Dennis Riehle

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an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, in meinem Blog von mir verfasste Texte zu lesen. Darunter finden sich Pressemitteilungen, Leserbriefe und Standpunkte zu Themen der Zeit, kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie soziale und politische Meinungsbeiträge, die nicht den Anspruch erheben, in jedem Fall dem "Mainstream" zu entsprechen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie manche Beiträge nachdenklich machen oder gar Ihre eigene Gegendarstellung provozieren. Gerne können Sie mir deshalb auch Ihr Feedback unter Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de zukommen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!


Ihr Dennis Riehle


V.i.S.d.P. für diesen Blog:

Dennis Riehle

Martin-Schleyer-Str. 27

78465 Konstanz

Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de



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05.08.2022

Ehrenamtliche Beratungsstelle hilft bei Wiedereingliederung nach Gefängnisaufenthalt

Pressenotiz
Leiter der Psychosozialen Sprechstunde Konstanz betrachtet Strafvollzug des 21. Jahrhunderts kritisch

Die Psychosoziale Sprechstunde in Konstanz hat in der ersten Jahreshälfte 2022 insgesamt 12 Personen beraten, die straffällig geworden waren und nach Gefängnisaufenthalt oder Verurteilung eine Wiedereingliederung versuchten. Wie der Leiter des ehrenamtlichen Angebots, Dennis Riehle, in einer entsprechenden Aussendung feststellt, ging es vor allem um Fragen nach Anspruch auf Sozialleistungen, Unterstützung bei der Wohnungssuche, Rückkehr in den Arbeitsmarkt und seelische Probleme.

Der Psychologische, Sozial- und Integrationsberater beschreibt die oftmals großen Herausforderungen für Menschen nach einer Haft- oder Bewährungsstrafe: „Weiterhin bleiben Betroffene diskriminiert und stigmatisiert. Mit einem solchen Eintrag im Lebenslauf lässt es sich gerade im Beruf nur schwer Fuß fassen. Und auch die persönlichen Kontakte zu Freunden und Angehörigen sind nicht selten abgebrochen, es findet eine Entfremdung und häufig eine Zurückweisung statt, was die straffällig Gewordenen in eine zusätzliche Belastungssituation führt, in der sie Unterstützung und psychischen Beistand benötigen. Gerade Haftentlassene sind durch den Gefängnisaufenthalt wiederkehrend traumatisiert und haben enorme Schwierigkeiten, sich zu resozialisieren. Insofern muss man im 21. Jahrhundert durchaus die Frage stellen, ob der Justizvollzug in seiner bisherigen Form tatsächlich noch zeitgemäß und mit dem Verständnis universeller Menschenrechte vereinbar ist. Immerhin wird mit dem derzeitigen Wegsperren oftmals keine Reue und Einsicht bei den Straftätern bewirkt, ganz im Gegenteil“, meint Dennis Riehle.

„Das Klima in der Haft befördert allzu oft neue Gewalt und lässt emotional abstumpfen. Durch die Abschottung verlieren Gefangene jeglichen Anschluss an das gesellschaftliche Leben und es bedarf eines unheimlichen Aufwandes, diese Distanz nach der Rückkehr in die Freiheit abzubauen. Ob es nicht andere Wege für die Ahndung von Straftaten gibt und inwieweit bereits bestehende Alternativen ausgebaut werden sollten, muss die Politik klären. Die ethische Auseinandersetzung lässt in jedem Fall vermuten, dass die bisherige Praxis erhebliche Kollateralschäden hinterlässt, die nicht im Verhältnis zum Sühnegedanken stehen und daher überdacht werden sollten. Bis zu einem Kurswechsel werde ich mich auch weiterhin für die Anliegen und Anfragen von Menschen offen zeigen, die straffällig geworden sind. Sie haben es verdient, unvoreingenommen betrachtet und mit ihrer persönlichen Lebensgeschichte und den individuellen Beweggründen für ihr Fehlerverhalten respektiert zu werden“, so Riehle. Es brauche eine Enttabuisierung des Themas in der Öffentlichkeit, damit eine Veränderung zivilisatorisch mitgetragen wird, erklärt der gelernte Laienprediger, der abschließend feststellt: „Vergebung und Versöhnung muss im Mittelpunkt jeglicher strafrechtlichen Aufarbeitung von Vergehen und Verbrechen stehen, diesbezüglich braucht es deutlich mehr Anstrengungen“.

Die Psychosoziale Sprechstunde ist als ehrenamtliches Angebot bundesweit kostenlos und niederschwellig per Mail erreichbar: beratung@psychosoziale-sprechstunde.de.

Dennis Riehle - 06:25:16 @ Gesellschaft

04.08.2022

Warum ich meinem eigenen “Wikipedia”-Eintrag nicht traue…

Kommentar

Vor vielen Jahren gab ich meinen Namen in eine Suchmaschine ein – und war verblüfft, als ich das Ergebnis sah: An oberster Stelle erschien ein „Wikipedia“-Eintrag, der offenbar meine Person behandelte: https://de.wikipedia.org/wiki/Dennis_Riehle. Erstaunt über die Tatsache, dass es anscheinend wildfremde Menschen gab, die meine Persönlichkeit als derartig wichtig erachteten, für sie einen Text in der „freien Enzyklopädie“ anzulegen. Und ich war wirklich positiv überrascht gewesen: Wesentliche Teile des Beitrags entsprachen der Realität – und wurden wahrheitsgetreu wiedergegeben. Dass ich als einfacher Autor einen Platz in diesem Lexikon finden würde, ehrte mich sehr. Doch meine Begeisterung währte nicht lange fort: Schon bald wurden am Eintrag immer wieder neue Veränderungen vorgenommen, die sich zunehmend von der Realität entfernten, oftmals überaltert oder gänzlich falsch waren. Verschiedene Autoren machten sich mittlerweile am Text zu schaffen.

Das waren Funktionäre von „Wikipedia“ selbst, aber auch anonyme Nutzer, die so manche Wahrheit durcheinanderbrachten, tendenzöse Inhalte publizierten und damit einen Gesamteindruck meiner Person kreierten, den ich selbst nicht mehr wiedererkannte. Die Folge war schließlich, dass der Beitrag wiederholt zur Löschung oder zur Diskussion markiert wurde. Er hat viele Debatten überstanden, scheint mittlerweile aber nicht mehr neutral zu sein. Dass ich diesem Geschehen lediglich als Zaungast zusehe und mich über jede neue Änderung verwundere, brachte mich schließlich dazu, dem Text über meine eigene Person nicht mehr zu trauen und eher auf jede Anpassung des Eintrags gespannt war. Dass „Wikipedia“ rufschädigend sein kann, ist nicht wirklich neu. Dass ich dort allerdings Dinge über mich erfuhr, welche ich selbst noch nicht kannte, machte mich doch ein wenig stutzig. Dass sich mir unbekannte Menschen an meiner Lebensgeschichte zu schaffen machten und eine scheinbare Wirklichkeit schufen, die zeitweise nicht mehr viel mit der echten Tatsächlichkeit zu tun hatte, besorgte mich nicht nur im Blick auf meine Person.

„Wikipedia“ will sich als eine niederschwellige Informationsquelle verstehen. Doch mit ihrem Anspruch, frei und demokratisch zu sein und eine Enzyklopädie zum Mitmachen geschaffen zu haben, scheint man längst gescheitert. Da bestimmen einige Wenige darüber, welche Einträge online gehen und welche Korrekturen an Artikeln zugelassen werden. Das hat eher oligarchische Strukturen – und wenig mit Mitbestimmung der Vielen zu tun. Denn auch wenn theoretisch jeder an den Texten Veränderungen vornehmen kann, obliegt es letztlich den legitimierten Administratoren, diese freizugeben oder zu verwerfen. So konnte ich auch bei meinem Eintrag die Situation beobachten, dass Aktualisierungen und Ergänzungen offenbar mit viel Mühe und ausführlicher Quellenangabe zusammengetragen wurden, schlussendlich von einzelnen „Wikipedia“-Mitwirkenden rückgängig gemacht werden, weil sie einen distanzierten Sprachstil vermissten oder singulär meinten, Textteile entsprächen nicht den Anforderungen eines Lexikons. Letztendlich herrscht in der Enzyklopädie Willkür und das repräsentative System ist gescheitert.

Denn die Kontrolle über die immer wieder gleichen Admins, die sich an Einträgen verwirklichen wollen und Textpassagen nach ihrem Gusto streichen oder ändern, fehlt ganz offenkundig. Es sind die Einzelnen, die über ein gemeinsames Projekt herrschen und die Option haben, Menschen nach ihrem Willen im öffentlichen Licht nach Belieben so darzustellen, dass ihre subjektive Objektivität gewahrt bleibt. Doch wer bestimmt tatsächlich, was über eine Personen, einen Gegenstand oder ein Thema tatsächlich wissenswert ist? Individuen sind in der Regel stets voreingenommen, nur ein kritisches Korrektiv der Vielen kann vor Vereinnahmung schützen. Ursprünglich war dieser Gedanke der gegenseitigen Überprüfung durch die Gesamtheit aller Nutzer oberstes Ziel von „Wikipedia“. Mittlerweile ist das Lexikon zu einem Abbild solcher Nachrichten und Fakten geworden, die die ausgewählten Funktionsträger des Projekts für richtig, erwähnenswert und nachhaltig ansehen.

Am Ende sind Beiträge in der Enzyklopädie mit wachsender Vorsicht zu genießen. Denn viele Artikel liefern nur einen begrenzten Blick auf das jeweilige Subjekt. Selektion und Verzerrung, aber auch eine bewusste Fokussierung auf Nebensächlichkeiten haben nunmehr Einzug gehalten. Nein, „Wikipedia“ soll in keinem Fall Werbeplattformen für Persönlichkeiten oder Dinge werden, die unreflektiert nur das Positive aufzeigt. Das wäre in einem Land der Meinungsfreiheit unangemessen. Doch gleichzeitig darf sie auch nicht zur Plattform von Denunziation werden. Das Maß dazwischen zu finden, scheint dem Lexikon in seinem derzeitigen Aufbau aber sehr schwer zu fallen und es wird seinen eigenen, zu Anfang formulierten Kriterien und Ansprüchen nicht mehr gerecht. Entsprechend lohnt es sich durchaus sehr, jede Information und Darstellung aus „Wikipedia“ gegen zu prüfen und sich selbst abseits dieses Angebots ein Gesamtbild darüber zu machen, wonach wir suchen. Die Enzyklopädie sollte nicht das alleinige Medium sein, über das wir uns Wissen beschaffen. Dafür ist es zu unstet und anfällig für Torpedierung und Untergrabung.

Ich habe mittlerweile aufgehört, die „Versionsgeschichte“ meines Eintrages nachzuverfolgen. Die ständigen Änderungen am Text durch Dritte entbehren heute meist jedem Ansinnen auf Zuverlässigkeit und Vollständigkeit. Offenbar müssen wir im 21. Jahrhundert damit zurechtkommen, dass sich Andere an unserer Vita vergreifen. Jeder muss für sich entscheiden, welche Mischung aus Informationsquellen am zuverlässigsten ist. Ich bin froh, dass ich selbst am besten über mich Bescheid weiß. Was „Wikipedia“-Administratoren aus mir machen, lässt mich in Zeiten der kaum noch zu bändigenden Aktivität des Internets mit all seinen Nachteilen recht kalt. Gleichsam habe ich für mich entschieden, wieder auf das bewährte Lexikon in gedruckter Form zurückzugreifen, wenn ich tatsächlich an normativen Fakten und nicht geschwärzter Wahrheit interessiert bin. Die bekannte Enzyklopädie des Webs braucht eine Überarbeitung, wenn sie ihren Ruf halten will. Die derzeitigen und kaum nachvollziehbaren Regelungen über die Hoheit der Einträge hat sich als unbrauchbar und obsolet erwiesen. „Wikipedia“ ist zum Spielball für all jene geworden, die über Andere bestimmen möchten. Die Gier nach Macht lässt aber jede Unabhängigkeit zurück. Wer Wissen verbreiten will, sollte zuerst Verantwortung üben.

Dennis Riehle - 05:26:59 @ Persönliches

01.08.2022

Psychische Nebenwirkungen der Lockdown-Politik werden sichtbar

Pressenotiz
Selbsthilfe verzeichnet mehr Zwangs-, Angst- und Depressionsstörungen

„Fortdauernde Verhaltensauffälligkeiten beobachten wir gerade bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, fasst der Leiter der Selbsthilfeinitiative Zwänge, Phobien und Depressionen in Konstanz, Dennis Riehle, die offenkundigen Nebenwirkungen der Lockdown-Politik während der Corona-Pandemie zusammen: „Waren bei vielen Betroffenen entsprechende Symptome nur von vorübergehender Natur, wird nun sehr deutlich, dass Home-Schooling, Home-Office und soziale Isolation bei einer beträchtlichen Zahl von Menschen zu massiven Reaktionen der Seele geführt haben. Wir erhalten nahezu täglich Anfragen von Eltern oder anderen Angehörigen aufgrund in der Epidemie hervorgetretenen Problemen, insbesondere neurotische und affektive Störungen“.

Besorgniserregend sei laut Riehle insbesondere, dass sich die Symptomatik nicht selten manifestiert und bereits chronifiziert hat: „Ritualhaftes Händewaschen, Putzzwänge, Furcht vor dem Verlassen des Hauses oder anhaltende Niedergeschlagenheit mit Zukunftssorgen und Zeichen der Überforderung – das sind die häufigsten Erscheinungen einer seelischen Antwort auf die lange bestehenden Einschränkungen im Alltagsleben der Bevölkerung, die eine freiheitsliebende Gesellschaft nicht ohne hinterlassene Spuren zurücklassen kann. Stattdessen versuchen wir mit stereotypem Handeln und Denken neue Stabilität und Halt zu schaffen, nachdem Verlässlichkeit und Normalität in der Covid-19-Krise arg gelitten haben“, erklärt Riehle. Solche Mechanismen des Schutzes und der Abschirmung lenken uns von dem Umstand ab, dass Liebgewonnenes plötzlich weggebrochen ist und unsere vertrauten Alltagsstrukturen nicht mehr greifen: „Wir sind Gewohnheitstiere und haben Schwierigkeiten, uns plötzlich neu anzupassen“.

Der 37-jährige Psychosoziale Berater, der selbst seit mittlerweile über 23 Jahren unter Zwängen, Ängsten und Depressionen leidet, verzeichnet viele Kontaktgesuche von Betroffenen und deren nahestehenden Personen, die sich oft nicht mehr zu helfen wissen: „Die allermeisten Erkrankten waren bis zum Eintritt der Epidemie ohne psychische Diagnosen, deshalb sind für sie solche Nöte neu und bringen viele Fragen mit sich: Wie finde ich einen Therapieplatz? Wer kann mir helfen? Wer diagnostiziert und behandelt? Welche Selbsthilfemaßnahmen gibt es? Was kann die Umwelt tun? Wie gehe ich im Beruf und bei Freunden mit der Krankheit um? Welche Sozialleistungen kann ich beziehen, wenn ich länger ausfalle? Und gibt es Chancen auf etwaige Linderung oder Heilung? – Damit befassen sich die Ratsuchenden und wir wollen versuchen, ihnen hierauf möglichst niederschwellige Antworten zu geben“.

Riehle empfiehlt daher, bei Veränderungen von Stimmung, Verhalten und Denkmustern zunächst Kontakt zum Hausarzt zu suchen: „Dort kann eine erste Abklärung folgen, inwieweit es sich um eine verhältnismäßige Antwort der Psyche auf die außergewöhnlichen Umstände der letzten zwei Jahre handelt oder ob bei länger andauernden Beschwerden auch eine Intervention von außen nötig ist. Gespräche mit Angehörigen sind bereits eine große Unterstützung. Familienmitglieder sollten die Betroffenen aber keinesfalls zum Reden drängen oder auf sie einwirken, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese Entscheidung muss im Zweifel aus dem Leidensdruck des Erkrankten selbst erwachsen und ist bei nicht-psychotischen Störungen auch durch Einsichtsfähigkeit möglich“, meint Dennis Riehle.

Er ergänzt abschließend: „Heute sind die vielfältigen beratenden und therapeutischen Optionen zur Behandlung vieler psychischer Erkrankungen so weit ausgereift, dass nahezu immer eine Besserung erzielt werden kann. Es braucht ein multimodales Konzept, welches auf die individuelle Symptomatik des Einzelnen ausgerichtet ist. Wichtig ist dann, Resilienz aufzubauen und durch eine kognitive oder expositorische Herangehensweise während des Lockdowns eingefahrene Mechanismen wieder aufzubrechen und mit verhaltenstherapeutischen und psychodynamischen Verfahrensweisen angemessenes Verhalten und Denken zurückzuerlangen. Daneben ist das Erlernen von Selbstfürsorge und Stressmanagement ganz wesentlich, denn viele seelische Erkrankungen werden durch Anspannung, Überarbeitung oder ungenügende Psychohygiene aufrechterhalten. Nicht zuletzt ist eine externe Sichtweise oftmals sehr hilfreich, um verzerrte Wahrnehmungen oder Überzeugungen zu korrigieren. Gerade die aktuelle Situation des Krieges ruft bei mach Betroffenem zusätzlich panische Ängste hervor, die ebenfalls durch Beratung und Therapie relativiert werden sollten“.

Die Psychologische Beratung der Selbsthilfeinitiative ist bundesweit kostenlos unter Mail: info@selbsthilfe-riehle.de erreichbar und stellt eine ergänzende Hilfestellung da, die bei Bedarf an fachkundige Stellen vermittelt.

Dennis Riehle - 08:37:16 @ Selbsthilfe

29.07.2022

Armselige Klientelpartei

Leserbrief
zu Christian Lindners Steuerplänen und der Entlastung von Topverdienern

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass die FDP des Christian Lindner einem Weltbildbild elitärer Verrohung Vorschub leistet, ist er mit den Steuerentlastungsplänen des Bundesfinanzministers klar erbracht. Denn die Liberalen sind in der “Fortschrittskoalition” nicht nur der Klotz am Bein jeder Bemühung für mehr Gerechtigkeit in unserem Land. 

Viel mehr untermauern Porsche-Gate, Glamour-Hochzeit und Blockade gegen Übergewinn- und Reichensteuer, sanktionsfreies Bürgergeld oder Entlastung der ärmsten Menschen wiederkehrend eine Ideologie des Realitätsverlusts eines umstrittenen Parteivorsitzenden, der aus der 2014 bis 2018 dauernden Verdrängung seiner Freien Demokraten aus dem Bundestag kaum etwas gelernt hat. 

Stattdessen zog die FDP aus ihrer außerparlamentarischen Opposition lediglich den Schluss, ihr Profil noch weiter von ihren Wurzeln zu entfernen und sich dafür jedweder sozialen Verantwortung aus den “Freiburger Thesen” zu entziehen. Ihr Anbiedern an libertäre Sichtweisen macht sie zum Musterbeispiel für eine Klientelpartei, anfällig für Lobbyismus der Vorstände und Topmanager in Großunternehmen,  gleichsam Anwalt derer, die sich ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung aus Einkommen und Vermögen entziehen. 

Die Liberalen haben in jüngster Vergangenheit neben der Verteidigung der Grundrechte keinen substantiellen Beitrag für Egalität und Befriedigung der Schichten geleistet. Viel eher wälzt die FDP Lasten des Miteinanders auf jene ab, die sich nicht wehren können. Das ist billig und ohne jedes Rückgrat. Eine solche politische Kraft macht sich selbst obsolet - und die meisten Bürger würden wohl nichts entbehren müssen, blieben die Freien Demokraten nach der nächsten Wahl neuerlicher Zaungast.

Dennis Riehle - 05:38:15 @ Politik

27.07.2022

Ist der Klimawandel Gottes Strafe für menschliche Gier?

Zwischenruf

Waldbrände überall, Fluten in mehreren Teilen der Erde und immer neue Hitzerekorde: Die Welt ist durch den Klimawandel herausgefordert. Dass sich das perspektivische Wetter ändert, daran gibt es kaum noch einen Zweifel. Inwieweit der Mensch letztendlich an der rasanten Zunahme der globalen Temperaturen und extremen Ereignissen mitgewirkt hat, wird zwar weiterhin heftig diskutiert und wissenschaftlich beobachtet. Denn Schwankungen zwischen Kälte- und Heißzeiten gab es seit jeher. Allerdings hat die Erderwärmung wohl noch nie derart schnell und dramatisch zugenommen wie in den vergangenen Jahrzehnten. Unbestritten scheint deshalb: Gerade im 20. Jahrhundert haben Teile der irdischen Bevölkerung über ihre Verhältnisse gelebt und Raubbau an den Ressourcen betrieben. Der ständig währende Drang nach Fortschritt, Wohlstand und wirtschaftlichem Mehr hat jede Rationalität verstummen lassen. Wir haben uns an der Natur bedient und jede Ethik vergessen.

Nachhaltigkeit wird bereits in der Bibel beschrieben. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung ist ein sich durch die Heilige Schrift durchziehender Appell, an dem wir bei genauerer Lektüre nicht vorbeikommen. Und auch wenn sich manch ein Gelehrter auf die alleinigen Worte aus Genesis 1,28 stützt, stehen auch sie nicht zusammenhanglos: „Macht euch die Erde untertan und herrschet über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels, über das Vieh und alles Getier“. Zweifelsohne: Diese Zeilen klingen wie ein Freifahrtschein für uns alle. Allerdings schiebt schon 1. Mose 3,22 hinterher: „Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, indem er erkennt, was Gut und Böse ist“. Die Fertigkeit, dass wir als Geschöpfe unterscheiden können, was richtig und falsch ist, übereignet uns eine enorme Verantwortung gegenüber der Erde. Denn die Aufforderung Gottes, dass wir sie uns zu Eigen machen sollen, bedeutet am Ende auch die Pflicht zur Pflege des Planeten.

Uns sind sowohl Kohle, Gas und Öl als Teil der Weltkugel zur Nutzung zur Verfügung gestellt worden. Hieran habe ich keinen Zweifel. So, wie wir uns allerdings in der jüngeren Geschichte an der Umwelt und diesen uns offenbarten Energieträgern vergangen haben, widerspricht völlig dem Grundsatz des „Behütens“ aus 1. Mose 2,15. Gott vertraut dem Menschen das Geschenk der Erde im Wissen um seine auf die Zukunft gerichtete Bedeutung an. Er verlässt sich darauf, dass wir mit Augenmaß und Umsichtigkeit handeln und in seinem Sinne agieren. Wir alle sind seine Stellvertreter auf dieser Welt. Deshalb hat er uns gemacht, dass wir mit ihm einen Vertrag der perspektivischen Fürsorge um die natürlichen Ressourcen geschlossen haben, der nach 1. Mose 17,7 eindeutig auch für die künftigen Generationen gelten soll. Wir dürfen uns nicht von der Prophezeiung aus Offenbarung 21,1ff. leiten oder gar verklären lassen: Die Aussicht auf eine neue Erde kann uns nicht aus der Verpflichtung für ein nachhaltiges Agieren auf der jetzigen Welt entlassen. Viel eher ermahnen uns bereits die Psalmen zu einem rechtschaffenden Verhalten in der Diesseitigkeit (Kapitel 37, Vers 37). Unsere gläubige und vertrauensvolle Hoffnung richtet sich auf das Übermorgen, unser Tun ist am Morgen ausgerichtet.

Und diesbezüglich heißt es, keine Verschwendung zu üben, sondern den Garten maßvoll zu bebauen. Das Gleichnis von der Salbung in Betanien in Markus 14,3 macht deutlich: Vergeudung darf nur dann wirklich geschehen, wenn damit ein gutes Werk getan wird. Der Blick auf unseren zerstörten Globus macht uns aber deutlich: Unsere Gier hat weder den Armen geholfen, noch den Planeten geschützt. Ganz im Gegenteil: Wir haben uns von jeder Verhältnismäßigkeit entfernt, haben mehr verbraucht, als für ein gutes, auskömmliches Existieren nötig ist. Insofern haben wir uns damit schuldig gemacht. Immerhin wäre etwas Anderes möglich gewesen. Statt Ausbeutung von Lebensgrundlagen gibt es einen alternativen Weg, der nicht allein auf Verzicht setzt und uns Liebgewonnenes nehmen würde: „Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden“, sagt Römer 1,22 – und spricht damit an, dass wir in der westlichen Welt zu sehr auf unseren Eigennutz gesetzt und Arme vergessen haben: „Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient“, fordert uns 1. Korinther 10,24 heraus. Gott hat uns mit dem Klimawandel einen Spiegel vorgehalten, der nicht das Ziel der Strafe hat, sondern viel eher auf den „großen Verstand“ hinarbeitet (Daniel 12,4). Unsere Einsichtsfähigkeit, gegebene Fähigkeiten für Innovation, Technologie und Entwicklung einzusetzen und damit ein für alle Völker erschwingliches, zufriedenes und für unsere Nachkommen erfüllendes Leben zu haben, diese Aufgabe stellt uns Gott angesichts unserer frevlerischen Missetaten an der Schöpfung anheim: „Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber“ (Sprüche 16,16).

Hinweis: Die Bibelverse sind der Luther-Übersetzung (1912/2017) entnommen.

Dennis Riehle - 08:40:50 @ Glaube

22.07.2022

Beratungsstelle „FamilienKnäuel“: Krisen der Zeit fordern insbesondere pflegende Angehörige heraus

Pressemitteilung
Zahl der Hilfsgesuche steigt zuletzt stark an

„Die Zahl an hilfesuchenden Angehörigen, die einen nahen Verwandten pflegen und betreuen, hat in den vergangenen Monaten dramatisch zugenommen!“ – Mit dieser Aussage macht die Konstanzer Beratungsstelle „FamilienKnäuel“ auf eine deutlich steigende Belastung aufmerksam, die besonders Töchter und Söhne von demenzkranken Vätern und Müttern erleben. Wie der Leiter des ehrenamtlichen Angebots, Dennis Riehle, in seiner Stellungnahme beschreibt, kommen immer mehr Familien durch die vielschichtigen Herausforderungen dieser Zeit zunehmend in Bedrängnis: „Wachsende Ausgaben aufgrund der Teuerungsspirale, Corona-Infektionen zuhause und im Job oder die durch Home-Office gestiegenen Anforderungen zur Organisation und Trennung von Arbeit und Beruf im eigenen Haushalt stellen die Menschen vor eine Welle an Anpassungen, die gerade dann extrem hoch zu sein scheint, wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig ist und gegebenenfalls durch psychisch-kognitive und/oder physische Erkrankung eines besonders großen Aufwands an Betreuung und Begleitung im Alltag bedarf“, erklärt der 37-Jährige, der als Psychosozialer-, Familien- und Integrationsberater ausgebildet ist. „Wir können bei unserer Mailberatung von wachsender Überforderung lesen, die sich in Erschöpfung und Perspektivlosigkeit äußert. Zahlreichen pflegenden Angehörigen, aber auch Eltern von kranken oder behinderten Kindern ist die Bewältigung der täglichen Problemen mittlerweile zu viel und sie äußern eine wachsende Desorientierung“, so Riehle, der in Gerontologie zertifiziert und auch in Altenbetreuung sowie Seniorenberatung qualifiziert ist. „Der eigene Anspruch, die eigenen Angehörigen daheim betreuen zu wollen, ist ein hehres Anliegen und aus meiner Sicht überaus verständlich. Allerdings müssen auch Pflegepersonen auf Selbstfürsorge achten. Denn es nutzt niemandem, wenn sie ihre eigenen Kräfte und Grenzen überschreiten und irgendwann kollabieren“.

Riehle rät deshalb zu einer stetigen Reflexion: „Die Anzeichen für ein Ausgebranntsein müssen ernstgenommen werden. Gerade eine spürbare Lustlosigkeit oder Interessenlosigkeit, Tagesmüdigkeit, sozialer Rückzug oder das Gefühl, nur noch im Hamsterrad zu agieren, sind mögliche Warnzeichen für gestresste Angehörige, die sich in der Verantwortung sehen und diese nur schlecht abgeben können. Obwohl die Anforderungen steigen, beispielsweise durch eine fortschreitende Demenzerkrankung, geistigen und körperlichen Abbauprozess oder eine Depersonalisierung des zu pflegenden Angehörigen, empfinden viele Pflegepersonen Schuldgefühle, wenn sie daran denken, ihre Liebsten in stationäre Betreuung zu übergeben. Zudem wissen viele Betreuende nicht, dass auch die Mischung aus eigener Pflege und Hinzuziehung eines ambulanten Sozialdienstes möglich ist. Das zeitgleiche Inanspruchnehmen von Pflegegeld und Pflegesachleistungen ist ausdrücklich vorgesehen und sollte genutzt werden!“, meint Dennis Riehle, der auch empfiehlt, die Bewältigung des eigenen Tagesablaufs bei Bedarf mithilfe einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie oder psychologischen Beratung zu sortieren: „Hierfür gibt es gute Gründe, denn es braucht manchmal den Blick von außen auf die verfahrene Situation zuhause, die man selbst vielleicht nicht zu erkennen vermag. Und es ist auch keinesfalls ein Beinbruch, einen Urlaub oder eine Auszeit zu nutzen. Hierfür stehen im Zweifel tagespflegerische Angebote zur Verfügung, wenn die Pflegeperson eine Pause benötigt und die heimische Betreuung bei ihrer Abwesenheit nicht anderweitig geregelt werden kann. Die komplexen Herausforderungen einer dementiellen Erkrankung sind Angehörigen zu Beginn oft nicht bewusst und sie überschätzen sich im Umgang damit. Insofern lohnt es sich auch, an Schulungen oder Vorträgen teilzunehmen, um sich mit dem Krankheitsbild und den daraus resultierenden Verhaltensweisen des Nächsten zu befassen. Schlussendlich sollte niemand zögern, die unterschiedlichen Hilfsangebote zu nutzen. Auch wir unterstützen mit unserem ehrenamtlichen Beratungsangebot“, so Riehle abschließend.

Die Familienberatung „FamilienKnäuel“ kann unter der Mail-Adresse info@familienknauel.de bundesweit kostenlos in Anspruch genommen werden. Mehr auf www.familienknauel.de.

Dennis Riehle - 07:08:41 @ Soziales

18.07.2022

Bundestag bügelt Eingabe zur Schaffung von Anlaufstellen für Impfgeschädigte mit einem Satz ab

Pressenotiz

Der Sprecher der Selbsthilfeinitiative für Impfkomplikationen, Dennis Riehle, reagiert auf den Beschluss des Deutschen Bundestages zu der von ihr eingebrachten Petition, mit der sie die Einrichtung von Anlaufstellen für Betroffene von Impfschäden gefordert hatte, mit folgender Stellungnahme:

“Wir hatten zwar damit gerechnet, wonach das Parlament das Anliegen ablehnen würde. Dass die Begründung aber lediglich aus der Feststellung besteht, dass ein parlamentarisches Tätigwerden nicht nötig sei und gerade wenige Zeilen umfasst, ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die aufgrund von langandauernden und über die Maße einer üblichen Impfreaktion hinausgehenden Nebenwirkungen der Corona-Immunisierung mit ihrem teils das komplette Leben verändernden Schicksal alleingelassen werden. 

Die Attestierung, dass kein Handlungsbedarf bestehe, kann lediglich von fehlender Sensibilität und bewusster Naivität derjenigen zeugen, die diesen Bundestagsbeschluss mit einer solch dürftigen und beleidigenden Argumentation herbeigeführt haben. 

Mich wundert mittlerweile nicht mehr, dass der Petitionsausschuss von den Bürgern immer seltener angerufen wird. Wer die Probleme der Bevölkerung so konsequent verleugnet, braucht sich über fehlendes Vertrauen der Menschen in die Politik nicht länger wundern. 

Dass die Parlamentsmehrheit Tatsächlichkeiten nicht erkennen will, offenbart der Umstand, dass sich allein bei unserer Initiative mittlerweile hunderte Betroffene pro Monat melden, die ganz praktisch erfahren, dass der Ist-Zustand in der Versorgung und Betreuung Impfgeschädigter eben nicht hinnehmbar ist”.

Dennis Riehle - 05:59:52 @ Selbsthilfe

16.07.2022

Lauterbachs Alleingänge sind unverantwortlich!

Pressenotiz

Zur Empfehlung eines zweiten Boosters für die gesamte Bevölkerung durch den Bundesgesundheitsminister erklärt der Sprecher der Selbsthilfeinitiative Impfkomplikationen und Impfschäden, Dennis Riehle, wie folgt:

„Wir schließen uns den Aussagen von Karl Lauterbach explizit nicht an. Aus unserer Sicht gibt die Studienlage derzeit keine evidenzbasierten Erkenntnisse her, wonach eine Viertimpfung für alle Bürger einen die Risiken übersteigenden Mehrwert hätte.

Gerade die unter 60-Jährigen scheinen mit einer Boosterung bereits bestens geschützt. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass die im Zuständigkeitsbereich des Bundesgesundheitsministeriums liegenden Fachinstitute und die Ständige Impfkommission Lauterbachs Empfehlung offenbar noch nicht folgen wollen.

Bei anfallenden Impfschäden durch eine zweite Auffrischung wären deshalb nach unserem Verständnis auch etwaige Haftungsfragen nicht abschließend geklärt und Betroffene könnten sich somit nicht zwingend auf Entschädigungen verlassen.

Wir haben ohnehin viel zu wenig Erfahrung, wie sich eine derart enge Abfolge von Impfungen auf den Organismus auswirkt und welche Folgen sie für das Immunsystem hat. Zudem stehen für die derzeit kursierenden Varianten des Corona-Virus noch keine angepassten Vakzine zur Verfügung, sodass eine vierte Impfung für jeden zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfrüht wäre.“

Dennis Riehle - 05:44:59 @ Selbsthilfe

14.07.2022

Das Ende der Geschlechter? – Keine gute Idee…

Wer sich heute im Internet über die existierenden Geschlechter informieren will, erhält schon seit langem nicht mehr die Antwort „männlich, weiblich, divers“. Mittlerweile gibt es Dutzende Vorschläge, wie sich ein Mensch sehen kann. Als Homosexueller, der aus genetischen Gründen intersexuelle Tendenzen aufweist, gab es für mich nie einen Zweifel, mich als Mann zu verstehen. Der Respekt vor jedem Einzelnen von uns gebietet es, sich mit Belehrungen zurückzuhalten. Allerdings habe ich in meiner langjährigen Arbeit als Psychologischer Berater viele Personen getroffen, die mit ihrer Geschlechtszuordnung gehadert haben. Hierbei ging es aber nicht allein um die Frage, am biologischen Genus zu zweifeln. Viel eher bestand der Wunsch nach einer Heimat. Natürlich ist es sehr legitim, sich abseits von der binären Zuordnung eine ganz eigene Definition des „Ichs“ zu schaffen. Und wie oft klaffen natürliches und soziales Geschlecht auseinander!

Jedoch ist die Kategorisierung in bestimmte Rollen kein gesellschaftlicher Zwang, sondern ein wichtiger Ausdruck persönlicher Orientierung und Zugehörigkeit, die dabei hilft, sich eine verlässliche Identität zu schaffen. Meine Erfahrung ist: Wer sein Leben lang auf der Suche nach dem Selbst ist, findet meist keine Ruhe. Unbestritten ist: In einer liberalen Demokratie kann jeder empfinden, fühlen und sich bekennen, wie er und sie es für richtig hält. Darauf hat die Außenwelt eben keinerlei Einfluss zu nehmen. Auch Regeln und Normen eines Miteinanders sind nicht Grund dafür, sich letztlich einer bestimmten Klassifizierung zu unterwerfen. Viel eher zeigt die Praxis: Wer fortwährend nach einer inneren Einheit mit sich Ausschau hält, versetzt die eigene Seele in beständigen Stress und verhindert so ein Ankommen in der Wirklichkeit. Hier geht es also gerade nicht um das sich durch äußeren Druck verursachte Einpressen in eine festgelegte Geschlechterrolle.

Entgegen des ständigen Vorwurfs der Genderforschung und der emanzipatorisch-queeren Bewegung, halte ich es nicht für sinnvoll, aufgrund des Willens der Mehrheitsbevölkerung die Entscheidung für ein explizites Geschlecht zu treffen. Es trägt eher zum subjektiven Bedürfnis nach Einklang von jedem von uns bei, einen Frieden mit der eigenen Geschlechteridentität zu finden. Der beständige Versuch, das Verständnis eines Genus zu überwinden und die Normierung der Menschen durch eine Ausdifferenzierung von der individuellen Wahrnehmung seiner Person aufzuheben, fördert schlussendlich eine psychische Desorientierung und verkennt das evolutionär gewachsene Bestreben nach Sicherheit. Zu wissen, wer man ist – diese Erkenntnis schenkt ein förderliches Ichbewusstsein.

Rollen sind nicht dazu da, von ihnen vereinnahmt zu werden. Viel eher ist die verstandene Zugehörigkeit zu einem definierten Geschlecht ein Beitrag zu einer Deckungsgleichheit zwischen empfundenem und gelebtem Sein. Dass biologisches und soziales Genus auseinanderklaffen können, ist keine Seltenheit mehr. Bestens kann ich verstehen, wie es sich anfühlt, zwischen Mann und Frau unentschlossen zu schwanken. Und auch das Ansinnen, ein anderes als das angeborene und durch körperliche Merkmale ausgeprägte Geschlecht annehmen zu wollen, ist in der Gegenwart normal und akzeptiert. Wer allerdings ständig gegen die Identifikation mit einem durch die Menschheitsgeschichte geschaffenen – und aus meiner Sicht durchaus sinnvollen – Gerüst und Rahmen anzukämpfen vermag, verliert sich in Unrast und beschäftigt sich stärker mit der Erkundung seiner eigenen Persönlichkeit, als das Leben und Dasein zu praktizieren und zu genießen.

Männlich oder weiblich zu sein – jeder von uns kann heute sein ganz eigenes Verständnis der Geschlechter vornehmen und es ist uns überaus unbenommen, Schattierungen der gemeinschaftlichen Definition des binären Geschlechtssystems vorzunehmen. Gerade die Ausformung des sozialen Seins liegt mittlerweile in den Händen des Individuums und ist als Selbstbestimmungsrecht unantastbar. Der in den vergangenen Jahrzehnten emporgestiegene, beharrliche Einsatz für die Aufweichung der über Jahrtausende gültigen Geschlechterordnung ist Ausdruck eines Widerstandes, der sich nicht in erster Linie gegen Konventionen richtet. Viel eher verfolgt Genderisierung das Ziel von grenzenloser Entscheidungsfreiheit im libertären Gesellschaftsgeflecht, die sicher ein hehres Anliegen sein mag. Am Ende sind Übereinkünfte der Sozietät über Grundzüge eines Sexus hilfreich, um sich auf Verhaltensweisen und Umgangsformen verständigen zu können. Denn wo Beliebigkeit obsiegt, wird eine Gemeinschaft vor eine Zerreißprobe gestellt, weil sie Ungleichbehandlung forciert, statt Verschiedenheit zu fördern.

Dennis Riehle - 06:21:57 @ Gesellschaft

08.07.2022

Die Entfremdung der Abgeordneten zum Volk wird zum Glaubwürdigkeitsproblem!

Kommentar

Der Wahlkreis Konstanz ist in der aktuellen Legislaturperiode des Deutschen Bundestages gleich mit drei Abgeordneten in Berlin vertreten: Neben dem schon zuvor stets wiedergewählten Andreas Jung (CDU) sind 2021 auch Dr. Ann-Veruschka Jurisch (FDP) und Dr. Lina Seitzl (SPD) hinzugekommen. Sie alle wollen die Anliegen des Bürgers vom Hegau bis zum Bodanrück in der Hauptstadt repräsentieren. Doch wie bürgernah ist ihr Tun wirklich? Auch wenn sie niederschwellige Sprechstunden in der Fußgängerzone oder am Telefon anbieten und zumindest versuchen, den Eindruck der Kümmerer zu hinterlassen, entfernen sich nach meiner Erfahrung nicht nur am Bodensee die Volksvertreter immer mehr vom Souverän. Natürlich: Die Terminkalender der MdBs sind voll – und sie eilen von einer Sitzung zur nächsten. Doch wie ernst nehmen die Politiker Zuschriften, Bitten, Beschwerden und Anregungen aus der Bevölkerung? Kaum eine Mail an die Büros der Abgeordneten wird heute noch irgendwann beantwortet.

Ob sie gelesen und in die Tätigkeit der Mandatare eingebunden werden, bleibt letztlich unklar. Viel eher verfolgen die Repräsentanten vornehmlich jene Prestige-Projekte, mit denen sie sich Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit erhoffen – und so dem Anspruch genügen, etwas für ihren Wahlkreis zu tun. Dass sich viele dieser Aktivitäten um die fachpolitischen Themenbereiche der jeweiligen Mitglieder des Bundestages drehen, zeigt sich an der Presseresonanz: Gerade in Zeiten schwerer Krisen habe ich nicht die Empfindung gewinnen können, wonach sich die Abgeordneten den Problemen des kleinen Mannes verschrieben haben. Stattdessen lächelt man von zumeist überaus publikumswirksamen Fotos, die der eigenen Wähler- oder Gesellschaftsklientel die Botschaft aussenden sollen: Wir setzen uns für die Belange derer ein, von denen wir uns am Ende Stimmen erhoffen. Und vielleicht auch von allen, die uns als Politiker pushen können. Zusammengefasst: Von all denen, die es schlussendlich gut mit uns meinen.

Ja, ich gebe zu: Ich bin enttäuscht von den Volksrepräsentanten. Denn keine Antwort ist auch eine Antwort. Ich habe viel Verständnis dafür, dass die Mandatsträger mit einer Unmenge an Nachrichten und Wünschen überhäuft werden. Doch wenn man sich umhört, fällt eindeutig auf: Eine Rückmeldung scheinen vor allem diejenigen zu erhalten, von denen man sich als Abgeordneter einen Mehrwert verspricht. Multiplikatoren und Wirtschaftsvertreter, einflussreiche Persönlichkeiten und parteinahe Funktionäre. Doch jeder gewählte MdB sollte sich allein dem Volk verpflichtet sehen. Den Menschen vor Ort, unabhängig von Status oder Position. Unzufriedenheit über die Konstanzer Entsandten nach Berlin macht sich aber nicht nur bei mir breit: Sobald man die Fühler ausstreckt, bekommt man an vielen Stellen dasselbe Feedback: „Ich habe auf meine Briefe oder Nachrichten bisher nie eine Reaktion erhalten. Schlussendlich ist das respektlos und einem Mitglied des Bundestages unwürdig“, empörte sich erst kürzlich ein Vereinsvorsitzender mir gegenüber, der sich für Verbesserungen geltender Ehrenamtsbestimmungen eingesetzt hatte. Tendenziell sind Abgeordnete in den ersten Monaten nach ihrer Wahl noch am ehesten daran interessiert, in Verbindung mit den Bürgern zu bleiben. Und auch dann, wenn es wiederum auf den nächsten Urnengang zugeht.

Immer wieder heißt es: „Bringen Sie Ihre Vorschläge in die Politik ein!“. Erst dieser Tage ermutigte Innenministerin Faeser die Menschen dazu. Politikverdrossenheit wird in Wahltagsbefragungen immer wieder als Grund für eine vergleichsweise niedrige Beteiligung an Abstimmungen in unseren Breiten angegeben. Und ich kann sie verstehen. Wer sich mit Elan und Vehemenz für Verbesserungen der Lebensbedingungen einsetzt und mit argumentativen und differenzierten Fragen und Hinweisen über etwaige Missstände im Land an die Abgeordneten herantritt, ohne gehört zu werden, wird sich schlussendlich auch nicht mehr die Mühe machen, sonntags sein Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen. Insgesamt ist diese Entwicklung bedrohlich für die Demokratie. Und auch die MdB müssten sich bewusst sein: Ohne ein breites Fundament an Zustimmung in weiten Teilen der Bürgerschaft könnte es mit dem nächsten Einzug ins Parlament knapp werden. Man mag zur Entschuldigung anführen, dass in Wochen von Krieg, Klimawandel, Inflation und Pandemie viel Verantwortung auf den Schultern der Abgeordneten lastet. Und tatsächlich kommen auch die Mitarbeiter der Mandatare an die Grenzen des Möglichen, bedenkt man ihre vielfältigen Aufgaben. Besonders prekär dürfte die Situation bei den Bundestagsmitgliedern sein, die neben ihrer bloßen Abgeordnetentätigkeit zugleich in mehreren Ausschüssen sitzen, fraktionelle Sprecheraufgaben innehaben oder zugleich Parteiämter ausüben und bedienen müssen.

Schlussendlich kann man sicherlich den Gedanken aufbringen, inwieweit hier Reformen nötig sind. Doch wenn es selbst drei Abgeordnete für einen Wahlkreis nicht schaffen, die Probleme der Bürger in der Region hinreichend zu bearbeiten, fragt man sich, wie das bei einer Wahlrechtsreform und Verkleinerung des Bundestages werden soll. Haben die Politiker zu viele Nebentätigkeiten, um sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren? Braucht es eine strikte Trennung von Amt und Mandat? Muss vielleicht doch der Mitarbeiterstab der Abgeordneten vergrößert werden? Oder macht die Politik ihre Arbeit vielleicht so schlecht, dass sich immer mehr Menschen bei den Abgeordneten über sie beschweren und ihre Nöte vortragen? Eine bedenkliche Entwicklung dieser Tage ist in vielen Medien untergegangen: Der Petitionsausschuss unseres Parlaments verzeichnet rückläufige Zahlen über eingehende Anliegen der Bürger. Offenbar sind immer mehr Bevölkerungsteile so frustriert, dass sie sich nicht mehr die Mühe machen, Eingaben an die Volksvertretung zu richten. Denn in den allermeisten Fällen werden die Bitten und Beschwerden ohnehin vorzeitig zurückgewiesen, die Aussicht auf Erfolg haben die wenigsten Zuschriften an den Bundestag. Und anscheinend tragen zu dieser Tendenz gleichsam die ausbleibenden Chancen bei, nicht einmal von den eigenen Abgeordneten wahrgenommen zu werden. Diese bedenklichen Trends sprechen für eine Entfremdung zwischen Volksvertretern und Volk. Letztendlich bedeutet sie konkret, dass das Vertrauen in die Arbeit des Parlaments sinkt. Gerade in Momenten der Geschichte, die viele Umwälzungen mit sich bringen, braucht es aber Vorschusslorbeeren für das Wirken von Regierung und Opposition. Und so ist Korrespondenz mit den Wählern kein notwendiges Übel, sondern das Resonanzbecken für die eigene Glaubwürdigkeit.

Dennis Riehle - 07:10:52 @ Kommunales

04.07.2022

Selbsthilfeinitiative: „Post-Vac-Syndrom wird zum ernsthaften Problem werden!“

Pressemitteilung

Die Selbsthilfeinitiative zu Impfkomplikationen im Landkreis Konstanz sorgt sich um eine stark steigende Zahl an Meldungen von Betroffenen eines „Post-Vac-Syndroms“ als Folge einer Corona-Schutzimpfung. Wie der Leiter des Angebots bestätigt, haben sich die Zuschriften von Patienten im zweiten Quartal 2022 vervierfacht: „Mittlerweile haben uns seit Ausbruch von Covid-19 und der darauf folgenden Impfkampagne insgesamt 798 Personen angeschrieben, die nach der Immunisierung länger andauernde Beschwerden haben“, erklärt Dennis Riehle. Der 37-Jährige, der selbst auf alle drei Impfungen gegen das Virus mit entsprechenden Problemen reagiert hat und bis heute unter diesen Symptomen leidet, unterstreicht dabei sowohl, dass die Mails und Anrufe aus der gesamten Bundesrepublik eingehen und es sich gleichzeitig bei 95 Prozent der Fälle um Impfkomplikationen handelt, die länger als drei Monate seit der Impfung andauern. „Hier kann also nicht mehr von allein vorübergehenden Nebenwirkungen des Piks gesprochen werden, sondern es handelt sich eindeutig um fortbestehende Schädigungen und Beeinträchtigungen, die teilweise dramatisch sind“, so Riehle – und fasst die erhobenen Erkenntnisse wie folgt zusammen:

„38 Prozent der uns mitgeteilten Beschwerden betreffen den neurologischen Bereich, beispielsweise Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Schmerzen oder Nervenentzündungen. Weiterhin sind 34 Prozent in den immunologischen Komplex einzusortieren, beispielsweise rheumatische Beschwerden, Fieberschübe, Abgeschlagenheit oder andauernder Husten. 22 Prozent umfassen kardiovaskuläre Probleme wie Blutdruckregulationsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Nachwirkungen einer Herzmuskelentzündung und Kurzatmigkeit. Hinzu kommen 45 Prozent diffuser Symptome von Sehstörungen, Gelenksteifigkeit, Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen und auffällige Laborwerte bei Leber und Niere. Viele Betroffene haben dabei Störungen aus unterschiedlichen Körperbereichen berichtet und eine ganze Bandbreite an Erscheinungen des Post-Vac-Syndroms geäußert“. Zusammenfassend ähnelten die Beschreibungen den Folgen eines Long-Covid sehr und stünden diesem in ihrer Schwere und zeitlichen Ausprägungen in Nichts nach.

Riehle widerspricht damit auch den Einlassungen von Bundesgesundheitsminister Lauterbach, der die Impfkomplikationen als weitaus weniger bedeutsam eingestuft hatte: „Mehrmalige Kontaktaufnahmen zu ihm blieben ohne Antwort. Wir hätten ihm gerne Fallberichte vorgelegt, die seine Sichtweise möglicherweise verändert und einen dringenden Handlungsbedarf hätten erkennen lassen. Leider wird man als Betroffener eines Post-Vac-Syndroms noch immer viel zu oft als Impfgegner abgestempelt. Dabei waren es doch wir, die sich aus Überzeugung haben immunisieren lassen und auf die Vakzine vertraut haben. Da kann man uns nicht vorwerfen, dass wir der Impfung gegenüber skeptisch seien“. Entsprechend distanziert sich die Selbsthilfeinitiative auch von jeglicher Ideologie oder politischen Vereinnahmung: „Wir zweifeln nicht an der Impfung und leiten aus unserem persönlichen Einzelschicksal keine Empfehlung gegen die Impfung ab. Das ist eine Entscheidung jedes Individuums, da mischen wir uns nicht ein“. Allerdings fordert Riehle einen deutlich stärkeren Fokus auf die Problematik: „Dass Petitionen abgelehnt werden, die die Einrichtung weiterer Spezialambulanzen für Impfgeschädigte fordern, betrübt mich sehr. Wenngleich bei der Vielzahl der verabreichten Impfungen die Zahl der Komplikationen noch immer verhältnismäßig gering sei, ist die Geschichte jedes Betroffenen ernstzunehmen. Denn nicht selten sind es Menschen, die durch das Post-Vac-Syndrom derart eingeschränkt sind, dass sie ihren Beruf aufgeben müssen und schlagartig gehandicapt sind“, so Riehle.
Der Großteil der Menschen, die sich bei ihm meldeten, sind verzweifelt und hilflos: „Die Betroffenen haben viele Fragen. Bisher ist bei uns noch keine Selbsthilfegruppe in Präsenz oder online zustande gekommen, weil 98 Prozent der Kontaktsuchenden lediglich Beratung wünschen. Dabei geht es um die Vermittlung an Fachärzte und Kliniken, Möglichkeiten der weitergehenden Diagnostik und Behandlung von Impfkomplikationen oder entschädigungsrechtliche Ansprüche“, erklärt Riehle, der derzeit bis zu 15 Anfragen pro Tag erhält. Nachdem er als gelernter Psychosozialer und Integrationsberater mit Zertifizierungen in Prävention, Gesundheitsförderung, Sozialrecht und Grundlagenmedizin ausgebildet ist, können ihm nicht nur die Erfahrungen aus seinem eigenen Post-Vac-Syndrom bei der Beantwortung der Anliegen helfen, sondern auch seine berufliche Qualifikation und Kenntnis. „Ich erwarte eine weiter zunehmende Zahl an Betroffenen. Denn unser Immunsystem war in der Geschichte selten einer solch dicht aufeinanderfolgenden Gabe von Vakzinen ausgesetzt und deshalb ist jede zusätzliche Impfung eine Gratwanderung. Wir wissen einfach nicht, wie der Körper auf vier Corona-Immunisierungen, zusätzlich vielleicht noch Grippeschutzimpfungen oder den Piks gegen Gürtelrose und Affenpocken reagiert. Und letztlich sinkt der Mehrwert der SARS-CoV-2-Impfung mit jeder weiteren Immunisierung, denn die Studien belegen nach meinem Dafürhalten keinesfalls, dass der Schutz mit einer wachsenden Zahl an Stichen zunimmt – eher im Gegenteil. Wir werden uns also auf eine wachsende Gruppe an impfgeschädigten Personen einstellen müssen. Und da hilft es auch nicht, dieses Phänomen fortwährend zu leugnen“, erklärt Dennis Riehle abschließend.

Dennis Riehle - 06:49:04 @ Selbsthilfe

24.06.2022

Christsein im Wandel - Zwischen Sehnsucht und Enttäuschung über die Kirche…

Kommentar

Ich war schon früh von Kirche und Glaube fasziniert. Bereits beim Krippenspiel hatte ich stets eine feste Rolle, arbeitete mich vom Schaf zum Jesus hoch. Nach meiner Konfirmation übernahm ich Aufgaben in der Jugendarbeit, gestaltete Gottesdienste mit und war auch musikalisch fast jeden Sonntag aktiv. Zweifelsohne war meine Entscheidung, später einmal selbst Pfarrer werden zu wollen, schon während der Oberstufe gereift. Wenn da nicht während meiner Pubertät eine schwerwiegende psychische Erkrankung herangewachsen wäre.

Mit 17 Jahren war meine Zwangserkrankung voll ausgebrochen, psychiatrische und psychotherapeutische Hilfe wurden notwendig. Trotz der erheblichen Mehrbelastung stemmte ich mein Abitur mit gutem Ergebnis, wenngleich ich danach für einige Monate eine stationäre Unterstützung wahrnehmen musste. Nach meiner Rückkehr stand dann für mich eigentlich fest: Mit großer Leidenschaft und Hingabe wollte ich mein Theologie-Studium beginnen. Doch die Kirche fand das wohl keine passende Idee. Als ich mich über die Studienplätze informieren wollte und hierfür ein seelsorgerliches Gespräch mit einem klerikalen Amtsträger führte, spürte ich von Beginn an seine große Zurückhaltung und das Misstrauen mir gegenüber.

Die sehr direkte Aussage seinerseits schockierte mich dann aber schon: „Psychisch kranke Seelsorger braucht die Kirche nicht!“. Ja, solch eine Ansage hat gesessen – und in wenigen Sekunden einen ganzen Lebenstraum zerstört. Denn auch wenn es sich vielleicht nur um die Feststellung eines einzelnen Kirchenmitarbeiters handelte, vermochte sie möglicherweise doch eine strukturelle Überzeugung widerspiegeln und machte klar: Die Einrichtung, die in Nächstenliebe gerade den Kranken und Schwachen verbunden sein sollte, tat sich mit der Sensibilität und dem Feingespür in seelsorgerlich heiklen Situationen offenbar sehr schwer.

Zwar hätte ich Einlassungen als singuläre Meinung abtun und mich dennoch selbstbewusst dem Studium zuwenden können, doch in mir war mehr verletzt als lediglich eine stolze Eitelkeit. Immerhin hatte mich diese explizite und unmissverständliche Diskriminierung ins Herz getroffen. Kann und sollte ich Diener einer Kirche werden, die so offenbar und unverblümt meiner Persönlichkeit gegenüber Ablehnung und Herabwürdigung entgegenbrachte? Es brauchte mehrere Wochen, bis ich mich vom Schock erholte. Viele Gespräche brachten mich schlussendlich zur Konsequenz, die mir extrem schwerfiel – mir aber unausweichlich schien: Ich wendete mich einem neuen Studiengang zu und begann die Politikwissenschaften als eine Alternative, die ich weniger aus Überzeugung anging, sondern viel eher in der vermeintlichen Enttäuschung und Zurückweisung durch einen Mann der Kirche. Die menschlichen Abgründe dort hatten nicht nur meine Zustimmung zum Protestantismus, sondern auch zum Gottesglauben in Frage gestellt.

Denn in solchen Augenblicken fällt es schwer, zwischen dem Vater im Himmel und seinem weltlichen Bodenpersonal zu unterscheiden. Was mich hielt, war meine enge Bindung an meine Studierendengemeinde, in der ich stets willkommen gewesen bin und auch fortan meine Gaben einbringen durfte. Auch zu meiner Kirche vor Ort brach ich trotz der Erfahrungen den Kontakt nicht vollständig ab – bis zu dem Moment, als mir dort jegliche ehrenamtliche Aufgabe entzogen worden war. Nein, ins Gesicht sagte man mir nichts, sondern hatte mir kurzerhand eine hauptamtliche Kraft vorgesetzt, die mit sofortiger Wirkung meinen Platz einnahm. Hinter den Kulissen erfuhr ich, wonach man mir nach mehr als 800 Stunden freiwilligen Engagements für meine Gemeinde „Unzuverlässigkeit“ vorwarf, weil ich gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, diese mehrmals wöchentlichen Nachmittage für die Kirche tätig zu sein. Dass dieser Vorwand aber nur die Spitze des Eisbergs gewesen sein musste, wurde mir durch einen vertraulichen Brief bewusst: Ein Gemeindeglied wandte sich anonym an mich und steckte mir zu: „Zusammenfassend waren einige Kirchengemeinderäte aufgrund Ihres Single-Lebens davon überzeugt, dass Sie homosexuell veranlagt sein müssen – deshalb wurden Sie von der Leitung aus der Übernahme weiterer Funktionen, vor allem in der Jugendarbeit, ausgeschlossen“.

Diese Darstellung passte gut in die Wahrnehmung meinerseits: Früher mir sehr verbundene Mitchristen wechselten neuerdings die Straßenseite, wenn sie mich kommen sahen. Hinter vorgehaltener Hand war mein Privatleben bis aufs Kleinste rekonstruiert worden. Sogar meine Gänge zum Psychotherapeuten wurden beobachtet. Und während ich vor einem riesigen Scherbenhaufen meiner kirchlichen Verbundenheit stand und das Geschehene überhaupt nicht begreifen konnte, wuchs die Verbitterung in mir beständig an. Kann ich solch einer Institution weiter angehören, die mir auf meinen mittlerweile auch körperlich stark reduzierten Zustand lediglich die Antwort gab: „Hätten Sie einmal mehr gebetet, wäre Ihnen all das nicht passiert!“ – oder war es an der Zeit für mich, einen Schlussstrich zu ziehen? Der Versuch, mich umgemeinden zu lassen, scheiterte an der merkwürdigerweise durch alle Pfarrhäuser der Umgebung gehenden Ablehnung meines Gesuchs zur Aufnahme. Und auf meine „Theodizée“-Frage wollte mir auch niemand Antwort geben.

Kirche würde sich nicht verändern und reformieren, wenn die Unzufriedenen von Bord gingen. Diesen weisen Spruch hörte ich aus meinem Freundeskreis sodann desöfteren. Allerdings: Wann ist die Grenze der Ertragbaren erreicht? Und wie stand es eigentlich um meinen Gottesglauben angesichts der Erkenntnis, dass wohl zumindest seine Kirche Menschen zu selektieren versuchte? Es dauerte Monate, bis ich eines Morgens mit der Gewissheit aufstand: Es geht nicht mehr! Ich möchte und kann ihr nicht länger angehören. Ich hatte gehadert und mit mir gerungen. Aber ich hatte nicht eben nur einen erheblichen Teil meiner geistlichen Überzeugung verloren, sondern vor allem den Halt in der Kirche. Trotz meiner Anstrengungen getreu des Mottos „Schwamm drüber!“ war es mir nicht gelungen, den entstandenen Graben zu kitten. Immer wieder machte ich mir selbst Vorwürfe: War vielleicht ich der Schuldige, der nun aus Missmut die Segel strich?

Im weiteren Verlauf wendete ich mich der humanistischen Szene zu. Meine ehemalige Kirche war mir mittlerweile egal, stattdessen stimmte ich in manch pauschale Verunglimpfung mit ein, die gerade von den evolutionären Humanisten gegenüber den Konfessionen verbreitet wurde – und ging zeitweise in meiner Wut über die Institution auf. Was sich allerdings im tiefen Innersten nicht verbergen ließ, das war meine grundständige Sehnsucht nach Gott, an dessen Existenz ich zwar immer öfter zweifelte, der mich aber nicht losließ. Im Nachhinein würde ich sagen: Gerade dieses kleine Flämmchen, das in meiner Seele loderte, macht seine fortdauernde Gegenwart offenbar. Es vergingen mehrere Jahre und ich merkte eine zunehmende Unzufriedenheit mit meiner Situation inmitten von Lästerern über Kirche und Glaube. Im Gegensatz zu ihnen war mir nämlich stets meine Verantwortung bewusst: Aus meiner persönlichen Erfahrung mit der Organisation und ihren Mitarbeitern wollte ich keinesfalls einem Anderen die Legitimation der Religion und Freiheit des Bekenntnisses zu Gott absprechen.

Es war ein Pfarrerwechsel und eine Einladung zum Trauergottesdienst für meine verstorbene Oma, der mich zum ersten Mal wieder in eine Kirche brachte. Und auch wenn sich aus dieser guten Begegnung am Ende doch keine dauerhafte Rückkehr entwickelte und man mir noch immer vorwarf, dass ich mit meiner liberalen Überzeugung von Gott und Schrift „Eulen nach Athen tragen würde“, habe ich mich versöhnt. Ich habe die Hand ausgestreckt, das war mir wichtig. Ich wünsche der Kirche nichts Schlechtes. Auch wenn für mich dort aktuell kein Platz scheint. Ich war, bin und bleibe Christ – evangelisch aus tiefer Verbundenheit und wegen meines Glaubens. Mittlerweile habe ich mich in Seelsorge und zum Prädikanten fortgebildet, meine Leidenschaft an Theologie und Philosophie ist zurückgekehrt und ich empfinde wieder eine unvoreingenommene Nähe zu Gott, mit dem ich in Dialog stehe und den ich nicht mehr für manches Fehlverhalten von Mitmenschen haftbar mache…

Dennis Riehle - 05:22:14 @ Glaube

23.06.2022

„Auch Jüngere mit Handicap sollten einen Schwerbehindertenausweis beantragen!“

Pressemitteilung 
des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland e.V.

Gemäß einer aktuellen Statistik hat nahezu jeder zehnte Deutsche einen Schwerbehindertenausweis und damit eine Behinderung mit einem Grad von mindestens 50. Allerdings handelt es sich bei der überwiegenden Mehrheit der Personen um Menschen aus der Altersklasse über 75. Dabei hätten auch viele Jüngeren Anspruch auf entsprechende Nachteilsausgleiche und die Feststellung einer Behinderteneigenschaft, schämen sich nach Ansicht des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland aber vor der Antragsstellung, gerade, weil sie sich am Arbeitsplatz vor einer etwaigen Schlechterstellung fürchten.

Deshalb ermutigt der Sozialberater des ABiD e.V., Dennis Riehle: „Die Ängste vor dem Schritt zur Beantragung eines solchen Schwerbehindertenausweises sind weitgehend unbegründet und sollten daher niemanden davon abhalten, die eigenen Rechte in Anspruch zu nehmen“, erklärt der 37-Jährige, der selbst im Besitz dieses Dokuments ist. „Gerade im Job kann der Ausweis mögliche Forderungen nach Mehrurlaub, bevorzugter Einstellung, Hilfsmitteln oder einem verbesserten Kündigungsschutz begründen und ist damit in den allermeisten Fällen eher ein Türöffner, statt ein Bremser“. Dennis Riehle verweist darauf, dass auch bei einer bestehenden Behinderung mit einem geringeren Grad als 50 eine Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten im Arbeitsrecht möglich ist und sich deshalb ein entsprechender Antrag für jeden Menschen mit einem Handicap lohnt: „Denn leidglich für die fiktive Konstellation, wonach die Schwerbehinderung zu erheblichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz oder zum Umstand führt, dass der Betroffene gewisse Tätigkeiten aufgrund der Behinderung nicht ausführen kann oder darf, ist die Offenlegung der Schwerbehinderung gegenüber dem Arbeitgeber vonnöten. Für alle anderen Arbeitnehmer kann der Ausweis dagegen nur Vorteile bringen und muss dann auch nicht im Beruf kenntlich gemacht werden. Viel eher ist eben auch nur die Inanspruchnahme von steuerlichen Entlastungen denkbar – und dann hat die Schwerbehinderung den Chef überhaupt nicht zu interessieren“, so Riehle.

Die Antragsstellung erfolgt in der Regel beim Versorgungsamt des zuständigen Stadt- oder Landkreises und ist mit den entsprechenden, im Internet auffindbaren, Formularen möglich. In der Mehrheit der Fälle wird nach Aktenlage entschieden. Das heißt, die Behörde fordert von den behandelnden Ärzten entsprechende Befundberichte an und urteilt auf der Basis dieser Attestierungen innerhalb von zumeist drei bis vier Monaten. Eine Schwerbehinderung ist bei chronischen Erkrankungen, die länger als ein halbes Jahr andauern, anzunehmen. Schlussendlich stellt das Amt einen Grad der Behinderung (GdB) zwischen 0 und 100 fest. Gemäß dieser Einstufung können dann verschiedene Nachteilsausgleiche genutzt werden. Bei besonderen Fällen ist daneben auch die Feststellung zusätzlicher Merkzeichen angezeigt, beispielsweise bei stark eingeschränkter Gehfähigkeit oder bestehender Hilflosigkeit.

Kostenlose Sozialberatung zum Thema leistet der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e.V. bundesweit per Mail unter der Adresse: soziales@abid-ev.de.

Dennis Riehle - 07:30:53 @ Soziales

18.06.2022

Von Diabetes bis Hypogonadismus: Selbsthilfe berät Betroffene!

Pressemitteilung

In der westlichen Welt hat sich durch veränderte Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel die Zahl der Erkrankten an einem Metabolischen Syndrom in den letzten Jahren deutlich erhöht. Viele Betroffene leiden nicht nur unter Bluthochdruck, sondern auch vermehrt an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), erhöhten Harnsäurewerten, Adipositas (krankhaftes Übergewicht) und Fettstoffwechselstörungen wie Hypercholesterinämien. Gleichzeitig gibt es auch eine beträchtliche Verbreitung von hormonellen Erkrankungen wie etwaigen Störungen der Schilddrüse mit einer Unter- oder Überfunktion, die erheblichen Einfluss auf Physiologie und Psychologie des Menschen haben. Daneben sind in unserer heutigen von Zeitmangel und Hektik geprägten Gesellschaft auch immer öfter Probleme der Nebenniere zu beobachten, die unsere Stresshormone (beispielsweise Adrenalin und Cortisol) regulieren. Und nicht zuletzt beklagen Männer wie Frauen wachsende Schwierigkeiten mit Wechseljahren oder sexuellen Dysfunktionen. Neben Mangelerscheinungen wie dem Hypogonadismus (vornehmlich ein Defizit am männlichen Geschlechtshormon Testosteron), ausgelöst durch Funktionserkrankungen an den Hoden oder durch unzureichende Produktion von regulierenden Botenstoffen in Hypophyse und Hypothalamus (Hirndrüsen), können durchaus auch psychogene Faktoren das Liebesleben beeinflussen und stehen in Wechselwirkung mit den hormonellen Zentren des Körpers. Die Konsequenz können beispielsweise Osteoporose oder Depressionen sein, oftmals aber auch anhaltende Erschöpfungszustände, Minderung der Muskelmasse oder Einlagerung von Fett. Insgesamt gehen mit hormonellen und Stoffwechselstörungen auch kardiovaskuläre Risiken, beispielsweise für Herzinfarkt, Thrombosen oder Schlaganfälle, schleichend einher.

Aufgrund der Bedeutung dieser Krankheiten bietet die Selbsthilfeinitiative in Konstanz nach Ende der Corona-Maßnahmen wieder einen entsprechenden Erfahrungsaustausch für Betroffene und Angehörige an. „Bis sich eine ausreichende Zahl an Teilnehmern für regelmäßige Zusammenkünfte einer Gruppe gefunden haben, setzen wir auf die bewährte Mailberatung“, erklärt der Leiter des ehrenamtlichen Angebots, Dennis Riehle, in einer entsprechenden Aussendung – und fügt an: „Schwerpunkte sind dabei die Themen Ernährung, psychosoziale Unterstützung und Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung“. Der 37-jährige Berater ist in all diesen Bereichen entsprechend aus- und fortgebildet, gleichsam aber auch von Diabetes, Hypothyreose, Hypogonadismus, Adipositas und Hyperlipidämie selbst betroffen. „Insofern kann ich aus meiner Qualifikation und vormals beruflichen Tätigkeit profitieren, aber auch aus dem eigenen Umgang mit hormonellen und Stoffwechselerkrankungen. Gerade aus dieser Situation heraus ist es mir ein besonderes Anliegen, dass wir die Entstigmatisierung der Betroffenen konsequent vorantreiben, denn in den seltensten Fällen ist man selbst an einer Krankheit schuld. Die Vorurteile gegenüber beleibten Menschen sind weiter immanent. Gleichzeitig sollten sie für ihre Situation und mögliche Ursachen oder Folgen sensibilisiert werden, damit sie rechtzeitig intervenieren können. Daneben müssen ihnen umfassende Behandlungsangebote aufgezeigt werden, aber auch praktische Alltagstipps zum Handling der Krankheit. Insofern verstehen wir uns als Ratgeber und Orientierungshilfe, die begleitend und ermutigend wirkt“, sagt der Konstanzer Gruppenleiter.

Er weist abschließend auf die kostenlose Beratung hin, die auch überregional in Anspruch genommen werden kann: info@selbsthilfe-riehle.de. Hierbei kann keine fachkundige Konsultation, Betreuung und Therapie durch medizinische oder psychologische Fachkräfte ersetzt werden. Stattdessen versteht sich die freiwillige Dienstleistung als ergänzende Möglichkeit der Selbsthilfe, für deren Auskünfte Haftung ausgeschlossen ist und die alle vorgegebenen Regelungen zum Datenschutz und zur Verschwiegenheit einhält. Sie ist keine Rechtsberatung und nicht verbindlich.

Dennis Riehle - 06:23:50 @ Selbsthilfe

16.06.2022

Psychosoziale Sprechstunde berät nun auch kostenlos zu Ernährung und dem Alter

Pressenotiz

Das bundesweit tätige, ehrenamtliche Angebot der Psychosozialen Sprechstunde in Konstanz erweitert ihr Angebot. Wie der Leiter des Projekts mitteilt, leiste man künftig auch eine orientierende Ernährungs- und Seniorenberatung: „Vielen Menschen ist der Zusammenhang zwischen der seelischen Gesundheit und einer ausgewogenen Auswahl an Lebensmitteln überhaupt nicht bewusst. Zudem ist in Zeiten von Klimawandel und Inflation eine nachhaltige Ernährung nicht nur für den Geldbeutel überaus wichtig“, erklärt Dennis Riehle, der darüber hinaus ausführt: „Gleichsam haben die bisherigen Erfahrungen der kostenlosen psychologischen und Sozialberatung einen erhöhten Bedarf an Informationen für Angehörige von älteren Menschen aufgezeigt. Oftmals sind sie es, die sich mit Fragen an uns wenden. Gerade bei pflegenden Verwandten ist die Sehnsucht nach Begleitung und Unterstützung über die Pandemie hinweg deutlich angestiegen“, so der 37-Jährige, der sich als Psychosozialer und Integrationsberater mittlerweile auch in der Ernährungs- und Seniorenberatung, Gerontologie (Lehre des Alters) und zu Rechtsfragen in der Pflege zertifiziert und weitergebildet hat.

„Schon bisher war die Nachfrage zu grundsätzlichen Ansprüchen auf Pflege- und Sozialleistungen in unserer digitalen Sprechstunde immens groß. Nun kann ich mit meinen erworbenen Kenntnissen auch ganz praktische Alltagstipps für den Umgang mit älteren Menschen geben, beispielsweise bei bestehender Demenz oder körperlicher Beeinträchtigung“, sagt der Konstanzer und führt daneben auch aus: „Wie kann ich meine Nächsten im Alter bestens betreuen, wie schütze ich mich dabei selbst vor Überforderung und welche Hilfe bekomme ich vom Staat – all diese Fragen tauchen auf. Und ich hoffe, dass ich jetzt noch besser darauf eingehen kann. Mir ist es wichtig gewesen, ein ganzheitliches Angebot für möglichst viele Lebenslagen zu schaffen, das als Erstinformation dienen soll und das für jeden Ratsuchenden zugänglich ist. Daher ist es entgeltfrei und per Mail niederschwellig erreichbar. Es ist keine Konkurrenz zu den professionellen Beratungsangeboten vor Ort, sondern lediglich eine wegweisende und vermittelnde Auskunft, die auf die Darbietung von grundsätzlichen Auskünften ausgerichtet ist und keine tiefergehende Einzelfallprüfung vornehmen kann“, so Riehle.

Die ehrenamtliche Dienstleistung hat bisher rund 600 Anfragen beantwortet. Dabei kommen die Kontaktsuchenden aus ganz Deutschland, weil die Sprechstunde nicht auf die Region Bodensee begrenzt sein soll: „Nachdem ich aufgrund eigener Erkrankung nicht mehr erwerbsfähig bin, war es mir doch ein eigenes Anliegen, mich nach meiner selbstständigen Tätigkeit in eigener Praxis weiterhin sinnstiftend einzubringen. Mit dem geschaffenen Projekt der psychosozialen Beratung gelingt mir dieser Wunsch. Zudem weiß ich aus eigener Betroffenheit, wie verzweifelt man in gewissen Situationen unseres Daseins ist und dann rasche und leicht wahrnehmbare Hilfe braucht“, meint Dennis Riehle abschließend und verweist für Interessierte auf die Internetpräsenz der ehrenamtlichen Mailberatung unter www.psychosoziale-sprechstunde.de.

Dennis Riehle - 06:34:52 @ Ehrenamt