Humanistische Alternative Bodensee (HABO)                           -   Humanisten am Bodensee   (www.humanisten-bodensee.de)

 

Herzlich willkommen!

 

Die Humanistische Alternative Bodensee (HABO) - Humanisten Bodensee begrüßt alle Besucher auf unserer Webpräsenz und wünscht viel Spaß beim Durchstöbern der Seiten und beim Erkunden unserer Arbeit, Ziele und unseres Selbstverständnisses!

 

Wir freuen uns über jeden neuen Mitstreiter und sind gespannt auf Ihre und eure Ideen! Unsere Alternative lebt von Projekten und Mitsprache, von Vorschlägen und Anregungen derjenigen, die sich dem Bild des Humanismus verschrieben haben. Bei uns steht der Mensch im Vordergrund, nicht sein Glaube oder sein religiöses Bekenntnis.

 

Wichtige Informationen zu unsere Haltungen und Einstellungen, zu unseren Forderungen, aber auch zu unseren Aktivitäten gibt es auf dieser Seite, die stetig aktualisiert und ausgebaut wird. Wer bei uns mitwirken will, Fragen stellen möchte oder einfach eine Rückmeldung geben mag, meldet sich einfach unverbindlich:

 

sprecher@humanisten-bodensee.de

 

Wir sind darüber hinaus natürlich auch über die im Impressum genannten Kontaktmöglichkeiten erreichbar, beispielsweise für Anfragen von Presse und Medien.

 

Für den ersten Überblick - was wir machen:

 

  • Pressemitteilungen und Diskussionsteilnahme bei regionalen und überregionalen Debatten in Sachen Religion, Kirche, Glaube, Gesellschaft und Politik
  • Information durch Öffentlichkeitsarbeit, Stände, Vorträge, individuelle Gespräche und Kontakte 
  • Interessen von Menschen ohne religiöse Zugehörigkeit gegenüber Entscheidungsträgern und gesellschaftlich Verantwortlichen repräsentieren und vorbringen (Petitionen, Anträge, Forderungen, Beistand...), humanistisches Engagement in sozialen u.a. Bereichen fördern sowie Eintreten für Bürger-, Menschen- und Grundrechte
  • Anregen und Anstoßen von aufklärenden Veranstaltungen zu Hintergründen von Kirche - Glaube - Religion und Humanismus / Atheismus / Freidenkertum / Agnostizismus
  • Vernetzung und Kooperation mit gleichgesinnten Organisationen und Dachverbänden
  • Austauschplattform und Anlaufstelle für regionale Aktivitäten bieten
  • Humanistisch orientierte Seelsorge und Beratung bei persönlichen Glaubenskonflikten, psychischen Sorgen und Krisen in der Lebensführung
  • Vermittlung von konfessionsfreien Rednern für Familienfeiern, von Referenten für Vorträge, Workshops und Veranstaltungen
  • Unterstützung beim Kirchenaustritt, beim Ausstieg aus Religionsgemeinschaften, Hilfe gegenüber Verwaltung und Gemeinde
  • Förderung des interreligiösen Dialogs und des Gesprächs zwischen Religionen und atheistisch beziehungsweise humanistisch oder freidenkerisch geprägten Gemeinschaften

 

Und was ist Ihr Beitrag? Wie möchtest du dich einbringen?

 

Oder können wir dich unterstützen? Hast du Fragen zum Kirchenaustritt oder zu deinem Glauben? Bist du dir unsicher, ob Gott existiert und möchtest dich darüber austauschen? Hast du schlechte Erfahrungen mit Kirche und Religion gemacht? Oder bist du bereits zu einer atheistischen, freidenkerischen, agnostischen, konfessionsfreien oder humanistischen Anschauung gelangt, möchtest sie teilen und dich für sie einsetzen? Vielleicht schon mit konkreten Ideen? Oder mit Projekten?

 

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage, auf dein Feedback und viele Reaktionen - und hoffen, dass Sie hier eine anregende Lektüre vorfinden und dass du dich bei uns willkommen fühlst!

 

 

Die Humanistische Alternative Bodensee (HABO)

Dennis Riehle, Nicolas Kienzler und Manuel Oexle

 

 

 

Aktuelles: Womit wir uns momentan beschäftigen...

(Aktuelle Beiträge, Diskussionen und Nachrichten auch in im Blog von

Dennis Riehle - Rubrik "Glaube" - oder auf "Facebook".)

 

 

Positionen zur baden-württembergischen Landtagswahl:

Was sagen die Kandidaten am Bodensee zu säkularen Standpunkten?

 

Welche Positionen vertreten die Parteien, die zur Landtagswahl am 13. März 2016 in Baden-Württemberg antreten, wenn es um säkulare Fragen geht? Um das herauszufinden, durfte sich die „Humanistische Alternative Bodensee“ (HABO) dankenswerterweise der Aktion der Regionalgruppe Stuttgart der „Giordano-Bruno-Stiftung“ (GBS) anschließen und versandte eine von dort zur Verfügung gestellte Sammlung mit Wahlprüfsteinen an alle Kandidaten aus den Wahlkreisen 56 (Konstanz), 57 (Singen) und 67 (Bodensee) – und erhielt darauf auch zahlreiche Rückmeldungen.

 

„DIE LINKE“

So antworteten die beiden Kandidaten der Partei „DIE LINKE“ aus den Wahlkreisen 56 und 67, Simon Pschorr und Roberto Salerno, auf die insgesamt 19 Fragen und vertraten dabei einheitliche Meinungen: Man werde sich dafür einsetzen, die kirchliche Dominanz durch Abschaffung der Kirchenverträge und Konkordate abzuschaffen und die Rechte von Arbeitnehmern in kirchlichen Einrichtungen zu stärken. Beide seien derzeit nicht in kirchlichen Ehrenämtern aktiv und forderten die strikte Gleichbehandlung der unterschiedlichen Religionen. In Bezug auf die Zusammenarbeit mit konservativen Islamverbänden ergänzte Pschorr: „Hier ist Vorsicht geboten, pauschalisierend die muslimischen Gemeinden Deutschlands gegen oder vor die Muslime Deutschlands zu stellen. Jeder Gemeinschaft soll das Recht zugebilligt werden, eine Vertretung und Dachorganisation zu gründen – auch den konservativen Spielarten religiöser Vereinigung. Wichtig ist jedoch: Diese haben keinen Alleinvertretungsanspruch! Wir müssen darauf achten, dass alle Glaubensrichtungen des Islam – aber auch Judentum, in dem der Richtungsstreit ebenfalls stark zu Tage tritt – öffentlich gleichberechtigt repräsentiert sind. Völlig richtig ist: Jedermann, auch und gerade Flüchtlinge aus Regionen religiösen Zwangs haben ein Recht auf negative Religionsfreiheit. Niemand darf ihnen aufzwingen, sich mit religiösen Mittlern auseinandersetzen zu müssen“. Salerno unterstrich gleichzeitig, dass religiös geprägte Wahlkandidaten selbstverständlich auch die Interessen anderer Weltanschauungen repräsentieren müssten, sofern diese die Menschenrechte achteten. § 166 StGB, der Paragraf gegen Gotteslästern, solle abgeschafft werden, für eine privilegierte Seelsorge gebe es keinen Grund, meinten beide. Das Tanzverbot sollte abgeschafft werden und Subventionen für kirchliche Veranstaltungen nicht anders ausfallen als für weltliche. Der Gottesbezug in der Landesverfassung solle gestrichen werden, eine Säkularisierung die Dominanz der Kirchen in Schule und auch Gesellschaft ablösen. Beide betonten, dass in der Bildung die Lehre der Evolution gestärkt und ein Ethik-Unterricht ab der 1. Klasse eingeführt werden solle.

 

„DIE PARTEI“

Ab der 4. Klasse forderte dies in seinen Antworten der Kandidat von „DIE PARTEI“ im Wahlkreis 67, Sascha Maus. Zur Frage, ob der Gottesbezug aus der Landesverfassung entfernt werden sollte, schrieb er: „‘In Ehrfurcht vor Gott‘ auf jeden Fall, Nächstenliebe dagegen betrachte ich schon als sehr wichtig. Auf ‚christlich‘ kann gerne verzichtet werden“. Als wichtigstes Anliegen aus dem Fragenkatalog sah er die Lockerung des ‚Friedhofszwangs bei Feuerbestattung‘. Auch er habe keine kirchlichen Ämter oder Verpflichtungen inne, in Bezug auf den "Blasphemie-Paragrafen" forderte er eine Abschaffung und ergänzte: „Wusste gar nicht, dass der noch existiert…“. Zum Anliegen, ob  Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen weiterhin aus Steuergeldern finanziert werden sollte, meinte er: „Schwierige Frage, eher ‚Nein‘, da Seelsorge gerade nach besonderes schwierigen Situation unbedingt von Nöten ist. Allerdings müssen Personen anderen Glaubens die gleichen Möglichkeiten einer Seelsorge haben wie christliche Soldaten, Polizisten oder sonstige“. Generell befürworte er eine Säkularisierung, sprach sich auch für einen Vorrang staatlicher Rechtsordnung vor religiösen Geboten aus. An öffentlichen Einrichtungen müssten neben kirchlichen auch andere soziale Angebote erlaubt werden. Filmzensur an den kirchlichen Feiertagen sollte ebenfalls abgeschafft werden, gleichsam wie eine verdeckte Lobbyarbeit der Politik mit den Kirchen.

 

„Freie Demokraten (FDP)“

Größtenteils abgelehnt wurden die Forderungen aus dem Katalog von der Kandidatin der FDP im Wahlkreis 57, Kirsten Brößke. Sie wolle sich weder für die Beendigung der Privilegien der Kirchen einsetzen, noch die Trennung zum Staat konsequenter vorantreiben. Die Staatsleistungen dürften nicht abgelöst werden, die Evolutionstheorie solle weiterhin erst in den weiterführenden Schulen gelehrt werden, Arbeitnehmerrechte in kirchlichen Einrichtungen brauchten nicht verbessert zu werden. Einen integrativen Ethik- oder Religionsunterricht wolle sie nicht, Ethik solle freiwilliges Fach bleiben. Das Schulgesetz bedürfte keine Säkularisierung, Kirchen brauchten nicht in Lobbyregister eingetragen zu werden, weil es in Baden-Württemberg keine gebe. Der Gotteslästerungs-Paragraf (§ 166 StGB) müsse erhalten bleiben. Seelsorge bei Polizei oder Bundeswehr gehöre auch weiterhin staatlich finanziert, eine Lockerung der Feiertagskultur und der Tanzverbote lehne sie ab. Ihr Parteifreund aus Wahlkreis 56, Jürgen Keck, wollte die Fragen nicht beantworten, schrieb aber: „Wir leben tatsächlich in einer Gesellschaft, die immer säkularer wird und auch mir ist bewusst, dass der Kreis der Menschen, die sich keiner Religion und keiner Konfession zugehörig fühlen immer größer wird und das wir diese Tatsache in Zukunft in einigen Bereichen auch anders berücksichtigen müssen. […] Sie haben recht, kirchliches Arbeitsrecht darf kein ‚heißes Eisen sein‘ und muslimische Verbände sind oftmals genau die Muslime, die viel zu fundamentalistisch sind. Dagegen haben liberale Muslime auf der politischen Ebene viel zu wenig Einfluss. Kirchliche Feiertage, für alle Arten von Veranstaltungen zu öffnen, finde ich dagegen schwierig, denn diese Feiertage gibt es nur aus christlichen Gründen in unserem Land, sonst gäbe es diese Feiertag ja schließlich nicht. Die Konsequenz müsste sein, dass zum Beispiel der Karfreitag ein Arbeitstag wird, sonst macht dieser Feiertag keinen Sinn. Von vielen Soldaten weiß ich, wie wichtig ihnen der Militärseelsorger ist, auch wenn die Männer vielleicht mit Religion nichts am Hut haben, aber gerade dort muss man staunen, dass Soldaten dringend einen Menschen brauchen, mit dem sie über ihre existenziellen Nöte und Sorgen sprechen können. […] Alles nicht so einfach, Alles nicht nur schwarz oder weiß, ich möchte es mir nicht so einfach machen“.

 

„Sozialdemokratische Partei (SPD)“

Der Kandidat für die SPD im Wahlkreis 56, Europaminister Peter Friedrich, lehnte ebenfalls ab, sich für eine weitere Trennung von Staat und Kirche einzusetzen und Kirchenverträge abzuschaffen. Auch die Staatsleistungen sollten nicht abgelöst werden. Für ein Ende des „besonderen Tendenzschutzes“, der Arbeitnehmer in kirchlichen Einrichtungen mit allen anderen Beschäftigten gleichstellt, wolle er sich nicht einsetzen; wohl aber für kommunale Vereinbarungen zur Regelung von Arbeitnehmerrechten dort, wo Beschäftigte in kirchlichen Einrichtungen mit öffentlichen Mitteln bezuschusst werden. Den staatlich geförderten und bekenntnisorientierten Religionsunterricht will er beibehalten, gleichzeitig aber einen gemeinschaftlichen Ethikunterricht ab der 1. Klasse einführen. Evolution solle bereits in der Grundschule gelehrt werden, an öffentlichen Einrichtungen sollten Angebote aller Weltanschauungen zugelassen werden, wo der Bedarf es erlaube. Eine Säkularisierung des Religionsunterrichts lehne er ab, auch die Entfernung des Gottesbezuges aus der Landesverfassung.  Steuerliche Privilegierungen für „Körperschaften des öffentlichen Rechts“ sollen beibehalten werden, eine Anpassung der Subventionen für sportliche und kulturelle Veranstaltungen an die der kirchlichen sei nicht vorgesehen. Der geforderte Grundsatz, dass staatliche Gesetze Vorrang vor religiösen Geboten hätten, sei bereits Praxis. Er bedauere, dass es kein Lobbyregister gebe und eine Offenlegung der Kontakte zu Interessenvertretern für Abgeordnete nicht verpflichtend sei. Blasphemie-Paragraf, Feiertagskultur und Tanzverbote, Bestattungskultur und staatlich finanzierte Seelsorge und Missionierung sollten beibehalten werden.

 

Die restlichen Kandidaten haben bis zum Stichtag 29.02.2016 keine Rückmeldung gegeben.

 

"Christlich-Demokratische Union" (CDU)
Nachträglich ging die Antwort der CDU-Kandidatin für den Wahlkreis 67, Susanne Schwaderer, ein. Sie lehnte die Forderungen des Fragenkataloges weitgehend ab, wolle keine Ablösung von Staatsverträgen und die Dominanz der Kirchen nicht begrenzen. Zum Thema Bildung sagte sie, die Evolutionstheorie sollte altersgerecht in der Schule vermittelt werden. Darüber hinaus: "Wir wollen für nicht konfessionell gebundene Schülerinnen und Schüler das Angebot eines Ersatzfaches 'Ethik' schrittweise ausbauen. Dabei verstehen wir das Fach Ethik als alternatives Ersatzfach, jedoch kein vollständiges Substitut. Der christliche Religionsunterricht ist für uns Ausdruck der Traditionen der christlich-jüdisch-abendländischen Kultur unseres Heimatlandes. Der bekenntnisorientierte Religionsunterricht steht für uns nicht zur Disposition und kann auch nicht adäquat durch Ethik-Unterricht ersetzt werden. Für die größere Anzahl an Zuwanderern befürworten wir den Ausbau von Islamunterricht in möglichst hoher Qualität". Eine Säkularisierung wolle sie nicht, viel eher gelte schon für den Kindergarten: "Durch eine frühe Annäherung an die transzendentale Welt, öffnet sich ein theologischer Blickwinkel, in dem der Mensch auch in die spirituelle, religiöse Sphäre hineinreicht und sich als Geschöpf Gottes und diesem zugeordnet empfindet. Der moderne Humanismus ist eine vielschichtige Weltauffassung, die aber auch eine christliche Wurzel besitzt. Dieses zeigt sich besonders in der humanistischen Betonung der Sonderstellung des Menschen in der Natur". Feiertagskultur und Tanzverbote sollten erhalten bleiben: "Rechte und Pflichten der Kirchen ergeben sich aus ihrem Körperschaftsstatus. Insoweit ist das Gleichbehandlungsgebot nicht betroffen". Und auch der Blasphemie-Paragraf brauche nicht berührt zu werden.

 

Bündnis 90/Die Grünen"
Am 2. März 2016 reichte auch die Kandidatin von „Bündnis 90/Die Grünen“ im Wahlkreis 56 (Konstanz), Nese Erikli, die Antworten auf den Fragebogen ein. Sie lehnte ebenfalls ab, Kirchenverträge zu kündigen, Staatsleistungen abzulösen oder eine Trennung von Staat und Kirche voranzutreiben. Arbeitnehmerrechte in kirchlichen Einrichtungen brauchten nicht gestärkt werden, viele eher wolle man, dass den inhaltlichen Besonderheiten bestimmter Betriebe (z.B. in den Bereichen Kirche, Politik, Gewerkschaften) auch künftig im Arbeitsrecht der Beschäftigten Rechnung getragen wird“. Bei der Bildung schreibt sie: „Wir wollen, dass den inhaltlichen Besonderheiten bestimmter Betriebe (z.B. in den Bereichen Kirche, Politik, Gewerkschaften) auch künftig im Arbeitsrecht der Beschäftigten Rechnung getragen wird. […].Wir werden weiterhin den Religionsunterricht flächendeckend erhalten. Die Einführung eines Islamunterrichts ist die logische Folge der Ziele, die wir mit dem neuen Bildungsplan verfolgen“. Der Gottesbezug in der Landesverfassung solle erhalten bleiben, eine Säkularisierung im Kindergarten solle es nicht geben. Ob sie kirchliche Ämter innehabe, sagte Erikli nicht. Kirchen brauchten nicht in Lobbyregister eingetragen zu werden, weiteren Lockerungen in der Feiertagskultur oder beim Tanzverbot erteilte sie eine Absage. Die staatlich finanzierte Seelsorge im öffentlichen Raum solle erhalten bleiben, am Friedhofszwang werde nicht gerüttelt. Beim „Blasphemie“-Paragrafen meinte sie, dass eine Prüfung zu zeigen hätte, ob dieser noch zeitgemäß sei.

 

Fazit

Der Sprecher der HABO, Dennis Riehle, bewertet den Rücklauf der Antworten dennoch positiv: „Auch wenn wir keine Wahlempfehlung geben wollen, zeigen die eingegangenen Statements doch deutliche Unterschiede in den Positionen. Ich bin sicher, dass dadurch für manch einen Wähler, der Wert auf gesellschaftspolitische Fragestellungen legt, dadurch die Entscheidung erleichtert wird, das Kreuz auf dem Stimmzettel zu setzen. Ich selbst bin über manche Aussagen überrascht, denke aber, dass die Deutlichkeit einiger Standpunkte helfen wird, zwischen den Parteien und Kandidaten zu vergleichen und somit eine Abwägung einfacher ist. Wie immer kann man nur sagen: Gehen Sie in jedem Falle wählen, denn so bedeutsam wie dieses Mal ist Ihre Stimme wohl selten gewesen!“

 

 

 

 

HABO plant regelmäßigen Treff zum Gedankenaustausch

Interessierte werden gebeten, sich zu melden

 

Die Humanistische Alternative Bodensee (HABO) plant, ein regelmäßiges Treffen in Form offenen Gedankenaustauschs unter Humanisten, Atheisten, Konfessionslosen, Zweifelnden und Interessierten anzubieten. Unter anderem sollen dabei aktuelle Themen aus dem humanistischen Spektrum debattiert, Aktionen und Positionen beschlossen sowie der Dialog in der säkularen Szene gefördert werden.

 

Um einen geeigneten Wochentag, Uhrzeit und Lokalität zu finden, bittet der Sprecher der HABO, Dennis Riehle, alle Interessierten, sich mit Vorschlägen zu melden. Tel.: 07531/955401, Mail: sprecher@humanisten-bodensee.de.

 

 

 

Buchempfehlung:

"Problemfall Religion. Ein Kompendium der Religions- und Kirchenkritik."

 

Tectum Wissenschaftsverlag, gebunden, 476 Seiten, EUR 24,95 (Januar 2014)

ISBN-10: 3828832857 ISBN-13: 978-3828832855

Nachweise, Literaturverzeichnis, Personen- und Sachregister.

Besprechungsexemplare: christina-sieg@tectum-verlag.de

 

Religion ist ein Menschheitsproblem. Die christlichen Kirchen stecken tief in der Krise. Aber auch für nichtchristliche Religionen gilt: Die Struktur jeglichen religiösen Denkens ist eine Gefahr für eine friedliche Welt. Angesichts der Tatsachen ist es schwierig, das angeblich „überstrahlende Gute“ der Religionen zu sehen.

 

Gerhard Czermak argumentiert in Problemfall Religion faktenhart, aber differenziert und fair. Seine Anklage insbesondere gegen die christlichen Kirchen ist so breit aufgestellt wie bestürzend konkret. Dabei wirbelt er nicht bloß Staub aus längst vergangenen Zeiten auf, sondern bringt auch aktuelle Fakten ans Licht, die nicht nur Gläubigen überwiegend unbekannt sein dürften: 42 Kapitel befassen sich z.B. kompakt mit Grundfragen der Religions- und Kirchenkritik, Funktion der Religionen, Gottesproblematik, Fundamentalismus und Krieg bis zur Statistik und der Integrationsfrage.

 

Es folgen eine Fundamentalkritik des Christentums und ein intensiver kirchenhistorischer Überblick mit einer eindringlichen Darstellung der Anfänge. Die speziellen Kapitel der Kirchengeschichte enthalten auch interessantes Material etwa zu Kirche, Nationalsozialismus und Rechtsdiktaturen, zur Heiligsprechungspolitik, zu Kirche, Theologie und Machterhalt.

 

Der Band setzt sich aber auch mit den anderen Weltreligionen kritisch auseinander, erörtert religiöse und weltliche Ethik und legt eine differenzierte Gesamtbilanz vor.

 

DR. GERHARD CZERMAK lebt in der Nähe von Augsburg. Er ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Seine bisherigen Veröffentlichungen umfassen u. a. Christen gegen Juden, erschienen 1997 bei Rowohlt und Religions- und Weltanschauungsrecht, erschienen 2008 bei Springer.

 

 

 

Konziljubiläum 2014 - 2018 in Konstanz

   

Auf Händen getragen – und doch der Lächerlichkeit preisgegeben: König Sigismund und Papst Martin V. als winzige Geschöpfe auf dem Präsentierteller der „Imperia“, der Statue im Hafen von Konstanz. Zwei machtgierige Herrscher, die von 1414 bis 1418 am Bodensee zusammenkamen, um die Ansprüche auf weltliche und kirchliche Obrigkeit zu klären. Was der Bildhauer Peter Lenk auf eine amüsante Art und Weise mit seiner 1993 aufgestellten Skulptur darstellen wollte, hat einen ersten Hintergrund: Das Wahrzeichen, das sich drehend am Ende der Mole allen Besuchern zeigt, steht bis heute als Erinnerung an das Konzil, das sich im 15. Jahrhundert mit Reformen in der Kirche beschäftigen sollte – und am Ende nur wenig Ergebnisse, dafür aber viel Grausamkeiten zurückließ.

 

Die Kurtisane, die bei ihrer Aufstellung als Kunstfigur besonders unter klerikalen Kreisen erhebliche Kritik verursachte, macht nur auf eine der dunklen Seiten aufmerksam, die die fünfjährige Veranstaltung damals mit sich brachte. So waren es 600 Frauen, die während des Konzils offiziell in die Stadt kamen, um die Bedürfnisse der Tagungsgäste zu befriedigen. Eigentlich wollte die katholische Kirche das abendländische Schisma überwinden, welches innerhalb der lateinischen Konfessionsrichtungen zu einer Spaltung geführt hatte. 1378 war aufgrund von Streitigkeiten ein Gegenpapst ernannt worden. Zum amtierenden Pontifex, Urban VI., wurde gleichzeitig Clemens VII. installiert. Obwohl man sich beim Konzil von Pisa auf die gemeinsame Einsetzung eines neuen Papstes einigen konnte, kam es in der Folge zu neuen Verwerfungen. Um diese endgültig ausräumen zu können, sollte ein neutraler Ort dienen. Konstanz wurde zum Austragungsort einer Versammlung mit tausenden Teilnehmern.

 

Während des Konzils kam es zu tumultartigen Szenen: Einerseits hatten sich Widersacher der einzelnen Regierenden geweigert, an der Tagung teilzunehmen; andererseits flüchteten mehrere Gesandte und ehemalige Inhaber des Papstamtes, so auch Johannes XXIII., aus Furcht vor neuen Konflikten. Rom-treue Botschafter hielten sich zunächst vollkommen fern, saß dort doch Gregor XII. in Amt und Würden, der das Konzil von Konstanz nicht anerkannte. Nachdem der aktuelle Papst auf Grundlage eines gemeinsamen Dekrets abgesetzt worden war, befanden 1417 schlussendlich 56 Kardinäle im Konklave zu Konstanz über ein neues Kirchenoberhaupt: Martin V. und alle Anwesenden verabschiedeten 1418 zum Abschluss ihrer Gespräche einen Erlass, der regelmäßig ein neues Konzil vorsah.

 

Am Ende trat man in Reformfragen nahezu auf der Stelle, war man doch zu intensiv mit den personellen Querelen beschäftigt. Inhaltlich wurden erst bei der Tagung in Basel Fortschritte erzielt. Bis heute wird an der Versammlung in Konstanz massive Kritik geübt, wobei die Völlerei, die man den Fürsten während ihres „Hausens“ in der Stadt über die fünf Jahre der Zusammenkunft vorwarf, nur das geringste der Probleme darstellen dürfte. Denn immerhin waren zuvor Jan Hus, Hieronymus von Prag und John Wyclif zu Ketzern erklärt worden. Die beiden ersten wurden noch während des Konzils verbrannt, die Gebeine des früher verstorbenen Wyclif ließen die Verantwortlichen ausgraben und ins Feuer werfen. Das Vorgehen führte in Tschechien zu Volksaufständen und löste die sogenannten Hussitenkriege aus. Die Spaltung zwischen katholischer Kirche und Anhängern von Hus und Hieronymus trug unter anderem dazu bei, dass sich viele Menschen in Böhmen im 16. Jahrhundert der protestantischen Bewegung anschlossen.

 

In Konstanz zeugt bis heute das Konzilsgebäude von dem Ereignis, das die Stadt zwar bekannt machte, sie aber auch unzertrennlich mit Schrecken und Intoleranz in früheren Zeiten in Verbindung bringt. Historisch gesehen prägt die Geschichte der heute über 80 000 Einwohner zählenden Universitätsstadt kaum etwas so intensiv wie die dramatischen Stunden, die sich ab 2014 zum 600. Mal jähren. Und deshalb stand bereits früh fest, dass bis 2018 ein ganzer Reigen an Festivitäten dazu beitragen soll, Konstanz in Europa als Kulturgut zu verankern, aber auch als Gelegenheit dienen soll, sich mit den Vorkommnissen von damals noch einmal intensiv auseinanderzusetzten. Die Stadt setzte einen Eigenbetrieb ein, um die vielfältigen Interessen, die an ein Programm gestellt würden, ausführlich und mit unterschiedlichen Akteuren zu reflektieren.

 

Ideen gab es viele: Von einem mittelalterlichen Markt über den Nachbau und die Fertigung von Kulissen, Kleidern und Geräten aus der Konzils-Periode bis hin zu einer Einladung an den mittlerweile abgetretenen Papst Benedikt XVI. war Diverses dabei. Die Partnerstädte sollten mit Videoübertragungen gegrüßt, namhafte Historiker, Politiker und Prominente auf Podien willkommen geheißen werden. Das Konzilshaus restauriert erstrahlen, der Vorplatz aufwändig umgegraben werden. Spätestens am Geld scheiterten zahlreiche der Vorhaben, aber selbst der Landesdatenschutzbeauftragte musste sich mit den Feierlichkeiten befassen – denn Kameras, die Bilder zu den Freunden der Stadt in die ganze Welt entsandt werden sollten, brauchten Auflagen, um Persönlichkeitsrechte nicht zu verletzten.

 

Allerhand Wirbel, bei dem letztlich aber vor allem eine Seite involviert war: die Kirchen. In Ausschüssen und Arbeitsgruppen wirken sie ganz vorne mit. Dabei kommen wesentliche finanzielle Zuflüsse vom Land Baden-Württemberg – und die Stadt selbst lässt sich das Spektakel ebenso Einiges kosten. Beim Rechnungsprüfungsamt Konstanz hieß es auf die Frage nach der Transparenz der Mittel nur, man werde dies genauestens im Auge behalten. Dass solch ein scharfer Blick auch für die Inhalte des Jubiläums nötig sein würde, zeigte sich unter anderem, als immer neue Programmpunkte öffentlich wurden. Zwar wollte gerade die protestantische Seite versuchen, den Katholiken zumindest ein Stück weit Selbstkritik an dem abzuringen, was besonders in den letzten Jahren des Konzils und in den darauffolgenden kriegerischen Auseinandersetzungen im Böhmischen als Folge der gnadenlosen Hinrichtung der Kritiker durch die Kirchen verursacht worden war. Letztlich dürfte aber nichts darüber hinweg täuschen, dass beide Konfessionen wohl eher darauf bedacht sind, eigene Schuld in den Hintergrund zu drängen. Dafür spräche auch der allseits geäußerte „feierliche“ Charakter, den das Jubiläum einnehmen soll.  

 

Unabhängige Akteure blieben in den Vorbereitungen zunächst ausgespart, obwohl im Gemeinderat der Stadt immer wieder Einwände zu hören waren, wonach eine derartige Veranstaltung nicht ohne Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen durchzuführen sei. Anfang 2013 griff dann erstmals die „Humanistische Alternative Bodensee“  (HABO) den Diskurs auf, erreichte jedoch erst nach mehreren Versuchen und einer schriftlichen Nachfrage einen Erfolg: Durch mediale Unterstützung der regionalen Presse sicherte das Organisationsteam dem Sprecher der HABO, Dennis Riehle, zu, Vorschläge für ergänzende inhaltliche Schwerpunkte des Konzilsjubiläums zu prüfen. Dieser hatte gefordert, während den fünf Jahren müsse Platz sein für kritische Stimmen von außen, die weder durch Kirche, noch Veranstalter engagiert worden seien. Zudem mahnte Riehle an, man dürfe das Gedenken nicht vergessen, immerhin habe das Konzil Tod über mehrere engagierte Persönlichkeiten gebracht, für den die katholische Kirche Verantwortung trage. Auch sei der Anreiz zur Verklärung groß und die Botschaft, die sich vom damaligen Konzil bis in die Gegenwart wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kirche ziehe, zu wenig im Programm verwirklicht worden: Wie geht man heute mit Kritikern um? Wie steht es um den Dialog mit „Abtrünnigen“ oder Andersgläubigen? Und welche Reformen sind 600 Jahre nach dem Konstanzer Konzil vonnöten?

 

Die HABO, die sich als loser Zusammenschluss von Menschen mit humanistischem, atheistischem, agnostischem, freidenkerischem oder konfessionslosem Hintergrund versteht, hatte im Vorfeld ihrer Intervention bei den offiziellen Planern des Konzilsjubiläums bereits Anregungen gesammelt, mit welchen Facetten der Programmablauf bereichert werden könnte. Zusammengefasst wurden diese mittlerweile an die Geschäftsführerin der „Konzilstadt Konstanz“ übermittelt, mit dabei sind unter anderem auch Beiträge, die die „Humanisten Baden-Württemberg“ unterstützen könnten. Von Ausstellungen über Vorträge, Lesungen und Podiumsdiskussionen ist Verschiedenes denkbar. Ob letztendlich auch gewollt, das bleibt noch offen. Immerhin werden sich auch die kirchlichen Vertreter im Gremium zunächst äußern und beweisen müssen, wie viel sie in 600 Jahren tatsächlich gelernt haben…

 

von Dennis Riehle

 

 

 

Ziele: Was wollen wir erreichen?

 

Deutschland hat sich verändert: Die Aufklärung hat seit langem auch in der Bundesrepublik Einzug gehalten und dazu geführt, dass sich Macht und Einfluss der großen Volkskirchen verringert haben. Immer mehr Bürger verlassen diese über lange als alternativlos gesehenen Institutionen oder wenden sich von ihrer religiösen Überzeugung ab. Häufig spielen dabei Zweifel, Enttäuschung oder tiefgreifende persönliche Erlebnisse eine Rolle. Der Gottesglaube verwässert sich durch eine immer individuellere Auslegung und Zusammenstellung von eigenen Vorstellungen, in der "eine höhere Macht" gleichsam Bedeutung erlangt wie die Fokussierung des eigenen Ichs und der Mitmenschen.

 

Bei einem steigenden Anteil von skeptischen Personen in der Bevölkerung entwickelt sich auch eine wahrnehmbare Abwendung von Versprechungen und Vertröstungen auf ein Jenseits. Der Reiz und der Wunsch nach einer Zentrierung auf irdische Angelegenheiten ist groß. Gerade auch in Landstrichen, die bislang durch streng konservative und klerikale Einflüsse geprägt waren, nimmt die Erosion der klassischen Okkupation durch die christlichen Glaubensströmungen zu.

 

In Baden-Württemberg macht die Zahl der Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit mindestens ein Viertel aus, wobei von einem deutlich höheren Anteil an Personen ausgegangen werden kann, der sich von seiner persönlichen Einstellung als konfessionsfern oder seinem Glauben gegenüber als distanziert betrachten würde. Während Christen und andere Religionsgemeinschaften mit ihren Interessen in der Gesellschaft anerkannt und verhaftet sind - und sogar politische Sprachrohre besitzen, sind humanistisch oder atheistisch verwurzelte Menschen bislang in der Öffentlichkeit und in Entscheidungsprozessen der Politik kaum repräsentiert.

 

Gerade die Region im Süden Baden-Württembergs, rund um den Bodensee bis hin zum Hochrhein, ist bislang von regionalen Gruppierungen religionskritischer Verbände ausgespart geblieben. Unser Ziel ist es, dies zu ändern:  

Unsere Initiative will eine humanistische Stimme vor Ort sein, die auch darüber hinaus Gehör findet.

 

Ob bei Fragen, in denen Religionsgemeinschaften bisher eine Vormachtstellung bei Einschätzung und Bewertung eingeräumt wird (gesellschaftliche Debatten zu Moral, Ethik oder Norm); in weltanschaulichen und politischen Diskursen, bei denen eine frei denkende Meinung Neutralität und Unabhängigkeit einbringen kann; bei Angelegenheiten, in denen die Kirchen ein unrühmliches Bild abgegeben oder selbst in Vorwürfe verwickelt sind oder wenn es um die Verteidigung von freiem Denken, freier Meinung und Freiheit zur Kritik geht - Humanisten können eine ausgleichende Rolle einnehmen und gleichzeitig neue Schwerpunkte setzen, wenn es um die Eigenständigkeit jedes einzelnen Menschen geht.

 

Wesentliche Ziele unsererseits sind deshalb:

 

  • Aufklärung und Information über Säkularisierung und Laizismus
  • Beratung für Menschen bei Glaubensfragen und zum Kirchenaustritt
  • Interessenvertretung für Personenkreise ohne Religionszugehörigkeit
  • Forderung nach einer deutlichen Trennung zwischen Kirche und Staat (Reform Art. 140 GG)
  • Einstehen für eine Ablösung des staatlichen Kirchensteuereinzugs
  • Forderung nach einer Ablöse staatlicher Entschädigungsleistungen an die Kirchen
  • Streichung des Gottesbezuges in der Verfassung mit all seinen Inhalten
  • Weltanschauliche Neutralität in öffentlichen Gebäuden, der Verwaltung und der Justiz
  • Mitsprache von Humanisten in Gremien und Ausschüssen 
  • Politischer und gesellschaftlicher Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Demokratie
  • Eintreten für die Individualität des Menschen unter besonderem Schutz vor Diskriminierung
  • Ablösung traditioneller Rechtfertigungen durch aufgeklärte Sichtweisen
  • Wahrung des uneingeschränkten Anspruchs auf Religionsfreiheit (auch und gerade auf Freiheit von Religion) und Stärkung aller Grundrechte

 

Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Mitwirkung im regionalen Diskurs um (religions-/kirchen-)politische und gesellschaftliche Fragestellungen, Probleme und Herausforderungen und versuchen, durch eine Vernetzung mit Kollegen andernorts unsere Ideen und Forderungen weiterzutragen.

 

 

 

Verständnis - wie wir Humanismus definieren...

 

Die Humanistische Alternative Bodensee (HABO) versteht sich als ein Zusammenschluss von unabhängigen Menschen, die aus unterschiedlich geprägten politischen, weltanschaulichen und kulturellen Hintergründen gemeinsam dem Anliegen folgen, Konfessionslosen, Atheisten, Agnostikern, Humanisten, Freidenkern etc. in der Region Bodensee und darüber hinaus eine Bedeutung zu geben.

 

Wir wollen dabei explizit keine Vorgaben oder Bedingungen stellen, keine Erwartungen erheben oder Klassifizierungen vornehmen. Unser Kreis ist gedacht als ein offenes Miteinander der verschiedensten religionskritischen Personen, die den Dialog mit Andersdenken und Menschen unterschiedlichen Glaubens suchen. Dabei legen wir jedoch Wert auf eine Begegnung auf Augenhöhe und im Anspruch darauf, wonach niemand wegen seines Glaubens oder seiner Religion bevorzugt oder nachrangig behandelt wird. 

 

Für uns steht der Mensch als Garant für Handeln und Denken. Dabei verbindet uns die Überzeugung, mit Respekt und Anerkennung jeden Lebensstils, der mit Verantwortung und in freier Entscheidung einhergeht, ein größtmöglich friedliches Miteinander pluralistischer Gesellschaften zu ermöglichen. Entsprechend wenden wir uns gegen bevormundende Dogmen, Zwänge oder Traditionen, die die Selbstbestimmung einschränken. Die Freiheit des Einzelnen zur persönlichen Entfaltung ist uns ein wesentliches Anliegen.

 

Wir suchen den Dialog mit anderen Interessengemeinschaften, Organisationen und Dachverbänden, wollen uns jedoch nicht vereinnahmen lassen - denn viele von uns haben entsprechend negative Erfahrungen mit diversen Religionsgemeinschaften gemacht. Aus unserer humanistischen Weltsicht leiten wir auch den Einsatz für soziale Gerechtigkeit und eine politische Agenda ab, die den Menschen in den Mittelpunkt der Entscheidungen stellt. Humanismus ist für uns der Auftrag,  lebensbejahend im Hier und Jetzt ein Miteinander zu fördern, das von Solidarität und Gemeinsinn geprägt ist.   

 

Wir wollen Ungleichbehandlungen zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen aufzeigen und Religion zu einer Privatsache erklären. Federführend für Abwägungen und Beschlüsse in Politik, Wirtschaft und Gemeinschaft muss der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Möglichkeiten und Grenzen sein. Zum Verständnis des Humanismus gehört für uns auch, eine lebendige Demokratie zu unterstützen, in der möglichst große Mitsprache und Partizipation erreicht wird.

 

Die Ideenträger der Völker brauchen Chancen, um sich unabhängig von Vor- und Nachteilen religiöser Bekenntnisse einbringen zu können. Die Gleichheit des Menschen in Rechten und Pflichten verwirklicht sich in der Vielfältigkeit der Individualität. Egal, welchen Geschlechts, welcher Herkunft oder politischen Einstellung, ob mit Behinderung und unbeeindruckt von sexueller Identität und Orientierung - und auch vollkommen losgelöst vom religiösen und weltanschaulichen Bekenntnis!

 

 

 

 Kontakt:

 

Humanistische Alternative Bodensee (HABO) - Humanisten Konstanz

Zusammenschluss säkular denkender Menschen

 

 

 

Sprecher

Dennis Riehle

Martin-Schleyer-Str. 27 - 78465 Konstanz

Tel.: 07531 / 955401

Mail: sprecher@humanisten-bodensee.de

 

 

 

Stellvertretender Sprecher:

Nicolas Kienzler, Mail: nicolas.kienzler@humanisten-bodensee.de

 

 

 

 

Stellvertretender Sprecher

Manuel Oexle

Mail: manuel.oexle@humanisten-bodensee.de  

 

 

 

424034