Humanistischer Arbeitskreis Bodensee  (HABO)                         - Humanisten Bodensee (www.humanisten-bodensee.de

 

Herzlich willkommen!

 

Der Humanistische Arbeitskreis Bodensee begrüßt alle Besucher auf seiner Webpräsenz und wünscht viel Spaß beim Durchstöbern der Seite! Lernen Sie und kennen und entdecken Sie unsere Arbeit, Ziele und unser Selbstverständnis!

 

Wir freuen uns über jeden neuen Mitstreiter und sind gespannt auf Ihre und eure Ideen! Unser Arbeitskreis lebt von Projekten und Mitsprache, von Vorschlägen und Anregungen derjenigen, die sich einem konstruktiven, fragenden und pointierten Verständnis des eigenen Glaubens verschrieben haben. Bei uns steht die Diskussion im Mittelpunkt, wir wollen gemeinsam um die verschiedenen religiösen Ansichten ringen, Standpunkte setzen, Anregungen geben und dabei unsere eigenen Überzeugungen weiterentwickeln. Die Vision der Verständigung prägt dabei unsere Tun.

 

Wer daran interessiert ist, seine Gedanken vorzustellen, Impulse einzubringen oder die Debatte zu bereichern, möge sich gern melden. Wir sind offen für Menschen unterschiedlichen Glaubens, für Zweifelnde und Überzeugte, für diejenigen, die sich austauschen oder ihre klare Meinung äußern wollen. Wir sind darüber hinaus natürlich auch über die im Impressum genannten Kontaktmöglichkeiten erreichbar, beispielsweise für Anfragen von Presse und Medien.

 

 

 

Wer wir sind...

 

Wir verstehen uns als freier Zusammenschluss von Menschen, die sich einem humanistischen Verständnis verschrieben haben. Dabei verfolgen wir aber nicht zwingend einen säkularen Humanismus. Viel eher setzen wir uns für ein friedliches Miteinander der Weltanschauungen an und befürworten ausdrücklich das Recht der ungeteilten Religionsausübung - in alle Richtungen. Wir stellen uns gegen Diffamierungen von Konfessionslosen und Atheisten, gleichzeitig lehnen wir aber auch Spott gegenüber dem Glauben ab. Wir wertschätzen die individuellen Ideologien, kritisieren gleichzeitig aber auch, wenn diese Freiheit durch eine institutionalisiert oder persönlich ausgehende und vereinnahmende Lehre beschnitten wird.

 

Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Handelns, vor allem aber auch im Zentrum seines eigenen Glaubens. So respektieren wir gleichzeitig jede Form des Gottesbildes und seine daraus abgeleiteten Überzeugungen, solange sie friedlich gelebt werden und keine Radikalisierung erfahren. Wir fühlen uns verbunden mit dem Verständnis eines Humanismus, der wertschätzend, aber auch zweifelnd mit dem Christentum zu interagieren versucht, und der eine gegenwartsorientiere und reflektiert gestaltete Exegese ermöglicht, ohne dabei zwingend einem Mainstream folgen zu müssen. Wir sind der Überzeugung, dass ein Glaube mit Fundamenten, Traditionen und Vorbildern dem Menschen helfen kann, ihn auch vor sich selbst und seinen Zukunftsambitionen zu schützen. Dabei stützen wir uns auf die Ansicht, dass eine Moral sinnvoll ist, um zu erden. Wir sehen uns einem integralen, neostoischen und biblizistisch geprägten und sozialliberal bereicherten Neuhumanismus nahe, angelehnt an die Überlegungen und Visionen des Erasmus von Rotterdam, Johann Gottfried Herder oder Erich Fromm, die die Distanz zum alleinigen existenziellen Humanismus schafften - und dennoch eine Rückbesinnung auf Wurzeln des klassischen Begriffs vollzogen.

 

Wir möchten einen Humanismus kräftigen, der es dem Einzelnen in seiner persönlichen Entscheidung freistellt, sich für seinen eigenen Glauben auszusprechen. Wir wollen einen mündigen Bürger, der gleiche Unterstützung in seinen Anliegen erhalten muss, wenn er religiös ist - aber eben auch, wenn er sich säkular orientiert. Gleichwohl erachten wir den Marx zugeschriebenen Satz vom "Opium des Volkes" nicht für ganz unberechtigt - und erachten es als wegweisend, eine Lebensphilosophie zu entwickeln, die auf einem Wertekanon abseits der alleinigen Selbstzentrierung basiert. Das Christentum mit seiner Gottesvorstellung muss nicht bevormunden, wenn der Glaube frei gelebt wird. Allerdings hilft aus unserer Sicht eine religiöse Orientierung, um Überheblichkeit abzuwenden und Einzelne besserzustellen. Der Mensch braucht nach unserer Auffassung auch eine gewisse Form der Demut, um nicht willkürlich und ohne Rücksicht auf Verluste seinen Willen durchzusetzen. Denn unabhängig davon, ob es einen Gott gibt, ist nicht alles sinnvoll, was möglich ist.

 

So leben wir einen Humanismus des Respekts vor uns, vor anderen, aber auch vor dem, wovon wir nicht wissen, ob es existiert.

 

 

Was wir machen...

 

  • Erarbeitung von Standpunkten für den religiösen Dialog
  • Unterstreichung des humanistischen Wertes der Religion 
  • Stellungnahmen zu politischen Themen im Spannungsfeld von Ethik, Moral und religiöser Lehre
  • Förderung des interreligiösen Gesprächs
  • Kritische Betrachtung von religiösem Radikalismus, Würdigung von liberalem Glauben, Respekt vor weltanschaulicher Überzeugung 
  • Ausarbeitung, Interpretation und Betrachtung religiöser Einflüsse auf die Kultur, beispielsweise auf Kunst, Theater, Kabarett oder Musik
  • Reflektierte Exegese religiöser Schriften, unabhängig von kirchlichen Vorgaben
  • Auseinandersetzung mit der Gottesfrage
  • Debatte mit atheistischen Überzeugungen
  • Unterstützung eines Humanismus im Spannungsfeld des christlichen Glaubens
  • Einsatz für eine verstärkte Trennung von Kirche und Staat
  • Beratung von Menschen in Glaubenskonflikten
  • Förderung der Mitsprache von Konfessionsfreien, Humanisten, Freidenkern und Atheisten in Gremien, Medien und Öffentlichkeit
  • Förderung der Diskussion mit und zwischen Religionen sowie atheistisch beziehungsweise humanistisch oder freidenkerisch geprägten Gemeinschaften

 

Und was ist Ihr Beitrag? Wie möchtest du dich einbringen? Oder können wir dich unterstützen? Bist du dir unsicher bei deinem Glauben? Zweifeln Sie daran, ob Gott existiert und möchten Sie darüber ins Gespräch kommen? Wollen Sie etwas zum Thema "Religion" sagen? Wie leben Sie Ihren Glauben?

 

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage, auf dein Feedback und viele Reaktionen - und hoffen, dass Sie hier eine anregende Lektüre vorfinden und dass du dich bei uns willkommen fühlst!

 

 

 

Ziele: Was wollen wir erreichen?

 

Deutschland hat sich verändert: Die Aufklärung hat seit langem auch in der Bundesrepublik Einzug gehalten und dazu geführt, dass sich Macht und Einfluss der großen Volkskirchen verringert haben. Immer mehr Bürger verlassen diese über lange als alternativlos gesehenen Institutionen oder wenden sich von ihrer religiösen Überzeugung ab. Häufig spielen dabei Zweifel, Enttäuschung oder tiefgreifende persönliche Erlebnisse eine Rolle. Der Gottesglaube verwässert sich durch eine immer individuellere Auslegung und Zusammenstellung von eigenen Vorstellungen, in der "eine höhere Macht" gleichsam Bedeutung erlangt wie die Fokussierung des eigenen Ichs und der Mitmenschen.

 

Bei einem steigenden Anteil von skeptischen Personen in der Bevölkerung entwickelt sich auch eine wahrnehmbare Abwendung von Versprechungen und Vertröstungen auf ein Jenseits. Der Reiz und der Wunsch nach einer Zentrierung auf irdische Angelegenheiten ist groß. Gerade auch in Landstrichen, die bislang durch streng konservative und klerikale Einflüsse geprägt waren, nimmt die Erosion der klassischen Okkupation durch die christlichen Glaubensströmungen zu.

 

Gleichsam wäre es falsch, von einem Niedergang des Glaubens zu sprechen. Viel eher fokussiert sich die Sinnsuche heute auf andere Ziele, auf individualistische. Doch ist diese Entwicklung hilfreich? Ist die "Patchwork"-Religion tatsächlich eine Lösung? Oder wie kann man der Sehnsucht nach einer Vision abseits von Dogmen gerecht werden, ohne dabei ethische Grundsätze aufzugeben und die kulturelle Identität zurück zu lassen? Wir wollen eine kritische Betrachtung des Zeitgeistes, gleichzeitig aber auch nicht leugnen, dass die Ansprüche an Religion heute andere sind als in der Vergangenheit. Die Menschen erwarten mehr Flexibilität in der Überzeugung, gleichzeitig bleibt der Wunsch nach Orientierung und Halt aufrecht. Und daneben erlebt die Glaubenslandschaft einen Pluralismus, der herausfordert und auch das kulturelle Erbe auf eine Probe stellt.  

 

Insofern ist es unvermeidbar, dass sich neue Denkmuster ergeben müssen, um den Bedürfnissen an einen religiösen Frieden gerecht zu werden. Das bedeutet nicht, dass zwingend von Positionen abgerückt werden sollte, die als konservativ betrachtet werden. Viel eher bleibt zu diskutieren, welche Werte auch im 21. Jahrhundert Bedeutung behalten, unabhängig davon, ob sie in eine bestimmte politische Richtung passen. Zweifelsohne liefern nicht nur die Religionen das Fundament für unser gesellschaftliches Miteinander. Ethik kann sich aus philosophischen, aus humanistischen oder kulturellen Wurzeln speisen, deshalb ist uns die Arbeit mit diesen Ressourcen genauso wichtig. 

 

Unbestritten bleibt aber, dass auch weiterhin das Christentum einen wesentlichen Anteil an den religiösen Weltanschauungen in Deutschland besitzt. Daher legen wir unser Augenmerk darauf, seine Botschaften zu deuten, ohne dabei zwingend an kirchliche Lehren gebunden sein zu müssen. Wir sind in unserer Arbeit unabhängig und frei, wollen zu allen Seiten den reflektierten Blick bewahren, wenden uns aber gleichzeitig gegen Spott oder Belustigung religiösen Bekenntnisses, sondern verurteilen allein den gewaltsamen Missbrauch eines Glaubens für Zwecke von Macht, Vertreibung oder Unterdrückung. 

 

Zusammenfassend wollen wir den Glauben des Einzelnen stärken und dabei unterstützen, in unterschiedliche Richtungen zu gehen. Wir wollen dabei helfen, Extremismus zu verhindern und das friedliche Miteinander verschiedener Überzeugungen zu achten. Wir verurteilen weder Gläubige noch diejenigen, die sich von der Kirche oder Religion abgewendet haben. Wir unterstreichen ausdrücklich das Recht auf säkulare Weltanschauungen und fordern nachdrücklich die Gleichberechtigung derer, die sich atheistisch, freidenkerisch oder konfessionsfrei orientieren. Gleichzeitig wollen wir das Gespräch zwischen den Meinungen nicht abreißen lassen, sondern den gegenseitigen Respekt fördern und zum Verständnis aufrufen - ohne dabei alles für jeden nachvollziehbar zu machen.

 

Nach unserer Meinung ist auch der Humanismus zu einer Selbstkritik verpflichtet und darf den Menschen nicht nur in seinen Freiheiten fördern, sondern muss ihn auch vor Übermut und Selbstüberschätzung bewahren. Wir distanzieren uns daher von der Idealisierung des antiken Humanismus, folgen eher den Ansichten eines sozialen Menschlichseins, das die Solidarität vor den Egoismus stellt. Sich individuell entwickeln zu dürfen und dabei auch seinen Glauben frei zu formulieren, gehört für uns ebenso zu einem verantwortungsvollen Humanismus wie die Auseinandersetzung mit den ethischen Herausforderungen der Moderne, die dem Menschen zwar viel ermöglicht, aber nicht immer zum Wohle Aller dienlich erscheint. Daher sehen wir die Verbindung mit christlichen Wertevorstellungen als eine passende Kombination, wenngleich sie nicht immer auf Gegenliebe stößt.

 

Entsprechend verfolgen wir mit unserer Arbeit die Ermutigung, verschiedene Blickwinkel einnehmen zu können, Gedankengänge anstoßen zu dürfen und zu einem mündigen Umgang mit Religion, dem eigenen Glauben und der Verwirklichung desgleichen im persönlichen, aber auch gesellschaftlichen Leben aufzurufen. Glaube und Religion sollen dem Menschen einen Sinn geben - und nicht umgekehrt..

 

Seien auch Sie eingeladen!

 

 

 Kontakt:

 

Humanistischer Arbeitskreis Bodensee 

Humanisten Bodensee

 

 

Sprecher

Dennis Riehle

Martin-Schleyer-Str. 27 - 78465 Konstanz

Tel.: 07531 / 955401

Mail: sprecher@humanisten-bodensee.de  

 

 

 

 

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