung Riehles, wonach sich Deutschland stärker auf eine Neutralität besinnen solle, fand beim DFG-Repräsentanten ebenfalls keinerlei Zustimmung. Insgesamt attestierte man Riehle, dass seine Haltung aus „pazifistisch-antimilitaristischer Sicht“ an einigen Stellen falsch sei und damit „insgesamt ungeeignet“, „jedenfalls konträr zu wesentlichen Grundsätzen der DFG-VK“.

Dennis Riehle entgegnete nun: „Ich bin Kritik gegenüber offen und jederzeit dankbar dafür. Doch im vorliegenden Fall handelt sich nicht um einen konstruktiven Beitrag zum Austausch seitens der DFG-VK, sondern um eine pauschale Infragestellung meiner friedenspolitischen Gesinnung. Es wirkt auf mich überaus irritierend, wenn eine Person oder Organisation für sich eine Wahrheit zu beanspruchen vermag, wie Pazifismus denn nun auszusehen hat. Derartige Absolutismen laufen der Meinungsfreiheit leider zutiefst zuwider. Ich empfinde es als übergriffig und anmaßend, wenn mit einem vernichtenden Fundamentalurteil über meine friedensliebende Weltanschauung befunden wird. Es ist leider ein Phänomen unserer Zeit, dass man mancherorts glaubt, die alleinige Weisheit für sich reklamieren zu können. Solche Entwicklungen enttäuschen und beunruhigen mich schon“, so Riehle, der weiterhin ergänzt: „Für mich ist es bedauerlich und erschreckend zugleich, dass in der Friedensgesellschaft für meine pragmatischen Standpunkte offenbar kein Platz ist. Mir ist es stets wichtig, einen möglichst umfassenden Eindruck von einer Situation zu gewinnen. Deshalb kommt es für mich nicht in Frage, in Pauschalisierungen zu denken. Das Scheitern am Hindukusch kann man unzweifelhaft verleugnen. Dennoch erscheint es mir wenig hilfreich, destruktiv auf den Versäumnissen herumzureiten, statt eine zukunftsgewandte Außen- und Verteidigungspolitik mitzugestalten. Natürlich braucht es Aufarbeitung, ideologische Festsetzungen machen Veränderungen aber obsolet, denn sie sind in ihrer Generalisierung rückwärtsgewandt. Ja, wir brauchen ein neues Verständnis von Konfliktlösung und humanitärer Hilfe. Das werden wir aber kaum dadurch erreichen, indem wir uns mit Extrempositionen ins Abseits aller internationalen Dialoge stellen“, sagt Riehle, der hofft, dass die von einem Einzelmitglied geäußerte Auffassung nicht für den gesamten Verein steht. „Ich würde mich freuen, wenn ich aus der Friedensgesellschaft ein Zeichen bekommen würde, dass auch meine Position wertgeschätzt und willkommen ist“. Der Konstanzer will davon auch seine weitere Mitgliedschaft in der DFG-VK abhängig machen.

Dennis Riehle

Die beständige Angst vor den potentiellen „Verfassungsfeinden“ ~/?x=entry:entry211022-071218 2021-10-22T07:12:18+00:00 2021-10-22T07:12:18+00:00

Kommentar
Warum immer mehr Parteien Neumitglieder durchleuchten…

Im Zuge der Recherche für einen Artikel habe ich mir die Mühe gemacht, insgesamt 15 Parteien aus dem politischen Spektrum in Deutschland mit der Frage anzuschreiben, wie sie aktuell mit interessierten Neumitgliedern umgehen. Wiederholt war ich von Personen aus meinem Umkreis kontaktiert worden, die sich verstört gezeigt hatten, dass sie nach der Einreichung des Mitgliedsantrags bei einer Partei darüber informiert wurden, wonach ein Videochat oder Telefonat mit einem Vorstandsmitglied oder einer seit langem der politischen Kraft zugehörigen Person durchgeführt werden müsse, ehe die Aufnahme erfolgen könne.

Von den angefragten Parteien antworteten demnach auch acht mit der klaren Aussage, dass man sich „zunächst ein Bild darüber machen“ müsse, ob der Anwerber mit der Verfassung der Bundesrepublik konformgehe. Drei weitere Gruppierungen teilten mit, dass zumindest die Rechte des Neumitglieds für eine bestimmte Zeit nach dem Eintritt beschränkt seien (während die Beitragspflicht aber voll greife), um die „Übernahme durch fremde Kräfte“ zu verhindern. Die anderen vier Gruppierungen äußerten, dass in ihrem Mitgliedsantrag obligatorisch abgefragt werde, welche Parteimitgliedschaft bereits bestand. Auch müsse eine Konformitätserklärung abgegeben werden.

Ehrlich gesagt: Für mich klingt das schon fast wie eine Verschwörungstheorie! Selbstverständlich sollte man in Zeiten, in denen in manch einer Partei auch schon einmal ein Mitglied mit rechtsradikaler Vergangenheit auftaucht oder einst auf „Querdenker“-Demonstrationen mitgelaufen ist, besonders genau hinschauen, wer sich für eine Zugehörigkeit bewirbt. Doch ist es verhältnismäßig, wenn politische Gruppierungen ihre möglichen Neumitglieder nahezu „filzen“ und ihnen schon fast vorurteilhaft unterstellen, eventuell gar nicht auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen?

Und überhaupt: Wer definiert eigentlich, ob ein Mensch „verfassungstreu“ denkt und handelt? Es ist durchaus bizarr, dass sich Parteien diese Urteilskraft herausnehmen und ihre Mitgliederschaft damit „sieben“. Natürlich will man von Anfang an verhindern, dass sich Querulanten und Denunzianten in der eigenen Partei einnisten. Doch kann es im demokratischen Sinne sein, wenn politische Gruppierungen ihre Anhänger derart selektieren, dass Menschen mit bestimmten Überzeugungen überhaupt nicht mehr Parteimitglied werden können?

Dürfen sich politische Parteien wie im Gemischtwarenladen aussuchen, wer das Privileg erhält, in die eigenen Reihen hinzustoßen zu dürfen? Angesichts der umfangreichen Befugnisse, Möglichkeiten der Einflussnahme und politischen Mitbestimmung, welche den politischen Parteien in Deutschland zu Recht zuteilwerden, halte ich es für überaus bedenklich, wenn immer mehr von ihnen dazu übergehen, jedem Anwerber um eine Mitgliedschaft eine Skepsis entgegenzubringen, die letztlich attestiert, dass wir einander nicht mehr vertrauen.

Dieser gesellschaftliche Befund ist für mich erschreckend – und er zeigt deutlich, wie unsicher unsere Menschenkenntnis geworden ist. Dass Politik immer mehr von denjenigen gestaltet wird, die ausgewählt und damit auf ihre ideologische und programmatische Geradlinigkeit geprüft wurden, ist eine beklemmende Entwicklung, die die politische Meinungsvielfalt zu verletzen droht und nicht zuletzt dem Zeitgeist und Einheitsgemenge dieser Tage kritisch gegenüberstehende Personen von politischer Teilhabe ausgrenzt. Parteien existieren nicht zum Selbstzweck, sondern sind ein Instrument der Partizipation, das jedem Bürger zugänglich gemacht werden sollte…

Eine getriebene Generation! ~/?x=entry:entry211021-125207 2021-10-21T12:52:07+00:00 2021-10-21T12:52:07+00:00

Leserbrief
zu: „Grüne Jugend kritisiert Stand der Ampel-Gespräche zum Klimaschutz“, „WELT“ vom 21.10.2021

Ich bin zweifelsohne dafür, dass jeder von uns den eigenen Lebensstil auf Nachhaltigkeit überprüft. Wir können viele Ressourcen einsparen, doch sollten wir uns von einer ideologischen Verkrampfung lösen, Deutschland könne mit einer neuen Bundesregierung und deren Maßnahmen für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels sorgen. 

Unbestritten ist der anthropologische Anteil am Klimawandel, dennoch fehlen mir bis heute über die Modellrechnungen und empirischen Daten hinausgehende Belege dafür, wonach eindeutig Zusammenhänge zwischen CO2-Ausstoß und der perspektivischen Veränderung unseres Wetters bestehen. Vergessen wird allzu oft, dass evolutionsbedingte Schwankungen schon seit jeher existieren, Verschiebungen des Golfstroms Anteil an der künftigen Temperaturentwicklung nehmen werden und die mehrheitlichen Emissionen weder aus Autos oder Kohlekraftwerken, sondern vor allem durch Kühe entstehen. Und warum wir reflexartig aus der Kernenergie aussteigen mussten, um nun zu erkennen, dass wir ohne den Zukauf von Atomstrom aus maroden Meilern im Ausland nicht auskommen werden, erschließt sich mir ebenfalls nicht. 

Auch die aktuell von der „Grünen Jugend“ geäußerte Kritik an den Sondierungsergebnissen der „Ampel“-Koalitionäre setzt ausschließlich auf Schuldgefühle: Der Mensch ist in ihren Augen alleiniger Verantwortlicher für die Zunahme extremer Naturereignisse und wird mit der moralischen Keule massiv unter Druck gesetzt, durch panikartige Reaktionen gegen ein Phänomen zu wirken, auf das wir nach meiner Einschätzung eben nur bedingt Einfluss haben. 

Die Diskussion um Maßnahmen zur Abwehr des Klimawandels verdrängt jedwede Debatte über die Lösung praktischer Probleme der Gegenwart, die insbesondere im Sozialen zu finden sind. Der Absolutheitsanspruch der Umweltbewegung ist durch nichts gerechtfertigt. Als vergleichsweise junger Mitbürger ist auch mir die Zukunft unseres Planeten nicht egal. Aber ich habe ein Problem damit, wenn eine nahezu schon religiös anmutende Weltanschauung einer ganzen Generation Naivität befördert und Verblendung verursacht. Ich sorge mich, wenn mit Angst Politik gemacht wird. 

Schlussendlich wäre es rationaler, auf manch gottgegebene Wirklichkeit mit Anpassung zu reagieren, statt unendlich viel Kraft, Zeit und Geld in einen Kampf zu investieren, den wir überhaupt nicht gewinnen können.